Nvidia zündet die nächste KI-Stufe

Das steckt dahinter 09.08.2026, 13:58 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Nvidia zündet die nächste KI-Stufe: Das steckt dahinter
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Drei Milliarden Dollar für die Basis des KI-Booms

Nach aktuellen Berichten will Nvidia rund 3 Milliarden US-Dollar in Lancium investieren, das Unternehmen hinter dem „Stargate“-Rechenzentrumscampus in Texas. Davon sollen 2 Milliarden US-Dollar unmittelbar fließen. Nvidia würde damit einen Anteil von rund 20 Prozent an Lancium erhalten.

Der Schritt ist strategisch bemerkenswert, weil Nvidia damit nicht mehr ausschließlich auf der Ebene der Rechenchips agiert. Stattdessen beteiligt sich der Konzern direkt an Infrastruktur, die für den Betrieb großer KI-Modelle entscheidend ist. Dazu gehören neben Rechenzentren auch Grundstücke und vor allem eine zuverlässige Stromversorgung.

Gemeinsam mit Partnern wie Blackstone, SoftBank und OpenAI baut Nvidia damit seine Präsenz entlang der KI-Wertschöpfungskette weiter aus. Das Unternehmen könnte künftig nicht nur mit Hochleistungsprozessoren verdienen, sondern stärker auch von der Infrastruktur profitieren, auf der diese Systeme betrieben werden.

Gerade vor dem Hintergrund eines intensiver werdenden Wettbewerbs im Chipmarkt erweitert Nvidia damit seine wirtschaftliche Basis. Die Strategie deutet darauf hin, dass der Konzern langfristig nicht ausschließlich als Halbleiterhersteller wahrgenommen werden will, sondern als zentraler Infrastrukturpartner der KI-Industrie.

Große Investoren stocken auf - Bewertung bleibt im Fokus

Parallel zur strategischen Expansion sorgen institutionelle Investoren für Aufmerksamkeit. Zwar gab es zuletzt Berichte über Insiderverkäufe, die 13F-Meldungen für das erste Quartal 2026 zeigen jedoch gleichzeitig größere Positionsaufstockungen durch einige Vermögensverwalter.

Amundi erhöhte seinen Nvidia-Bestand um 10,4 Prozent auf mehr als 133 Millionen Aktien. Altshuler Shaham Ltd baute seine Position sogar um mehr als das 64-Fache aus. Auch Ark Invest von Cathie Wood stockte seine Beteiligung zuletzt auf.

Gleichzeitig bleibt die Bewertung ein zentrales Diskussionsthema. AMD wird derzeit mit fast dem 70-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Nvidia kommt im Vergleich dazu auf ungefähr das 32-Fache der Gewinne der vergangenen zwölf Monate.

Der Bewertungsunterschied fällt vor allem deshalb auf, weil Nvidia weiterhin ein hohes Wachstumstempo vorweisen kann. Der Umsatz stieg zuletzt im Jahresvergleich um 85,2 Prozent auf 81,61 Milliarden US-Dollar. Damit verbindet der Konzern eine inzwischen enorme Unternehmensgröße mit weiterhin kräftigen Wachstumsraten.

Ob die aktuellen Bewertungsrelationen dauerhaft Bestand haben, hängt jedoch unter anderem davon ab, wie lange Nvidia dieses Wachstumstempo aufrechterhalten kann und wie stark der Wettbewerb im KI-Chipmarkt zunimmt.

Nvidia expandiert vom Rechenzentrum bis in den PC-Markt

Neben Rechenzentren und Energieinfrastruktur erweitert Nvidia sein Geschäft auch in andere Bereiche. Ein Beispiel ist der neue RTX Spark Superchip, den der Konzern gemeinsam mit MediaTek entwickelt.

Der Chip soll im 3-Nanometer-Verfahren bei TSMC gefertigt werden. Damit verstärkt Nvidia seine Aktivitäten im PC-Segment und verbreitert zugleich sein technologisches Portfolio.

Die Kombination aus eigenen KI-Chips, neuen Prozessorplattformen und Beteiligungen an Rechenzentrumsinfrastruktur zeigt, wie stark sich Nvidia derzeit entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette positioniert. Während das Unternehmen bislang vor allem als führender Anbieter von GPUs für künstliche Intelligenz galt, entstehen zunehmend zusätzliche Geschäftsfelder rund um Energie, Rechenzentren und Systemlösungen.

Mit der geplanten Investition von rund 3 Milliarden US-Dollar in Lancium würde diese Entwicklung eine neue Größenordnung erreichen. Nvidia wäre dann nicht mehr nur Lieferant der Hardware, die in großen KI-Rechenzentren arbeitet, sondern zugleich an einem Unternehmen beteiligt, das genau diese Infrastruktur bereitstellt.

Damit verschiebt sich die strategische Rolle des Konzerns weiter: Nvidia verkauft nicht mehr ausschließlich die Rechenleistung für den KI-Boom, sondern sichert sich zunehmend Zugang zu den physischen Voraussetzungen, die für den Ausbau dieser Rechenleistung benötigt werden.

Bn-Redaktion/aw
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