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Spartenverkauf macht Gerresheimer-Aktionären etwas Hoffnung 05.08.2025, 08:44 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Gerresheimer 20,94 EUR -1,92 % Baader Bank

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der geplante Verkauf des Behälterglasgeschäfts könnte den arg gebeutelten Aktien von Gerresheimer am Dienstag frisches Leben einhauchen. Auf der Handelsplattform Tradegate stiegen sie am Morgen im Vergleich zum Xetra-Schluss um rund fünf Prozent auf 44,56 Euro.

Die Aktien sind unter dem Strich seit dem Rekordhoch von knapp 123 Euro aus dem September 2023 auf Talfahrt; ein letztes Aufbäumen gab es im Frühjahr 2025 im Zuge von Übernahmefantasien. Die platzten dann aber endgültig im Juli, nachdem der MDax-Konzern entsprechende Gespräche mit Finanzinvestoren beendet hatte.

Damit rückte die schwierige fundamentale Situation von Gerresheimer wieder voll in den Fokus. Das Unternehmen bekam zuletzt eine schwache Nachfrage im Kosmetikbereich zu spüren, weil Hersteller in der Folge weniger Flakons und Tiegel bestellen. Und auch im Geschäft mit oral einzunehmenden flüssigen Medikamenten lief es nicht rund. Daher mussten die Düsseldorfer ihre Wachstumsziele für das laufende Jahr im Juli weiter nach unten schrauben, auch die mittelfristigen Ambitionen wurden gestutzt.

Analyst Harald Hof von MWB Research wies unlängst zudem auf die Verschuldung von Gerresheimer hin, die durch die Übernahme des italienischen Glas-Spezialisten Bormioli im vergangenen Jahr gestiegen sei. Hinzu komme der allgemeine Zinsanstieg, der die Finanzierungskosten deutlich erhöhe.

Wohl auch deshalb hatte der Gerresheimer-Vorstand Anfang Juni mitgeteilt, dass die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr auf das gesetzliche Minimum gekürzt wird.

Alles in allem drückte das den Aktienkurs von Gerresheimer bis zum gestrigen Montag mit 41,50 Euro auf ein Tief seit Ende 2014. Das bedeutete für Aktionäre einen Wertverlust von zwei Dritteln seit dem Rekordhoch vor nicht einmal zwei Jahren.

Nun soll der Verkauf des Behälterglasgeschäfts (Moulded Glass) es offenbar richten. Eine Prüfung der Optionen für diesen Bereich, den Gerresheimer im vergangenen Jahr im Zuge der Bormioli-Übernahme neu aufgesetzt hatte, lief schon eine Weile.

Analyst Alexander Galitsa von Hauck Aufhäuser Investment Banking hatte im Juni bereits betont, dass ein Verkauf des Behälterglasgeschäfts deutliche Werte freisetzen würde. 780 bis 900 Millionen Euro könnten so wohl erlöst werden, schätzte er damals. Das würde die Verschuldungssituation verbessern. Zudem würde das Geschäft weniger kapitalintensiv und transparenter werden.

So will Gerresheimer sich auch mithilfe dieses Spartenverkaufs zu einem reinen System- und Lösungsanbieter für die Pharma- und Biotech-Branche wandeln./mis/ck/zb

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