Portfolio Tracker
Dein Depot in Echtzeit – Kurse, Renditeanalyse und Dividendenplaner an einem Ort.
Anzeige
ROUNDUP 2

Investitionsgipfel in Berlin - Merz rollt roten Teppich aus 19.10.2026, 15:32 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Siemens 291,27 USD -3,48 % Nasdaq OTC
NVIDIA 186,70 USD +2,77 % AMEX
Kostenlose Aktienchance per SMS Ausgewählte Trading-Einschätzungen aufs Handy.

(neu: mit aktuellen Aussagen)

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rollt den roten Teppich aus - es geht schließlich um Milliarden. Zu Beginn eines Investitionsgipfels in Berlin am Abend mit Unternehmern aus Deutschland und dem Ausland wird ein "exklusiver" Auftakt versprochen mit einem ausgewählten Kulturprogramm. In einem ehemaligen Heizkraftwerk in Berlin-Mitte als Ort der Industriegeschichte heißt es: "Red Carpet for Investments" - roter Teppich für Investitionen. So ist es auf der Website der Konferenz "Invest in Germany Summit" zu lesen.

Als "Stargast" angekündigt ist der Chef des US-Chipherstellers Nvidia US67066G1040, Jensen Huang. Die Bundesregierung plant eine Kooperation mit Nvidia. Beim eigentlichen Konferenztag am Dienstag ist neben Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) das halbe Kabinett versammelt. Tagungsort ist die private Wirtschaftshochschule ESMT am Schloßplatz im Herzen der Bundeshauptstadt, im ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR. Eingeladen sind Großunternehmen, Investmentbanken oder Fonds. Die Rede ist von rund 200 internationalen und deutschen Vorstandschefs.

Doch worum geht es beim Investitionsgipfel? Ein Überblick:

Bundesregierung will private Investitionen ankurbeln

Der deutsche Staat gibt in den kommenden Jahren viele Milliarden auf Pump aus, um die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen und Unternehmen beim Umstieg auf klimafreundlichere Prozesse zu unterstützen. Das ist ein wesentlicher Treiber auch für ein höheres Wirtschaftswachstum in diesem Jahr. Ein nachhaltiger Aufschwung ist aber noch nicht erreicht, warnen Ökonomen. Aus Regierungskreisen hieß es, mit öffentlichem Geld alleine könne Deutschland nicht modernisiert werden.

Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank, sagte: "Deutschland steht vor einer historischen Investitionsaufgabe." Sie sei zu groß, um alleine mit öffentlichen Mitteln bewältigt zu werden. "Staatliche Investitionen können den Anschub geben. Dauerhaft erfolgreich werden wir aber nur, wenn wir zusätzlich privates Kapital im großen Stil mobilisieren."

Deswegen will die Bundesregierung deutlich mehr privates Kapital für Investitionen mobilisieren. Es seien Ausgaben für Maschinen und Anlagen, Forschung und Entwicklung, moderne Produktionsstätten oder Software, die die Produktivität und somit das Wirtschaftswachstum steigerten, hieß es aus Regierungskreisen.

Gipfel als "Willkommens-Signal"

Mit dem ersten Gipfel dieser Art will die Bundesregierung ein "starkes Willkommens-Signal" an internationale Investoren senden, wie es aus Regierungskreisen hieß. Ziel sind konkrete Investitionen - bei dem Gipfel sind bereits erste Abschlüsse wie der mit Nvidia zu erwarten.

Vorbild ist ein jährlicher "Choose France"-Gipfel von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im prächtigen Schloss von Versailles, der ausländische Investoren nach Frankreich locken soll.

Deutschland soll den Investoren als Top-Standort schmackhaft gemacht werden: solide Finanzen - Deutschland ist das einzige G7-Land mit einem Triple-A-Rating. Dazu: ein stabiler Rechtsstaat, die höchsten Patente unter den europäischen Ländern, gute Universitäten, gut qualifizierte Fachkräfte, der zollfreie EU-Binnenmarkt und die Lage in der Mitte Europas. Eine Umfrage der Deutschen Bank unter internationalen Führungskräften ergab, dass Deutschland in Europa ein "Investitionsmagnet" ist.

Aber es gibt Nachholbedarf: Einer Studie von Allianz Research zufolge gingen zwischen 2019 und 2025 die Gesamtinvestitionen in Deutschland um 6,4 Prozent zurück - während sie im übrigen Euroraum um 6,7 Prozent und in den USA um 20,2 Prozent stiegen. Daraus ergebe sich eine riesige Investitionslücke. Zu den Gründen für die Zurückhaltung in Deutschland zählten: Hohe Energiekosten, eine hohe Steuer- und Abgabenbelastung und eine übermäßige Bürokratie.

