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Kennedy Jr. streicht halbe Milliarde bei mRNA-Impfstoffen 06.08.2025, 17:05 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Streichung von einer halben Milliarde Dollar (rund 430 Millionen Euro) für die Arbeit an bestimmten Impfstoffen durch US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. stößt auf heftige Kritik. Konkret solle Geld für die Entwicklung von mRNA-Impfstoffen gegen Infektionen der Atemwege wie etwa Corona und Grippe gestrichen werden, teilte der Gesundheitsminister mit. Andere Anwendungen der mRNA-Technologie seien nicht betroffen.

Bei mRNA-Impfungen werden Teile der Baupläne von Viren genutzt, bekannt wurde sie durch Corona-Impfstoffe. Die US-Behörde Biomedical Advanced Research and Development Authority (Barda) beende 22 Investitionen in die mRNA-Impfstoffentwicklung, sagte der Minister.

"Das Eingreifen von Kennedy Jr. ist verheerend für die Entwicklung von mRNA-Impfstoffen", sagte Katalin Karikó von der University of Pennsylvania, die 2023 für Grundlagen zur mRNA-Impfstoffentwicklung den Nobelpreis für Medizin erhalten hat. "Seine Entscheidung wird den globalen Fortschritt in der Impfstoffentwicklung und der Wissenschaft im Allgemeinen zurückwerfen." Die Wissenschaft mache in Europa und Asien Fortschritte, insbesondere in China.

"Wir glauben an das Potenzial von mRNA in der Medizin"

Das Mainzer Unternehmen Biontech sieht dennoch weiter gute Chancen in der mRNA-Technik. Biontech habe keine laufenden Projekte mit der US-Behörde Barda, teilte das Unternehmen mit. "Wir glauben an das Potenzial von mRNA als neue Wirkstoffklasse in der Medizin - sowohl, um weiterhin Millionen von Menschen sicher und effektiv vor Infektionskrankheiten wie Covid-19 zu schützen, als auch als mögliche neue Behandlungsoption für Menschen mit Krebs." Biontech hatte in der Corona-Pandemie den ersten mRNA-Impfstoff der Welt auf dem Markt gebracht.

"Impfstoffe auf Basis von mRNA haben sich darin bewährt, viele Menschen vor schweren Erkrankungen mit Covid-19 und RSV-Infektionen zu schützen", sagte Matthias Meergans, Geschäftsführer Forschungspolitik des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa). Viele Unternehmen und Forschungsinstitute weltweit entwickelten Schutzimpfungen auf mRNA-Basis gegen Infektionskrankheiten, gegen die es bisher keinen Impfschutz gibt.

"Für mich ist diese Entscheidung (des US-Gesundheitsministers) nicht nachzuvollziehen, da die angebrachten Argumente nicht auf wissenschaftlichen Fakten, sondern wohl eher auf einer Ideologie beruhen", sagte Carsten Watzl, Vorstandsmitglied der European Federation of Immunological Societies. "Impfstoffe werden immer weiterentwickelt, um etwa Kombinationsimpfstoffe gegen mehrere Erreger zu schaffen", ergänzte er etwa mit Blick auf einen Kombiimpfstoff gegen Grippe und Corona, was nur noch einen Piks pro Jahr bedeuten würde.

mRNA-Krebsforschung ist vorerst nicht betroffen

"Natürlich wird mit dieser Entscheidung nicht die weltweite mRNA Impfstoffforschung beendet", sagte der Immunologe. "Der Einsatz der mRNA-Technologie bei der Forschung gegen Krebs scheint ja von der Entscheidung ausgenommen zu sein und wird daher wohl auch in den USA weitergehen." Aber einen Impfstoff etwa gegen Vogelgrippe bei Menschen zu entwickeln, sei nicht wirtschaftlich, da unklar sei, ob er jemals benötigt werde. Solche Forschung passiere nur mit staatlicher Unterstützung, und große Pharmafirmen in diesem Bereich säßen in den USA wie etwa Moderna und Pfizer.

"Aber auch bei der Entwicklung von Impfstoffen mit Marktpotenzial sehe ich ein Problem: Es gibt ja einen mRNA-basierten Impfstoff von Moderna gegen RSV, der auch bei uns zugelassen ist", ergänzte Watzl. "Die nicht auf Fakten basierte Entscheidung des US-Gesundheitsministers rückt nun aber die mRNA-Impfstoffe in ein generell schlechtes Licht. Daher werden sich Firmen schon überlegen, wie groß das Marktpotenzial für mRNA-basierte Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten noch ist, wenn Teile der Bevölkerung solchen Impfstoffen durch Entscheidungen wie diese eher kritisch gegenüberstehen."

Kennedy wird immer wieder vorgeworfen, Zweifel an Impfungen zu streuen und insbesondere die Impfkampagne gegen Masern unterwandert zu haben. Er vertrat in der Vergangenheit auch die These, Impfungen riefen Autismus hervor. Dieses Gerücht ist wissenschaftlich widerlegt. Kennedy selbst will sich aber nicht als Impfgegner verstanden wissen./rin/DP/zb

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