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Edelmetalle setzen Höhenflug fort - Gold erstmals über 5.000 Dollar 26.01.2026, 13:22 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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LONDON (dpa-AFX) - Der Höhenflug der Edelmetalle setzt sich mit viel Schwung fort. Der Goldpreis hat erstmals die Marke von 5.000 US-Dollar geknackt. Auch der Silberpreis, der bereits am Freitag erstmals über 100 US-Dollar gestiegen war, legte weiter zu. Zu den stärksten Treibern zählen geopolitische Risiken, die Käufe von Notenbanken und die Spekulation auf weiter sinkende Zinsen in den USA.

Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) kletterte an der Metallbörse in London in der Spitze bis auf 5.111 Dollar. Gold hat sich in den ersten Wochen des Jahres um knapp 18 Prozent verteuert, nachdem der Preis für das Edelmetall im Vorjahr bereits um 65 Prozent gestiegen war. Dies war das höchste Jahresplus seit 1979. Der Preis ist allein im vergangenen Jahr um mehr als 2.000 Dollar gestiegen. Zum Vergleich: Für den Sprung von 1.000 auf 2.000 Dollar hatte der Goldpreis etwa zehn Jahre benötigt.

Preistreiber im vergangenen Jahr waren unter anderem die vielen Konflikte weltweit. Auch 2026 sorgten politische Spannungen für mehr Nachfrage. So führten Experten die Gewinne in den ersten Handelstagen des Jahres vor allem auf die Lage im Iran und die zeitweisen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen acht europäische Staaten im Zusammenhang mit Grönland zurück.

Edelmetalle - allen voran Gold - gelten bei vielen Investoren als "sichere Häfen" in Krisenzeiten. Daneben gibt es Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Die wiederholten Angriffe von Trump auf Fed-Chef Jerome Powell schüren die Angst, dass die mächtige Notenbank künftig nicht mehr unabhängig agieren, sondern politisch gesteuert werden könnte.

Zentralbanken weltweit, insbesondere aus Schwellenländern wie China, haben ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren deutlich aufgestockt. Diese Käufe sollen die nationalen Reserven unabhängiger vom Dollar machen und gelten als wichtiger Preistreiber.

Auch sinkende Zinsen, wie zuletzt von der US-Notenbank Fed, spielen oft eine Rolle, wenn der Goldpreis steigt. Da Gold weder Zinsen noch Dividenden abwirft, verstärkt die Aussicht auf fallende Zinsen die Nachfrage nach dem Edelmetall. Bei niedrigeren Zinsen werden festverzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen im Vergleich dazu weniger attraktiv.

Gold wird als wertbeständig angesehen und hat über lange Zeiträume hinweg seinen Wert behalten. Das Edelmetall hat Kriege, Währungsreformen und Rezessionen überstanden, was es für viele als langfristige Anlage attraktiv macht. Die Stiftung Warentest etwa empfiehlt, rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. Gold solle jedoch nur mit Geld gekauft werden, das man langfristig entbehren kann.

Trotz des Höhenflugs halten einige Banken noch höhere Goldpreise für möglich. So hob die US-Investmentbank Goldman Sachs jüngst ihre Prognose für Ende 2026 von 4.900 auf 5.400 Dollar je Feinunze an. Zugleich warnen manche Experten, der Gold-Rekordlauf sei übertrieben.

Auch Silber ist an der Börse begehrt: Der Preis für eine Feinunze war am Freitag erstmals über 100 Dollar je Unze gestiegen. Am Montag stieg der Silberpreis bis auf den Rekordstand von 110 Dollar. Silber ist aber auch ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird. Silber war zuletzt auch stärker gefragt als Gold. Der Preis für Silber war 2025 um fast 150 Prozent nach oben geklettert und damit deutlich stärker als der Goldpreis.

"Silber profitiert zudem von seiner Doppelrolle als Anlage- und Industriemetall", kommentierte Alexander Zumpfe, Edelmetallhändler bei Heraeus. "Die Nachfrage aus Sektoren wie Photovoltaik, Elektronik und Elektromobilität bleibt hoch, während gleichzeitig verstärkte Zuflüsse über Futures und Exchange-Traded-Produkte die Preisdynamik beschleunigen." Diese Kombination mache Silber besonders anfällig für starke Bewegungen nach oben wie nach unten. Zumpfe warnt jedoch auch: "Silber ist historisch für abrupte Korrekturen bekannt. Kurzfristige Gewinnmitnahmen sind jederzeit möglich."

Deutschland verfügt nach Angaben der Bundesbank über den weltweit zweitgrößten Goldbestand nach den USA. Der Goldbestand deckt einen großen Teil der deutschen Währungsreserven ab. Rund 37 Prozent des Goldbestands lagern in Tresoren der US-Notenbank Fed in New York.

Ende 2024 hielt die Deutsche Bundesbank nach eigenen Angaben rund 3.352 Tonnen, was schon damals einem Wert von gut 270 Milliarden Euro entsprach. Den privaten Goldbesitz der Menschen in Deutschland bezifferte die Steinbeis-Hochschule Berlin 2024 auf gut 9.000 Tonnen in Form von Barren, Münzen oder Schmuck./jsl/jkr/bf/

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