Reformkurs der Regierung

Es seien "Hausaufgaben" zu erledigen, hieß es aus Regierungskreisen. Merz dürfte auf dem Gipfel erneut zusagen, dass die Regierung ihren Reformkurs fortsetzt - wie er es Ende September bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern der Unternehmensinitiative "Made for Germany" tat.

Es geht um Reformen der Sozialsysteme, um Sozialausgaben zu stabilisieren, Flexibilisierungen im Arbeitsmarkt, aber auch kürzere Planungs- und Genehmigungsverfahren etwa für Rechenzentren und bessere Wachstumschancen für junge Firmen. Allerdings sind in der schwarz-roten Koalition Vorhaben etwa bei der Rentenreform umstritten.

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier nannte den Investitionsgipfel ein wichtiges Signal. "Entscheidend ist aber, dass aus dem Format konkrete und zusätzliche Investitionen werden. Ein Gipfel kann Vertrauen anstoßen, aber investiert wird dort, wo die Bedingungen im betrieblichen Alltag überzeugen. Dafür muss die Bundesregierung die Standortbedingungen dauerhaft verbessern."

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, sagte: "Seit sechs Jahren kommt nahezu das gesamte Wirtschaftswachstum aus öffentlichen Impulsen. Man sollte nicht so naiv sein zu glauben, dass der Gipfel daran kurzfristig etwas ändert. Unternehmen entscheiden sich nicht wegen einer Werbeveranstaltung für Deutschland. Entscheidend ist, ob sie am Standort Geld verdienen."

Wo investiert werden soll

Eine Schlüsseltechnologie ist Künstliche Intelligenz (KI). Hier hinkt Deutschland international hinterher. Großes Potenzial aber wird bei der industriellen KI gesehen, weil Deutschland durch seine Industrie und den industriellen Mittelstand über sehr viele Daten verfügt. Mit KI könnte die Produktivität steigen und neue Geschäftsmodelle entstehen.

Siemens DE0007236101-Chef Roland Busch nannte die industrielle KI eine "Jahrhundertchance für Deutschland". Es müsse aber nun Tempo gemacht werden: "Die Welt wartet nicht auf uns."

Auch um bei der industriellen KI voranzukommen, ist die Kooperation der Bundesregierung mit Nvidia gedacht. Der US-Chiphersteller ist mit seinen Produkten für Rechenzentren der zentrale Motor des KI-Booms. An einem Projekt sollen sich auch deutsche Unternehmen beteiligen.

Neben industrieller KI sieht die Bundesregierung lohnende Chancen für Investoren zum Beispiel auch im Energiebereich, dabei geht es um den Ausbau der Stromnetze. Daneben geht es um Verteidigung, Halbleiter, Rechenzentren und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. So soll künftig die bundeseigene Autobahngesellschaft Kredite aufnehmen dürfen.

Das Ziel: Verstärkt und schneller in Sanierung sowie Aus- und Neubau zu investieren. Interessant für Investoren könnte auch die geplante neue "Kapitalrente" in der Altersvorsorge werden.

Pharmakonzern stellt Investitionen auf Prüfstand

Vor dem Investitionsgipfel gab es allerdings auch Störgeräusche. Der Schweizer Pharmakonzern Roche CH0012032048 stellt aus Ärger über Sparvorgaben der Bundesregierung im Gesundheitswesen alle Investitionen in Deutschland auf den Prüfstand, wie Roche-Deutschlandchef Daniel Steiners der "Welt" sagte. "Für den Pharmabereich kann ich sagen, dass die Politik zuletzt sehr viel Vertrauen zerstört hat." Hintergrund ist ein Spargesetz bei der gesetzlichen Krankenversicherung.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, man arbeite in der Bundesregierung daran, dass die finanzielle Last für die Pharmabranche geringer wird.

Reiche kritisiert Pläne in Berlin

Reiche äußerte außerdem scharfe Kritik an Plänen der möglichen rot-grün-roten Koalition in Berlin zur Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Sie sagte, sie sehe ganz klar eine "Gefahr für den Standort", die weit über Berlin hinausgehe. "Das wird im Ausland nicht nur wahrgenommen, sondern sehr kritisch diskutiert. Nicht auf offener Bühne, aber als große Sorge für den Standort."

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 1,29
Hebel: 20,49
mit starkem Hebel
Ask: 5,00
Hebel: 5,64
mit kleinem Hebel
Smartbroker
Vontobel
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: BE2YWG VJ25ER. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Weitere News

Gestern 22:22 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:05 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:53 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:53 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:29 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer