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Umbau bei Evotec macht Fortschritte - Mittelfristziele leicht gedämpft 05.11.2026, 11:10 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Der Wirkstoff-Entwickler Evotec DE0005664809 kommt bei seinem Umbau weiter voran, passt trotz der Fortschritte aber seine mittelfristigen Ambitionen leicht an. Die Hamburger wollten ursprünglich bis 2030 beim Umsatz die Milliardenmarke überspringen und rechnen sich nun bis dahin "rund eine Milliarde Euro" aus. Auch die Margenziele für die kommenden Jahre verschob das Unternehmen zur Vorlage des Quartalsberichts am Donnerstag etwas nach hinten. Konzernchef Christian Wojczewski rechnet sich jedoch zusätzliches Umsatzpotenzial von einer weiteren Milliarde aus, sollte sich das Portfolio an Partnerprogrammen noch stärker entwickeln als aktuell angenommen. Die Börse reagierte positiv.

Das im SDax DE0009653386 notierte Papier stieg am Vormittag um gut 6,5 Prozent. Vorangegangen ist aber ein deutlicher Abschwung. Seit Jahresbeginn hat der Kurs des ehemaligen Vorzeigekinds des Biotechsektors um fast die Hälfte nachgegeben, binnen fünf Jahren gar um mehr als 90 Prozent. Mit rund drei Euro kostet eine Aktie derzeit so viel wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Dabei hatte der Konzern in der Corona-Zeit noch von der hohen Nachfrage aus dem Pharmasektor profitiert und die Aktie war bis auf fast 46 Euro hochgeschossen.

Eine schwache Nachfrage nach der Pandemie, zunehmender Kostendruck und ein Cyberangriff zwangen das Unternehmen dann jedoch zur Umstrukturierung, die Konzernchef Christian Wojczewski derzeit vorantreibt. Das seit dem Frühjahr laufende Umbauprogramm "Horizon" kam zuletzt schneller voran als geplant, sagte der Manager der Mitteilung zufolge. Die eingeleiteten strukturellen Maßnahmen hätten bereits zu messbaren finanziellen und operativen Verbesserungen geführt.

Die Hamburger wollen ihr Betriebsmodell grundlegend neu ausrichten und ihre Kernkompetenzen in sogenannten Exzellenzzentren bündeln. Bis Ende September sei mehr als ein Fünftel der bis Ende 2027 geplanten Einsparungen realisiert worden, so der Manager. Evotec will seine Kostenbasis bis dahin um 75 Millionen Euro nachhaltig verringern. 2026 sollen hiervon bis zu 30 Prozent erreicht sein.

Um zu sparen, macht Evotec vier Werke dicht und baut früheren Angaben zufolge bis zu 800 Stellen ab. Drei der Standortschließungen sollen bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, die vierte dann im ersten Quartal 2027. Von den geplanten Personalmaßnahmen sei bisher rund die Hälfte umgesetzt, hieß es weiter.

Auch kommerziell gewinne die Umsetzung der neuen Strategie an Dynamik, betonte der Manager. Unter anderem seien mehrere neue Partnerschaften auf Basis der Technologieplattformen des Konzerns an den Start gegangen und der Kundenstamm gewachsen. Zudem steige die Zahl potenzieller Partnerschaften.

Dennoch lassen sich höhere Margen wohl nicht ganz so schnell erreichen wie zunächst geplant: So soll nun die Marge gemessen am um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigte Ebitda-Marge) bis Ende 2028 bei 20 Prozent herauskommen und bis Ende 2030 auf mehr als 20 Prozent klettern. Zuletzt wollte Evotec diese Schwellen jeweils schon bis zum Jahr 2028 beziehungsweise bis 2030 erreichen. Zuvor war sogar eine Marge von mehr als 20 Prozent bereits für 2028 angepeilt gewesen.

Wie bereits seit der Vorlage vorläufiger Zahlen Mitte Oktober bekannt ist, ging der Umsatz von Evotec in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 Prozent auf gut 465 Millionen Euro zurück. Im dritten Quartal nahm Evotec aber Fahrt auf, der Erlös lag mit knapp 165 Millionen Euro über dem Niveau der ersten beiden Jahresviertel.

Allerdings rutschte der Konzern noch tiefer in die roten Zahlen: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag endgültigen Berechnungen zufolge nach den ersten drei Quartalen bei minus 44,3 Millionen Euro, minus 16,9 Millionen waren es ein Jahr zuvor. Unter dem Strich stand ein Verlust von gut 195 Millionen Euro nach minus 118 Millionen im Vorjahr.

Die im Sommer gesenkte Prognose bestätigte Evotec. Seit Juli plant das Management für das Gesamtjahr mit einem rückläufigen Konzernumsatz bei 570 Millionen bis 610 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis wird bei minus 105 bis minus 70 Millionen Euro erwartet, nach plus 41 Millionen im Jahr 2025. Evotec hatte die Senkung der Prognose seinerzeit unter anderem mit Verzögerungen bei der Aushandlung strategischer Partnerschaften und angepassten Zeitplänen für Meilensteinzahlungen begründet.

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