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Gold steigt, Aktien steigen

Warum die Märkte plötzlich beides wollen 15.08.2026, 14:47 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Gold
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Name Aktuell Diff. Börse
Gold 4.375,60 USD ±0,00 % Forex

Gold gewinnt in zwei Wochen mehr als 8 Prozent

Der Goldpreis legte zum Wochenschluss um 0,4 Prozent auf 4.375,60 US-Dollar je Feinunze zu, umgerechnet rund 3.780,96 Euro. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 1 Prozent. Noch auffälliger ist die Entwicklung über zwei Wochen. In diesem Zeitraum verteuerte sich das Edelmetall um mehr als 8 Prozent. Damit hat Gold einen Teil der vorherigen Korrektur wieder aufgeholt, notiert aber weiterhin 18 Prozent unter seinem bisherigen Jahreshoch von 5.380,16 US-Dollar.

Aktienmärkte bleiben trotzdem nahe Rekorden

Normalerweise wird ein steigender Goldpreis häufig mit wachsender Risikoaversion verbunden. Dieses Bild passt derzeit allerdings nur teilweise. Der S&P 500 erreichte am Donnerstag bereits seinen 27. Rekordschluss des Jahres 2026 und gab am Freitag lediglich 0,2 Prozent auf 7.785,76 Punkte nach. Der Nasdaq verlor 0,3 Prozent, während der Russell 2000 sogar 0,5 Prozent zulegte. Anleger ziehen sich damit keineswegs grundsätzlich aus Aktien zurück.

Schwache US-Daten helfen beiden Anlageklassen

Ein Grund für die parallele Stärke liegt in den Erwartungen an die Federal Reserve. Die US-Einzelhandelsumsätze fielen zuletzt überraschend um 0,6 Prozent. Dadurch sank die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im September. Laut CME FedWatch wurde zuletzt eine Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent dafür eingepreist, dass die Fed ihren Leitzins unverändert lässt. Für Gold ist das positiv, weil niedrigere Zinserwartungen die Opportunitätskosten des unverzinsten Edelmetalls reduzieren. Aktien profitieren gleichzeitig von der Aussicht auf weniger geldpolitischen Gegenwind.

Hohe Renditen halten Unsicherheit am Leben

Vollständige Entwarnung liefern die Finanzmärkte dennoch nicht. Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen bewegen sich weiterhin auf hohen Niveaus, während Inflations- und Verschuldungssorgen bestehen bleiben. Genau darin liegt ein Teil der Attraktivität von Gold. Anleger können auf steigende Unternehmensgewinne und Aktienkurse setzen und gleichzeitig eine Position halten, die traditionell zur Diversifikation gegenüber wirtschaftlichen und politischen Risiken genutzt wird.

Gold-Rally steht vor nächstem Test

Die aktuelle Konstellation muss daher kein Widerspruch sein. Aktien spiegeln weiterhin Optimismus über Unternehmensgewinne und eine weniger aggressive Federal Reserve wider, während Gold das Bedürfnis nach Absicherung abbildet. Kurzfristig deutet die Entwicklung allerdings auch auf eine mögliche Konsolidierung hin. Nach dem Anstieg von mehr als 8 Prozent innerhalb von zwei Wochen könnten Gewinnmitnahmen zunehmen. Entscheidend wird nun, ob Gold den Bereich um 4.300 US-Dollar verteidigen kann und die Zinserwartungen dem Edelmetall weiterhin Unterstützung liefern.

Bn-Redaktion/tb
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