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Sartorius enttäuscht mit neuen Mittelfristzielen - Aktie steigt dennoch 17.03.2026, 10:20 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Sartorius Vz. 227,35 EUR +4,70 % Lang & Schwarz
Sartorius Stedim Biotech 220,20 USD +7,41 % Nasdaq OTC

Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius DE0007165631 sieht sich in den kommenden Jahren weiter im Aufwind. Dabei setzt der Konzern auf den weiteren Vormarsch der Biotech-Märkte und will sich entsprechend ausrichten. So sollen Kernkompetenzen gestärkt, "aufstrebende" Geschäftsfelder gezielt ausgebaut und die eigene Effizienz gesteigert werden, "um auch zukünftig besser abzuschneiden als der Markt", sagte Konzernchef Michael Grosse laut Mitteilung vom Dienstag anlässlich des Kapitalmarkttages in Göttingen. Dazu legt der im vergangenen Juli angetretene Unternehmenslenker neue Mittelfristziele auf. Analysten zeigten sich zwar enttäuscht, an der Börse ging es aber im frühen Handel zuletzt um über fünf Prozent aufwärts.

Die Markterwartungen an den Gesamtkonzern dürften nun um rund 4 Prozent sinken, schrieb Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan in einer ersten Reaktion am Morgen. Allerdings habe es bereits Befürchtungen unter Investoren gegeben, dass Sartorius seine mittelfristigen Ambitionen abschwächen könnte, sodass angesichts des jüngst schwachen Laufs der Aktie ein Kursanstieg zu erwarten sei, argumentierte der Experte weiter.

Jefferies-Analyst James Vane-Tempest bemängelte die angestrebte organische Umsatz- sowie die Margensteigerung im Bereich Lab Products & Services (LPS), hier bleibe Sartorius hinter den Markterwartungen zurück. Dagegen fielen die Ziele in der Hauptsparte Bioprocess Solutions (BPS) im Rahmen der Erwartungen aus. Die Aktien der Tochter Sartorius Stedim Biotech verteuerten sich zuletzt um fast fünfeinhalb Prozent.

Sartorius geht unterdessen davon aus, dass bis Ende des Jahrzehnts biotechnologisch hergestellte Medikamente und Therapien rund 57 Prozent der weltweiten Pharmaumsätze ausmachen werden. Angesichts dieser Perspektiven werde der Konzern seine bisher nach eigenen Angaben führende Rolle in Feldern wie etwa Einweg-Technologien, Zellanalytik und Prozessintensivierung weiter festigen, hieß es. Künftige Wachstumschancen sieht das Management zudem etwa bei Zell- und Gentherapien, in der Prozessanalytik und in fortschrittlichen Zellmodellen, sowie in Plattformen für analytische Charakterisierung und Qualitätskontrolle.

Mit ihrem Wachstum wollen die Göttinger in den kommenden Jahren die relevanten Märkte jährlich um etwa 100 bis 200 Basispunkte übertreffen. Grosse sprach vor den Analysten von "ambitionierten" Zielen, die aber erreichbar seien. Auf Konzernebene peilt der Vorstandschef damit für 2027 bis 2030 ein organisches Umsatzplus von 8 bis 11 Prozent pro Jahr an. Beide Sparten sollen hierzu beitragen - wobei das Bioprozessgeschäft mit wechselkursbereinigt 9 bis 12 Prozent stärker zulegen soll als das Laborgeschäft, das um 5 bis 7 Prozent wachsen dürfte.

Zugleich will Sartorius seine Profitabilität weiter steigern. Die operative Marge (bereinigte Ebitda-Marge) des Konzerns soll jährlich um rund 0,50 bis 0,75 Prozentpunkte klettern. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr war die Marge auf 29,7 Prozent angezogen, für 2026 peilt Grosse eine weitere Steigerung auf etwas über 30 Prozent an.

Laut JPMorgan-Analyst Vosser impliziert die Mittelfristprognose eine Ergebnismarge von 32,8 Prozent im Jahr 2030. Dagegen hatte noch vor zwei Jahren Grosses Vorgänger Joachim Kreuzburg zum Kapitalmarkttag das Ziel einer Marge von rund 34 Prozent bereits im Jahr 2028 ausgerufen.

Tatsächlich hatte Sartorius die vergleichsweise hohe Marge von 34,1 Prozent im Boom- und Pandemiejahr 2021 erzielt. Seinerzeit hatte der Konzern allerdings massiv von der hohen Nachfrage etwa für die Produktion von Impfstoffen profitiert. Im Anschluss an die Pandemie brach der Bedarf wegen der noch hohen Lagerbestände bei den Abnehmern deutlich ein - und mit ihm die Margen der Niedersachsen. Inzwischen liegen diese Probleme aber weitestgehend hinter dem Konzern.

Wesentliche Treiber der künftigen Entwicklung sieht das Unternehmen den jetzigen Angaben zufolge vor allem in Skaleneffekten und in einem steigenden Umsatzanteil der margenstarken Verbrauchsmaterialien, aber auch in Optimierungen des täglichen Geschäfts. So will Sartorius etwa seine Lieferketten noch besser aufstellen und die Produktqualität und Effizienz der Serviceleistungen weiter steigern.

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