Pistorius

Deutschland muss mehr für Europas Sicherheit tun 20.04.2026, 17:36 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sieht Deutschland in der Pflicht, deutlich mehr für die europäische Sicherheit zu tun. "Aufgrund unserer Größe, unserer Wirtschaftskraft, unserer geostrategischen Rolle steht Deutschland in der Verantwortung, deutlich mehr zu tun als bisher - und natürlich nicht nur für unsere eigene Sicherheit, sondern für die Sicherheit Europas insgesamt", sagte der SPD-Politiker auf der Hannover Messe.

Wirtschaftliche Stärke und Sicherheit seien untrennbar miteinander verbunden, betonte Pistorius. "Ohne Sicherheit keine prosperierende Wirtschaft, ohne wirtschaftliche Stärke keine Sicherheit." Eine starke Industrie sei zwingende Voraussetzung für die Verteidigung von Demokratie und Sicherheit.

Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vor mehr als vier Jahren sei Sicherheit in Deutschland kein Randthema mehr. "Die Wirtschaft spürt geopolitische Bedrohungen und Risiken unmittelbar. Das macht der Krieg im Iran und der aktuelle Konflikt in der Straße von Hormus allzu deutlich."

"Wir sind häufig noch nicht effektiv genug"

Der Minister kritisierte, dass Deutschland bei der Umsetzung von Innovationen zu langsam sei. "Gerade im Verteidigungsbereich können wir es uns angesichts der Geschwindigkeit, in der die Dinge sich verändern, nicht leisten, dass zwischen einem funktionierenden, guten Prototypen und der Serienproduktion Jahre vergehen." In einer Welt, in der sich Bedrohungen in Tagen entwickelten statt in Jahren, sei Geschwindigkeit "kein Nice-to-have", sondern "zwingende Voraussetzung für unsere Sicherheit".

Als Beispiel nannte er Drohnen: Die ukrainischen Partner sprächen inzwischen von Innovationszyklen von sechs bis zwölf Wochen. "Und nein, die ehrliche Antwort lautet: Wir sind häufig noch nicht effektiv genug und zeitgemäß genug."

Rüstung erstmals stärker im Fokus

Das Thema Rüstung ist auf der Hannover Messe in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Schwerpunkt vertreten. Im sogenannten Defense Production Park zeigen rund 40 Unternehmen auf 1.200 Quadratmetern Lösungen für den schnellen Aufbau der Rüstungsproduktion. Am Dienstag werden unter anderem Rheinmetall-Chef Armin Papperger sowie Airbus-Defence-Manager Michael Schöllhorn erwartet.

Für die Messegesellschaft ist der neue Bereich auch ein Vorgeschmack auf die Sicherheits- und Verteidigungsmesse Defence & Security Equipment International Germany, die im März 2027 erstmals in Hannover stattfinden soll.

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