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Munich Re muss sinkende Preise hinnehmen - Aktie gibt nach 26.02.2026, 12:08 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Rückversicherer Munich Re hat 2025 trotz der verheerenden Waldbrände in Los Angeles sein Gewinnziel übertroffen. Der Überschuss wuchs um gut sieben Prozent auf 6,1 Milliarden Euro, verfehlte aber die optimistischeren Erwartungen von Analysten. Jetzt muss die Munich Re wie andere Rückversicherer im wichtigen Schaden- und Unfallgeschäft mit niedrigeren Preisen auskommen. Trotzdem soll der Gewinn 2026 wie geplant auf 6,3 Milliarden Euro steigen. An der Börse kamen die Neuigkeiten vom Donnerstag trotz einer überraschend hohen Dividende schlecht an.

Die Munich-Re-Aktie büßte am Mittag zuletzt gut zwei Prozent auf 541,20 Euro ein und war damit unter den größten Verlierern im Dax . Im Vergleich zum Jahreswechsel hat das Papier rund vier Prozent verloren und wird zugleich etwas billiger gehandelt als vor zwölf Monaten. In den vergangenen drei Jahren hat es jedoch um mehr als zwei Drittel zugelegt.

Damals hatten die Rückversicherer von ihren Kunden wie Allianz und Generali noch von Jahr zu Jahr immer mehr Geld dafür verlangen können, dass sie ihnen Risiken aus deren Vertragsbeständen abnahmen. Dieser Trend fand jedoch schon 2025 sein Ende, und bei der wichtigen Vertragserneuerung im Schaden- und Unfallgeschäft Anfang 2026 musste die Munich Re einen Preisrückgang von zweieinhalb Prozent hinnehmen. Die Inflation und veränderte Risiken sind bei dieser Zahl herausgerechnet.

Um keine unrentablen Verträge zu unterschreiben, verzichtete die Munich Re in diesem Zuge auf Geschäft. Ihr erneuertes Prämienvolumen schrumpfte in der Erneuerungsrunde um fast acht Prozent auf 13,7 Milliarden Euro.

Besonders deutlich fiel der Preisrückgang bei der Rückversicherung von Naturkatastrophen-Schäden aus: Laut Vorstandschef Christoph Jurecka ging das Prämienniveau in diesem Bereich um etwa sechs Prozent zurück. Dennoch sprach der Manager in einer Videokonferenz mit Journalisten von "robusten und gesunden Margen" in den erneuerten Verträgen.

Der Preisrückgang war bereits erwartet worden. So hatten Ratingagenturen und auch der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück in den vergangenen Wochen von entsprechenden Entwicklungen berichtet. Der Dritte im Bunde der großen Rückversicherer, die Swiss Re aus Zürich, ist mit den Jahreszahlen an diesem Freitag (27. Februar) an der Reihe.

Dass die Munich Re für 2026 weiterhin mit einem Gewinnanstieg rechnet, erklärte Jurecka mit positiven Entwicklungen in anderen Sparten. Dazu zählen die Lebens- und Kranken-Rückversicherung sowie das Direktgeschäft mit großen Industriekunden, das ebenfalls zur Rückversicherungssparte zählt. Dadurch soll der Gewinn des gesamten Geschäftsbereichs von zuletzt 5,2 Milliarden auf 5,4 Milliarden Euro im laufenden Jahr steigen.

Von der Düsseldorfer Erstversicherungstochter Ergo erwartet der Vorstand 2026 einen Gewinn von rund 900 Millionen Euro und damit ähnlich viel wie im vergangenen Jahr.

Da hatte die Munich Re vor allem im Rückversicherungsgeschäft davon profitiert, dass den zerstörerischen Waldbränden in Kalifornien vom Januar keine weiteren teuren Naturkatastrophen folgten. So blieben die Rückversicherer etwa von schweren Hurrikans verschont, die in manchen Jahren vor allem in den USA milliardenschwere Versicherungsschäden hinterlassen.

Die Feuer in Los Angeles wurden für die Versicherer jedoch zur teuersten Waldbrandkatastrophe der Geschichte. Die Zerstörungen kosteten die Branche laut Studien etwa 40 Milliarden US-Dollar (33,9 Mrd Euro). Bei der Munich Re schlugen sie in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung letztlich mit rund 800 Millionen Euro zu Buche.

Damit die Gewinne in den nächsten Jahren weiter sprudeln, will die Munich Re ihre Kosten bis zum Jahr 2030 wie geplant um rund 600 Millionen Euro drücken. Laut Jurecka geht es im Rückversicherungsgeschäft vor allem darum, Dinge anders und besser zu machen. Bei der Erstversicherungstochter Ergo stünden hingegen Effizienzmaßnahmen zur Kostensenkung im Vordergrund. So will Ergo bis 2030 stärker auf Künstliche Intelligenz setzen und etwa 1.000 Arbeitsplätze abbauen.

Unterdessen können sich die Anteilseigner der Munich Re auf eine deutlich höhere Dividende freuen. Für 2025 sollen sie je Aktie 24 Euro erhalten und damit ein Fünftel mehr als im Vorjahr, wie die Munich Re bereits am Vortag mitgeteilt hatte. Zudem will der Konzern bis zur Hauptversammlung 2027 bis zu 2,25 Milliarden Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken./stw/men/mis

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