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Neue Ansätze für Ostdeutschlands Chemieindustrie gesucht 26.03.2026, 07:40 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die ostdeutsche Chemieindustrie braucht nach Ansicht von Experten neue Ansätze, um langfristig überleben zu können. "Die Transformation wird kommen", sagte Peter Seeberger, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Großforschungszentrums "Center for the Transformation of Chemistry" (CTC), der Deutschen Presse-Agentur. Entscheidend sei, ob sie in Deutschland stattfinde - oder anderswo.

Am CTC in Leipzig arbeiten derzeit rund 60 Beschäftigte an neuen Verfahren für eine ressourcenschonendere Chemie, etwa an Recyclinglösungen oder Ersatzstoffen für problematische Chemikalien. Bis 2038 sollen an den geplanten Standorten in Merseburg und Delitzsch rund 1.000 Menschen beschäftigt sein.

Erfolgreiche Start-ups helfen beim Wandel der Branche

Wichtig für den Wandel der Branche sind aus Sicht der Forschung auch erfolgreiche Start-ups. Ein Beispiel ist das junge Unternehmen Cynio im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen. Es stellt Isocyanate her - chemische Bausteine etwa für Beschichtungen - und nutzt dafür ein alternatives Verfahren ohne das hochgiftige Gas Phosgen. Stattdessen kommt Kohlendioxid zum Einsatz, das in der Industrie anfällt und wiederverwendet werden kann.

Ziel ist es, die Produktion flexibler zu machen und auch kleinere Mengen wirtschaftlich herstellen zu können. Cynio konzentriert sich auf Nischenmärkte, die von großen Chemiekonzernen häufig nicht bedient werden. Das 2025 gegründete Unternehmen wurde erst am Mittwoch mit dem Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Chemiebranche in Sachsen-Anhalt besonders wichtig

In Sachsen-Anhalt - mit den großen Chemiestandorten in Leuna und Bitterfeld-Wolfen - hat die Branche ein besonderes Gewicht. Dort lag ihr Anteil am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes in der ersten Jahreshälfte 2025 nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bei knapp 20 Prozent.

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