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AKTIEN IM FOKUS 2

Chipwerte korrigieren - Samsung fällt trotz Rekordgewinn 07.07.2026, 12:31 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Hochtief 484,00 EUR -2,42 % Baader Bank
Infineon Technologies 72,13 EUR -6,17 % Lang & Schwarz
ASML Holding 1.538,10 EUR -3,74 % Baader Bank
STOXX Europe 600 Technology EUR (Price) 1.005,68 PKT -2,00 % TTMzero RT
Siemens Energy 158,64 EUR -4,81 % Lang & Schwarz

(neu: Aktuelle Kurse, Analystenstimme Siemens Energy, Auftrag für Hochtief)

FRANKFURT/PARIS/SEOUL (dpa-AFX) - Europas Halbleiterwerte haben am Dienstag wieder einen schwierigen Tag erlebt. Eine deutliche Schwäche der KI-Werte in Asien machte ihnen das Leben schwer. Der südkoreanische Leitindex Kospi, zuletzt zum Sinnbild der KI-Rally geworden, war zwischenzeitlich mit minus acht Prozent wieder in eine Handelsunterbrechung gegangen. Am Ende verlor er knapp fünf Prozent.

In Seoul belasteten die Verluste des Schwergewichts Samsung KR7005930003. Die Aktien des Elektronikriesen waren nach der Veröffentlichung von Eckdaten zum zweiten Quartal um rund zehn Prozent eingebrochen. Letztlich stand ein Verlust von knapp sieben Prozent zu Buche.

Die Samsung-Resultate seien auf den ersten Blick zwar hervorragend gewesen, stellte Marktbeobachter Stephen Innes fest. Die Aktien seien aber "priced for perfection" - also mit derart hohen Ansprüchen der Investoren belegt, dass die Erwartungen kaum noch übertroffen werden konnten. Der "erste KI-Stresstest" habe nun nicht geklappt, denn die erhoffte "positive Überraschung on top" sei ausgeblieben.

Insgesamt verändere sich gerade die Erwartungshaltung, erklärte Innes. Nicht mehr die aktuelle starke KI-Nachfrage sei entscheidend, sondern ob das Tempo dynamisch genug bleibe, um die bereits hohen Bewertungen zu rechtfertigen.

Auch die Experten der US-Bank Morgan Stanley konstatierten eine Veränderung in der KI-Landschaft, führte Innes weiter aus. Nicht mehr die Chip-Werte als Ausrüster der KI-Welle seien gefragt, sondern eher die sogenannten Hyperscaler - also die Betreiber riesiger Cloud-Rechenzentren.

Hierzulande sackten die Aktien des Chipherstellers Infineon DE0006231004 auf den tiefsten Stand seit Mai. Gegen Mittag ging es für die Papiere um 6,3 Prozent auf gut 72 Euro nach unten. Damit gehörten sie zu den schwächsten Werten im leicht nachgebenden, deutschen Leitindex Dax DE0006231004.

Seit Jahresbeginn gerechnet aber summiert sich das Plus bei Infineon immer noch auf fast 92 Prozent. Dies ist die mit Abstand beste Performance aller Dax-Werte.

Die im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gelisteten Anteilsscheine von ASML NL0010273215 verloren 5,3 Prozent. Die Niederländer sind als Spezialist für Lithografiesysteme Zulieferer der Chip-Branche.

Stark unter Druck gerieten auch die Aktien von Anlagenbauern wie Aixtron DE000A0WMPJ6 und Suss Microtec DE000A1K0235. Die im deutschen Index der mittelgroßen Werte MDax DE0008467416 gelisteten Papiere knickten um 7,1 beziehungsweise 10,5 Prozent ein, sind aber 2026 bisher bärenstark gelaufen.

Im Fokus standen ferner weiterhin Werte, die beispielsweise vom Energiebedarf der Rechenzentren oder ihrem Bau profitieren. Zu nennen sind hier unter anderen Siemens Energy DE000ENER6Y0 und Hochtief DE0006070006.

Die Aktien von Siemens Energy sackten als Schlusslicht im Dax um 6,7 Prozent ab. Die Papiere preisten bereits ein, dass der beste Geschäftszyklus einer ganzen Generation für immer anhalte, schrieb Vlad Sergievskii von der britischen Investmentbank Barclays. Der Experte kalkuliert zwar mit einer Ergebnissteigerung von im Schnitt 25 Prozent bis 2030. Auftragseingang und freier Barmittelzufluss allerdings dürften bereits 2026 ihren Zenit erreichen.

Bei den Papieren von Hochtief hielten sich die Verluste in Höhe von 2,6 Prozent in Grenzen. Hier gab es eine positive Unternehmensnachricht: Der Baukonzern erhielt von dem Betreiber NTT Global Data Centers einen Auftrag zum Bau eines Rechenzentrums in Berlin.

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