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Chemiewerte im Fokus - JPMorgan und Goldman belasten Lanxess 22.05.2026, 08:49 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Lanxess 16,92 EUR -3,01 % Lang & Schwarz
BASF 51,67 EUR -0,89 % Baader Bank
Evonik Industries 17,24 EUR -0,75 % Lang & Schwarz
STOXX Europe 600 Chemicals EUR (Price) 1.215,53 PKT +0,25 % TTMzero RT

Europäische Chemiewerte EU0009658608 stehen am Freitag nach Mollstimmen von JPMorgan und Goldman Sachs mehrheitlich unter Druck. Besonders deutlich bergab geht es für die Aktien von Lanxess DE0005470405, die von den Experten Chetan Udeshi und Georgina Fraser abgestuft wurden. Sie verloren auf der Handelsplattform Tradegate rund 5 Prozent. Lanxess werden am Freitag zudem mit einem Dividendenabschlag von 0,10 Euro je Aktie gehandelt.

Udeshi und Fraser machten die Hoffnung auf eine Sonderkonjunktur durch den Nahost-Krieg zunichte, die die gesamte Branche seit März deutlich angetrieben hat. Der Stoxx Europe 600 EU0009658202 Chemicals war vom tiefsten Niveau seit Herbst 2022 um bis zu 15 Prozent nach oben geklettert, ist aber seit Mitte April bereits wieder auf dem Rückzug. Lanxess hatten sich von einem Tief seit 2009 bei rund 11 Euro in der Spitze gar um fast 77 Prozent erholt.

Nun gossen Udeshi und Fraser allerdings Wasser in den Wein. "Der Branchen-Blues kehrt wohl zurück", schrieb JPMorgan-Experte Udeshi zur Branche. Die Länge des Nahost-Kriegs bleibe zwar schwer einzuschätzen, jüngste Daten hätten aber bereits gezeigt, dass der kurzfristige Rückenwind durch seine Verwerfungen schwächer ausfallen dürfte als gedacht und wohl auch bereits abflache. Die Anleger dürften also das zweite Quartal nicht allzu hoch hängen, denn ein schwaches zweites Halbjahr und auch 2027 rücke die strukturellen Probleme der Branche wieder in den Fokus: Immense Überkapazitäten und immer stärkere Konkurrenz bei Spezialprodukten aus China und dem Rest Asiens.

Während Udeshi mit einem Kursziel von 18 Euro für Lanxess immerhin noch mit "Neutral" votiert nach zuvor "Overweight", rät Goldman Sachs-Expertin Fraser mit den von ihr für fair erachteten 13 Euro zum Verkauf. Sie stellte den Preisauftrieb durch die Verwerfungen des Nahost-Kriegs infrage und betonte anhaltende Bilanzrisiken. Ihre Hochstufung auf "Neutral" im Februar habe auf Besserung des US-Geschäfts gesetzt, so Fraser. Dann hätten aber durch den Krieg die globalen Preise für Energie und Chemieprodukte das Regiment übernommen.

Die Ergebnisse des ersten Quartals hätten, wenn überhaupt, nur geringe Anzeichen geboten, dass Lanxess von höheren Preisen profitiere. Und der Ausblick für das operative Ergebnis im zweiten Quartal liege um 10 Prozent unter dem Konsens und sogar um 37 Prozent unter ihrer Schätzung, so Fraser. Aus ihrer Sicht hat der Krieg die Risiken erhöht, ohne dafür echte Margenchancen zu bieten.

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