Tesla knackt 100 Milliarden

Doch das ist der Haken 09.08.2026, 13:53 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Tesla knackt 100 Milliarden: Doch das ist der Haken
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Tesla 284,45 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Rekordumsatz, aber die Margen schrumpfen deutlich

Die Bruttomarge sank zuletzt auf 16,83 Prozent. Noch deutlicher zeigt sich die Belastung auf operativer Ebene: Die operative Marge fiel auf 1,41 Prozent. Als wesentliche Gründe gelten hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie gestiegene Produktionskosten.

Diese Entwicklung sorgte auch an der Börse für Unruhe. Medienberichten zufolge geriet die Tesla-Aktie zwischen dem 8. Juli und dem 23. Juli deutlich unter Druck, nachdem die Margenentwicklung Investoren verunsichert hatte.

Zum Wochenschluss zeigte sich das Papier im deutschen Handel zwar erholt und schloss am Freitag bei 284,20 Euro. Das entsprach einem Tagesplus von 2,47 Prozent. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz jedoch schwach: Seit Beginn des Jahres hat die Aktie rund 27,64 Prozent verloren.

Auch der Abstand zum langfristigen Durchschnitt bleibt beträchtlich. Der aktuelle Kurs liegt etwa 19,07 Prozent unter dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage. Damit spiegelt die Kursentwicklung weiterhin die Skepsis wider, ob Tesla sein hohes Wachstum kurzfristig wieder stärker in operative Gewinne umwandeln kann.

Europa wird zum Schlüsselmarkt für Teslas nächste Wachstumsphase

Ein wichtiger Baustein der weiteren Strategie ist die Expansion in Europa. Neben steigenden Fahrzeugverkäufen steht dabei insbesondere die Einführung autonomer Fahrtechnologien im Fokus.

Wie Reuters am Donnerstag berichtete, befindet sich Tesla derzeit im Austausch mit der niederländischen Zulassungsbehörde RDW. Das Unternehmen strebt demnach an, Sicherheitsdaten zur „Full Self-Driving“-Technologie, kurz FSD, vertraulich zu behandeln, während gleichzeitig die regulatorische Freigabe für den europäischen Markt vorbereitet wird.

Eine Genehmigung könnte für Tesla von erheblicher strategischer Bedeutung sein. Die FSD-Technologie gilt als zentraler Bestandteil der langfristigen Wachstumsstory und könnte dem Unternehmen helfen, seine Position auf dem europäischen Markt weiter auszubauen.

Dass Tesla in einzelnen Ländern bereits Fortschritte erzielt, zeigen die jüngsten Zulassungsdaten. In Norwegen erreichte die Marke im Mai einen Marktanteil von 21,5 Prozent. Auch in Frankreich wurde ein deutlicher Anstieg der Neuregistrierungen gemeldet.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnen die Experten von Morningstar mit einem Auslieferungswachstum von zehn Prozent auf insgesamt 1,8 Millionen Fahrzeuge. Als wesentlicher Wachstumstreiber gilt dabei die weitere Expansion in Europa.

FSD, Optimus und Cybercab rücken stärker in den Fokus

Während die aktuelle Profitabilität schwach bleibt, richten Analysten ihren Blick zunehmend auf Teslas Zukunftstechnologien. Morningstar bestätigte am Mittwoch seine Einschätzung, dass die Aktie unterbewertet sei, und nannte einen fairen Wert von 450,00 US-Dollar.

Trotz der niedrigen Margen sehen die Analysten insbesondere in der FSD-Software erhebliches langfristiges Potenzial. Auch Seeking Alpha bekräftigte am Donnerstag seine Kaufempfehlung. Als Argumente wurden unter anderem zwei aufeinanderfolgende Quartale mit beschleunigtem Umsatzwachstum sowie die Fortschritte bei den Projekten „Optimus“ und „Cybercab“ genannt.

Damit verschiebt sich die Wahrnehmung des Konzerns zunehmend über das klassische Automobilgeschäft hinaus. Tesla positioniert sich verstärkt als Anbieter von KI-gestützter Mobilität, autonomem Fahren und Robotik. Ob diese Geschäftsfelder künftig einen größeren Ergebnisbeitrag leisten können, gehört zu den zentralen Fragen für die weitere Unternehmensentwicklung.

Medienberichten zufolge haben institutionelle Investoren nach den starken Kursschwankungen im Anschluss an die Quartalszahlen ihre Positionen Anfang August teilweise neu ausgerichtet. Parallel gewinnt auch das Energiegeschäft an Bedeutung. Für das zweite Quartal meldete Tesla den Einsatz von Energiespeicherprodukten mit einer Kapazität von 13,5 Gigawattstunden.

Damit steht Tesla derzeit zwischen zwei Entwicklungen: Auf der einen Seite markieren mehr als 100 Milliarden US-Dollar Umsatz auf Zwölfmonatssicht und ein Quartalswachstum von 26 Prozent neue operative Größenordnungen. Auf der anderen Seite zeigen eine operative Marge von nur 1,41 Prozent und die schwache Kursbilanz seit Jahresbeginn, dass der Konzern weiterhin erheblichen Druck verspürt, Wachstum, Investitionen und Profitabilität in ein ausgewogeneres Verhältnis zu bringen.

Bn-Redaktion/aw
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