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ROUNDUP/Fünftes Angebot von US-Investor

Easyjet gibt Widerstand auf 06.07.2026, 09:53 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Deutsche Lufthansa 10,06 EUR +1,28 % Lang & Schwarz
easyJet 7,219 EUR +11,13 % Baader Bank
AIR France - KLM 13,37 EUR ±0,00 % Baader Bank

Die Billigfluglinie Easyjet GB00B7KR2P84 hat dem Werben des US-Investors Castlelake nun doch nachgegeben. So stimmte Easyjet einem fünften Übernahmeangebot "im Grundsatz" zu, wie die Unternehmen am Sonntag in London mitteilten. Dabei bietet Castlelake nun 6,90 britische Pfund je Aktie, in Summe 5,2 Milliarden Pfund (knapp 6,1 Mrd Euro). Die Billigfluglinie hatte die anderen Offerten zuvor alle abgelehnt, Castlelake aber zuletzt eine Hintertür für eine weitere Nachbesserung offen gelassen.

Castlelake hat nun bis zum 5. August Zeit, ein verbindliches Angebot vorzulegen. Dabei kann eine Übernahme Easyjet zufolge immer noch scheitern. Castlelake habe "großen Respekt" vor der Fluggesellschaft und ihren Mitarbeitern und wolle das künftige Wachstum sowie das Flottenmodernisierungsprogramm des Unternehmens unterstützen.

Die Aktie sprang am Montag in London auf den höchsten Stand seit 2022. Zuletzt ging es um zehn Prozent auf 615 Pence nach oben. In den vergangenen drei Monaten hatte das Papier mehr als die Hälfte an Wert gewonnen. So war Castlelake erstmals Ende Mai an die Briten herangetreten. Jedoch blieb die Aktie noch am Freitag mit rund 558 Pence unter den bisher vorgelegten Angeboten, die von 5,60 Pfund bis 6,50 Pfund je Aktie reichten.

Easyjet war im November 2000 zu einem Kurs von 310 Pence an die Börse gegangen - basierend auf von Bloomberg zusammengestellten Daten. Anfang 2007 erreichten die Aktien im Zuge einer aggressiven europaweiten Expansion ein Rekordhoch von 1.584 Pence. Langfristig haben die Investoren jedoch kein gutes Geschäft gemacht: Binnen zehn Jahren verzeichneten die Titel Kursverluste von mehr als einem Viertel, auf fünf Jahre gesehen ist die Bilanz nicht viel besser.

Analyst Harry Gowers von JPMorgan wies auf die noch offenen Fragen hin. Noch fehle ein verbindliches Angebot. Entscheidend sei, ob die vereinbarte Eigentümer- und Kontrollstruktur die Unternehmensgremien sowie die Wettbewerbsbehörden zufriedenstellten und ob ein Gegengebot auftauchen werde. So könnten etwa Air France-KLM FR001400J770, IAG ES0177542018 und die Lufthansa DE0008232125 Interesse an Teilen des Easyjet-Liniennetzes an wichtigen Flughäfen haben. Mit Blick auf die hohen wettbewerbsrechtlichen Hürden hätte die Lufthansa DE0008232125 wohl die besten Karten. Sie sei aber ähnlich wie Air France-KLM gerade mit anderen, kleineren Übernahmen beschäftigt.

Bernstein-Experte Alex Irving hält es für wahrscheinlich, dass der US-Investor das Unternehmen in seine Flugzeugflotte, Start- und Landerechte sowie das Urlaubsgeschäft aufspalten könnte. In diesem Fall würden die Kapazitäten in Europa weiter schrumpfen, was den anderen Fluggesellschaften zugutekäme - insbesondere den Billig-Airlines sowie dem auf Urlaubsflüge spezialisierten Anbieter Jet2.

Da Castlelake ein US-Unternehmen ist, kann es keine Mehrheitskontrolle über eine europäische Fluggesellschaft übernehmen und benötigt deshalb Partner. Deswegen wird Castlelake den Angaben zufolge mit den Luftfahrtmanagern Peter Bellew und Mark Breen zusammenarbeiten. Bellew war früher bei Easyjet, bevor er das Unternehmen 2022 abrupt verließ. Zur Bietergruppe gehört auch Brookfield Asset Management.

Zu den attraktivsten Vermögenswerten von Easyjet zählen eine Flotte moderner Flugzeuge des Typs Airbus NL0000235190 A320 sowie Landerechte in London, Mailand und Genf. Größter Anteilseigner des Unternehmens ist die Familie des Gründers Stelios Haji-Ioannou mit einer Beteiligung von 15,3 Prozent.

Zuletzt geriet die Billigfluggesellschaft jedoch aufgrund der durch den Iran-Konflikt stark gestiegenen Kerosinpreise unter Druck. Easyjet meldete für das erste Halbjahr einen Verlust sowie einen Rückgang der Sommerbuchungen.

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