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Sprit so teuer wie seit fast zwei Jahren nicht mehr 02.03.2026, 15:34 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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(neu: Kritik der SPD)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg macht Sprit und Heizöl teurer. Am Montag stiegen die Preise kräftig, nachdem sie bereits übers Wochenende leicht zugelegt hatten, wie der ADAC mitteilt. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags hatte ein Liter Super E10 bereits 1,6 Cent mehr gekostet als am Freitag, dem letzten Tag vor den Angriffen. Diesel verteuerte sich alleine von Freitag bis Sonntag um 1,3 Cent.

"Ich befürchte, dass es heute an den Zapfsäulen noch weiter nach oben geht", sagt der Kraftstoffmarktexperte des ADAC, Christian Laberer. "Die Zahlen am Vormittag deuten auf eine Dimension von drei bis vier Cent." Die Tagesdurchschnitte sind wegen der typischen starken Schwankungen der Spritpreise im Tagesverlauf schwer zu vergleichen. Betrachtet man allerdings die Preise jeweils um 10.30 Uhr am Freitag und Montag, zeigt sich bei E10 ein Plus von 5 Cent, bei Diesel von 5,2 Cent - mit jeweils dem deutlichsten Plus am Montag.

Es könnte weiter nach oben gehen

Schon die Sonntags-Tagesdurchschnitte von 1,794 Euro pro Liter E10 und 1,759 Euro pro Liter Diesel sind die höchsten Werte seit fast zwei Jahren. E10 war zuletzt Ende Mai 2024 teurer, Diesel zuletzt Anfang April 2024. Sollte der erwartete Anstieg im Tagesverlauf des Montags sich bestätigen, könnte bei Diesel sogar der höchste Preis seit 2023 erreicht werden.

Und es könnte noch weiter nach oben gehen: "Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten", sagt Laberer. Mittelfristig gebe es aber - sofern sich die Lage am Golf wieder beruhigen sollte - Hoffnung auf gemäßigtere Preise, da die Opec+ angekündigt hat, die Fördermengen zu erhöhen. Schnelle Besserung ist aber nicht in Sicht: "Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft länger", sagt der Experte. Experten sprechen hier auch vom Rakete-und-Feder-Effekt.

Kritik am schnellen Anstieg kam auch aus der SPD: "Was wir an vielen Tanksäulen in unserem Land erleben, ist schlicht und ergreifend Abzocke!", sagte der Sprecher der realpolitisch orientierten SPD-Seeheimer, Esra Limbacher. Benzin und Diesel, die jetzt verkauft würden, seien überwiegend zu deutlich niedrigeren Rohölpreisen eingekauft worden. Es sei "inakzeptabel, wenn geopolitische Unsicherheiten als Vorwand für überzogene Margen genutzt werden." Wer steigende Weltmarktpreise sofort weitergebe, müsse das auch mit sinkenden Preisen tun.

Heizölpreis steigt schneller

Beim Heizöl ist der aktuelle Ausschlag deutlich stärker. Das Internetportal Heizoel24 gab den Preis am Montagvormittag zwischenzeitlich mit mehr 120 Euro pro 100 Litern an. Noch am Freitag lagen die Preise deutlich unter 100 Euro. Die Preise entwickelten sich am Montag allerdings sehr dynamisch. Zudem verzeichnete die Seite bereits am Samstag und Sonntag sehr hohe Nachfrage nach Heizöl.

Dass der Anstieg beim Sprit im Verhältnis geringer ausfiel, könnte laut Laberer auch daran gelegen habe, dass insbesondere Diesel in den letzten Wochen seiner Ansicht nach im Vergleich zum Ölpreis zu teuer war. "Dadurch fiel die aktuelle Erhöhung vielleicht etwas geringer aus."

Wer aktuell beim Tanken sparen will, dem rät Laberer weiterhin zu den Abendstunden - dann ist Sprit in der Regel günstiger als am Morgen. Zudem lohne es sich jetzt erst recht, zu vergleichen, betont er. "Gerade in volatilen Zeiten können die Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen besonders hoch ausfallen."

Es kommt aufs Rohöl an

Der Ölpreis ist - in Kombination mit dem Dollarkurs - typischerweise der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Sprit und Heizöl. Die Eskalation des Konflikts treibt den Ölpreis unter anderem auch deswegen, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern./ruc/DP/stw

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