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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss

Dax gibt nach - Hoffnungsschimmer aus Nahost 28.05.2026, 18:08 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
MDAX 33.276,34 PKT +0,50 % Ariva Indikation
DAX 25.129,73 PKT -0,32 % Ariva Indikation
SDAX 19.117,19 PKT +1,00 % Ariva Indikation

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag uneinheitlich entwickelt. Während die Standardwerte im Dax DE0008469008 nachgaben, ging es für die Papiere aus der zweiten und dritten Reihe nach oben. Im späten Handel kam es bei sämtlichen Indizes zu einer moderaten Aufwärtsbewegung, nachdem die US-Nachrichtenwebsite "Axios" gemeldet hatte, dass sich US-amerikanische und iranische Unterhändler auf eine 60-tägige Absichtserklärung zur Verlängerung des Waffenstillstands im Nahen Osten geeinigt haben. Auch die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sollten beginnen, so Axios, wobei hinzugefügt wurde, dass Präsident Trump noch seine endgültige Zustimmung geben müsse.

Der deutsche Leitindex, der vor der Nachricht rund 0,7 Prozent im Minus gelegen hatte, drehte kurzzeitig ins Plus, bröckelte aber wieder ab und schloss 0,34 Prozent tiefer bei 25.092,25 Punkten. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Börsenunternehmen verließ nach der Axios-Meldung die Minuszone und endete mit einem Gewinn von 0,70 Prozent bei 33.239,89 Zählern. Der Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 setzte seinen Rekordkurs fort und legte letztlich um 0,85 Prozent zu.

Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets, sprach von einem kleinen Freudensprung des Dax, gab aber zu bedenken, wie oft schon ein Kompromiss in Aussicht gestellt worden sei und bislang stets in Enttäuschungen geendet habe. "...erst wenn die Unterschrift trocken ist, kann man über eine Neupositionierung am Aktienmarkt nachdenken", so Lipkow.

Über weite Strecken des Handels hatte die sich wieder verschärfende Auseinandersetzung im Nahen Osten die Kurse belastet. Das US-Militär hatte in der Nacht zu Donnerstag einen Bereich des Flughafens in der Hafenstadt Bandar Abbas im Süden des Landes attackiert, wie iranische Medien berichteten. Zudem wurden bei israelischen Angriffen im Libanon nach staatlichen Angaben erneut mehrere Menschen getötet.

Gefragt waren vor diesem Hintergrund die Aktien von Unternehmen aus dem Rüstungsbereich. Im Dax gehörten die Papiere von Rheinmetall DE0007030009 mit einem Plus von 4,2 Prozent zu den Top-Werten. Damit setzten sie ihre Erholung vom Mitte Mai erreichten tiefsten Stand seit April vergangenen Jahres fort. Der Konzern vermeldete einen Auftrag für mehr als 2.000 militärische Transportfahrzeuge im Wert von rund einer Milliarde Euro. Für 2026 steht beim einstigen Überflieger aber immer noch ein Kursrückgang von fast 18 Prozent zu Buche.

Die Titel der Rüstungsunternehmen TKMS DE000TKMS001, Renk DE000RENK730 und Hensoldt DE000HAG0005 verzeichneten Kursaufschläge zwischen 5,4 und 6,9 Prozent. Die Titel des Spezialchemiekonzerns und Sprengstoffherstellers Alzchem DE000A2YNT30 gewannen 6,8 Prozent.

Die Anteilscheine des Halbleiterkonzerns Infineon DE0006231004 standen mit einem Kursplus von 4,4 Prozent an der Dax-Spitze. Die seit Wochen starken Aktien erreichten damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Die Analysten von Deutsche Bank Research und Morgan Stanley schraubten ihre Kursziele deutlich nach oben.

Dagegen ging es für Bayer DE000BAY0017 um 0,7 Prozent bergab. Hier belastete ein Bericht über eine Klage des US-Saatgutunternehmens Latham. Es wirft dem Agrarchemie- und Pharmariesen demnach vor, wettbewerbswidrige Praktiken angewendet zu haben, um den US-Markt für gentechnisch verändertes Maissaatgut zu monopolisieren.

Zu den Verlierern im MDax zählten Delivery Hero DE000A2E4K43. Die Aktien des Essenlieferdienstes büßten 0,9 Prozent ein, obwohl der US-Fahrdienstvermittler Uber US90353T1007 seine Beteiligung deutlich aufgestockt hat. Der direkte Anteil ist demnach von 19,5 auf 24,99 Prozent gestiegen. Weitere fast 12 Prozent hält Uber indirekt über Finanzinstrumente. Vor diesem Hintergrund sei es unklar, ob und wann Uber durch die Erhöhung der Stimmrechte zu einem offiziellen Übernahmeangebot verpflichtet werde, schrieb Citigroup-Analystin Monique Pollard. Nach deutschem Recht wäre dies eigentlich beim Erreichen der 30-Prozent-Schwelle der Fall./edh/he

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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