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DHL blickt wegen geopolitischer Unsicherheit zurückhaltend auf 2026 05.03.2026, 12:32 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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DHL Group 48,71 EUR +0,10 % Lang & Schwarz

(neu: weitere Analystenstimmen, Kursreaktion aktualisiert, Aussagen des Managements zu Iran-Krieg)

BONN (dpa-AFX) - Die DHL Group muss auch im laufenden Jahr auf eine Erholung der Weltwirtschaft hoffen. Es gebe vor allem in der Geopolitik sehr viele Variablen und Unsicherheiten, sagte Konzernchef Tobias Meyer am Donnerstag laut Mitteilung. In der Prognose sei keine Verbesserung des weltwirtschaftlichen Umfelds einkalkuliert. Unter dieser Voraussetzung erwarten die Bonner vor Zinsen und Steuern (Ebit) über 6,2 Milliarden Euro und damit im schlechtesten Fall nur ein kleines Plus im Vergleich zu 2025. Die vom Unternehmen befragten Analysten hatten im Schnitt knapp 6,4 Milliarden erwartet. Das kam an der Börse nicht gut an.

Die im Dax notierte Aktie verlor zeitweise über 6 Prozent und fiel auf das tiefste Niveau seit Dezember. Zuletzt notierte sie mit 46,75 Euro noch knapp 3 Prozent im Minus. DHL sei beim Ausblick nicht so aggressiv gewesen wie erhofft, notierte Jefferies-Experte Michael Aspinall.

UBS-Kollege Cristian Nedelcu nannte die Prognose "enttäuschend", angesichts der Kursentwicklung seit November. In den vergangenen vier Monaten hat die DHL-Aktie bis Mittwochabend fast ein Viertel zugelegt. Andy Chu von der Deutschen Bank stellte derweil die Überlegung an, dass die DHL wegen der geopolitischen Unsicherheit womöglich eine eher konservative Prognose ausgegeben habe.

Positiv wurde in Analystenstudien angemerkt, dass die DHL 2025 mit 600 Millionen Euro mehr gespart hat, als in Aussicht gestellt war. Dies bedeute aber auch, dass für 2026 weniger Potenzial bleibe, merkte Barclays-Experte Marco Limite an.

"Insgesamt sehe ich uns für 2026 sehr gut aufgestellt", sagte Meyer, dessen Vertrag die DHL am Vortag bis März 2031 verlängert hatte. Der Manager war im Mai 2023 an die Konzernspitze gerückt.

Im vergangenen Jahr stieg der operative Gewinn um 3,7 Prozent auf gut 6,1 Milliarden Euro und fiel damit leicht besser aus als von Experten erwartet. Dabei überraschte das lukrative Express-Geschäft mit zeitkritischen Sendungen positiv, während die See- und Luftfracht enttäuschte. Hier bekam die DHL die niedrigen Preise für Frachttransporte zu spüren, sowie bei den über Land transportierten Containern die schwache Konjunktur.

Meyer verwies darauf, dass der Geschäftsbereich heute "deutlich profitabler" sei als vor der Pandemie und das Geschäftsmodell durch den geringen Kapitaleinsatz sehr attraktiv. "Jetzt liegt der Fokus darauf, Marktanteile zu gewinnen und die Fähigkeiten auch in Spezialsegmenten weiter zu verbessern", sagte Meyer. "Das bringt dann auch die Wende beim Ergebniswachstum."

Auch die Ergebnisse im deutschen Brief- und Paketgeschäft verfehlten leicht die Erwartungen. Im internationalen Paketgeschäft lagen sie derweil ebenso im Rahmen wie bei der Lieferkettenlogistik, in der die DHL ihren Kunden verschiedene Dienstleistungen anbietet, etwa den Betrieb von Lagern und die Abwicklung von Versandretouren.

Der an der Börse viel beachtete freie Barmittelzufluss exklusive Zu- und Verkäufen von Unternehmensteilen fiel 2025 mit einem Anstieg auf 3,2 Milliarden Euro ebenfalls höher aus als geschätzt. Für 2026 hatten Analysten hingegen mehr auf dem Zettel, als die vom DHL-Management erwarteten rund 3 Milliarden Euro.

Unterm Strich entfielen auf die Aktionäre 2025 mit 3,5 Milliarden Euro gut fünf Prozent mehr Gewinn als ein Jahr zuvor. Die Dividende soll um fünf Cent auf 1,90 Euro je Aktie steigen.

Die Bonner hätten das Jahr 2025 im schwierigen Umfeld solide abgeschlossen, schrieb JPMorgan-Expertin Alexia Dogani. Der starke Barmittelzufluss zeuge von geeigneten Maßnahmen zur Kostenkontrolle.

Abseits des Zahlenwerks drehte sich der Austausch mit dem Management vor allem um die Situation im Nahen Osten. Der Konzern hat zwar im Iran quasi kein Geschäft, ist jedoch insbesondere in den Golfstaaten umso stärker vertreten.

DHL-Chef Meyer betonte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass das operative Geschäft in der Region bislang überwiegend routiniert weitergehe. Die Situation ändere sich aber teilweise stündlich, berichtete Meyer. Auf dem Landweg bringt die DHL momentan viele Waren zu den Flughäfen, von oder zu denen Frachtflugzeuge fliegen können. Eine flächendeckende Umladung von Luft- auf Seefracht gebe es hingegen bislang nicht, sagte Meyer. In einzelnen Länder seien Notfall-Zuschläge eingeführt worden, um kurzfristig entstandene Zusatzkosten an die Kunden weitergeben zu können.

Meyer stellte in diesem Zusammenhang in Aussicht, dass mögliche Verwerfungen sich auch positiv auf die DHL-Geschäfte auswirken könnten, insbesondere wenn die Einschränkungen im Handelsverkehr länger anhielten. Noch sei es aber zu früh für eine abschließende Bewertung./lew/la/jha/err/mis

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