Feueralarm am Gardasee

250 Menschen evakuiert 09.08.2026, 12:59 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Feueralarm im Hochsommer am Gardasee: Wegen eines Waldbrands haben am Wochenende in dem beliebten Urlaubsgebiet etwa 250 Menschen evakuiert werden müssen. Der Brand wütete auch am Sonntag noch auf dem Gebiet der Gemeinde Tignale am Westufer von Italiens größtem See. In den ersten Stunden mussten sich neben Anwohnern auch mehrere Dutzend Touristen in Sicherheit bringen. Im Laufe des Wochenendes entspannte sich die Lage wieder. Alle Evakuierten konnten zurück. Die Ursache des Großfeuers ist noch unklar.

Der Brand in den Bergen oberhalb des Ufers war am Freitagabend gegen 21.00 Uhr ausgebrochen. Nach Angaben der Feuerwehr verbreitete er sich rasant, begünstigt durch die Trockenheit der vergangenen Wochen und heftige Windböen. Anfangs wurde befürchtet, dass das Feuer auch auf die Ortschaft übergreifen könnte. Dazu kam es dann aber nicht. Mit Hilfe von Flugzeugen und Hubschraubern, die Wasser aus dem See holten und über den brennenden Wäldern abließen, konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden.

Schaulustige verfolgen Szenen vom Ufer

Zwischenzeitlich waren die Sorgen groß - auch, weil das lodernde Feuer am Nachthimmel über dem See für spektakuläre Bilder sorgte. Teils spiegelten sie sich auf der Oberfläche des Sees. Auch am gegenüberliegenden Ufer sammelten sich Schaulustige. Auch eine Ferienanlage musste geräumt werden. Mehrere deutsche Urlauber berichteten der dpa, dass anfangs große Ungewissheit geherrscht habe. Einer sagte: "Es hat richtig krass gebrannt. Wir wussten nicht, was wir machen sollen. Wir hatten auch keine Informationen."

Der Gardasee gehört zu Italiens beliebtesten Urlaubsregionen. Jetzt im Sommer verbringen dort auch zahlreiche Touristen aus Deutschland ihre Ferien. In den Bergen oberhalb gibt es viel Nadelwald, der nach wochenlanger Dürre sehr leidet. Feuerwehr-Kommandant Vito Cristino sagte im Fernsehsender Rai: "Die Bedingungen für die Löscharbeiten sind nicht optimal. Es ist sehr trocken, was die Ausbreitung des Brandes begünstigt."

Feuerwehr rechnet auch in nächsten Tagen mit Bränden

In der Nacht zum Sonntag flammten die Feuer an einigen Stellen wieder auf - auch, weil Löschflugzeuge und Hubschrauber wegen der Dunkelheit nicht mehr fliegen konnten. Am Sonntag nahmen sie dann wieder ihre Arbeit auf. Cristino sagte, vermutlich werde dies noch einige Zeit so weitergehen. "In ein paar Tagen sollten wir den Flammen aber Herr werden." Für die Löscharbeiten werden große Mengen Wasser benötigt, die nicht nur aus dem See, sondern auch aus privaten Swimmingpools entnommen werden.

In derselben Gegend hatte es nach einem Bericht der Regionalzeitung "Giornale di Brescia" in den vergangenen Jahren schon mehrfach schwer gebrannt. Der Bürgermeister von Tignale, Daniele Bonassi, sagte: "Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat die Situation zusätzlich erschwert und einen fruchtbaren Boden für die Ausbreitung der Flammen geschaffen." Seine Gemeinde erließ eine Verordnung, wonach auf ihrem Gebiet Wasser vorübergehend nur als Trinkwasser verwendet werden darf.

Hitzewelle in Italien dauert an

Italien leidet seit Wochen von Nord bis Süd unter einer Hitzewelle mit Temperaturen von teils mehr als 40 Grad. Auch in mehreren anderen Regionen kam es zuletzt zu Waldbränden - allerdings nicht in dem Ausmaß wie in Frankreich, Spanien und Griechenland. In fast allen italienischen Großstädten gilt wegen akuter Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung aktuell Alarmstufe Rot. Der größte Fluss des Landes, der Po, führt nur noch wenig Wasser. Bis Mitte des Monats sollen die Temperaturen so bleiben.

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