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Was Lyten auf der Elektroauto-Batteriefabrik-Baustelle bei Heide plant 08.10.2025, 17:46 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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KIEL (dpa-AFX) - Den deutschen Standort des insolventen schwedischen Batterieherstellers Northvolt bei Heide in Schleswig-Holstein wähnt Lyten-Chef Dan Cook im Vorteil. "Es wurden wichtige Grundlagen geschaffen: Die Fläche ist entwickelt, es gibt ein starkes Team, zusammen mit der Region und dem Land", sagte Cook der Deutschen Presse-Agentur. "Die Standortvorteile, allen voran die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien, sind unverändert."

Am Mittwoch haben die Landesregierung und Cook in Kiel über die Pläne für die Baustelle gesprochen. Danach stellte sich der Unternehmer den Fragen des Wirtschaftsausschusses.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach von einem wichtigen Austausch zu Plänen und Überlegungen von Lyten. "Das heutige Gespräch mit Dan Cook war konstruktiv und vertrauensvoll." Dass Lyten frühzeitig den Dialog mit der Landesregierung gesucht und großes Interesse habe, den Standort Heide weiterzuentwickeln, sei ein wichtiges Signal. "Schleswig-Holstein steht bereit, diesen Prozess eng zu begleiten und gemeinsam die Chancen für die Region und den Industriestandort zu nutzen."

Cooks Pläne

Lyten-Mitgründer Cook sagte dpa, "Schleswig-Holstein ist ein Energie-Pionier, wir sind ein Technologie-Pionier - uns eint eine Macher-Mentalität". Das passe gut und werde förderlich sein, die richtigen Bedingungen für Lyten in Dithmarschen zu schaffen.

Lyten hatte im August angekündigt, alle verbliebenen Standorte des insolventen Batterieherstellers zu übernehmen. Darunter ist auch die im Bau befindliche Fabrik in Schleswig-Holstein. Die zuständige staatliche Behörde ISP hat den Kauf nach früheren Angaben von Insolvenzverwalter Mikael Kubu genehmigt. Der Deal soll bis Ende Oktober abgeschlossen sein.

"Der Verkaufsprozess läuft und Details unterliegen der Vertraulichkeit, aber grundsätzlich planen wir für die Batteriezellfabrik bei Heide einen gestuften und modularen Ansatz mit unterschiedlichen Chemien - von Northvolts NMC Lithium-Ionen-Technologie bis zur proprietären Lithium-Schwefel-Technologie von Lyten - und mit einer intelligenten sowie datenorientierten Fertigungsstrategie", sagte Cook.

Es wichtig, ein ganzheitlich gedachtes und innovationsgetriebenes Ökosystem aufzubauen, sagte Cook. "Die Kundenbasis soll breiter aufgestellt werden mit Batterien für E-Mobilität, aber auch für Energiespeicher und industrielle Anwendungen."

Batterien hätten sich zu einer Technologie entwickelt, die für die Energieunabhängigkeit sowie die wirtschaftliche und nationale Sicherheit in Europa von zentraler Bedeutung ist, sagte Cook. Die Nachfrage in Europa nehme zu. "Mit dem geplanten Kauf in Deutschland kann Lyten seine Mission beschleunigen, die USA und Europa mit sauberen und lokal produzierten Batterien und Energiespeichersystemen zu versorgen."

Wie viel wird es kosten?

Noch sind viele Fragen offen, beispielsweise zur möglichen Förderung. Nicht nur für das Land, sondern auch für den Bund hat die Bürgschaft in Höhe von 600 Millionen Euro für den Bau einer Batteriefabrik für Elektroautos durch Northvolt teure Folgen. Schleswig-Holstein übernahm davon 300 Millionen Euro.

Cook verwies auf die lange Tradition des privaten Unternehmens bei der Kapitalbeschaffung. Was staatliche Finanzierungen betreffe, sei Lyten selbstverständlich offen für die Mittel, die die Europäische Gemeinschaft Technologieunternehmen zur Verfügung stelle. Für private Unternehmen sei es jedoch wichtig, für den Großteil ihrer Entwicklungsaktivitäten private Mittel zu nutzen, schob er direkt hinterher.

Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) gefällt, dass es Cook gewohnt sei mit privatem Geld zu agieren. "Aber er sagt natürlich auch, er erwartet, dass Europa, also Brüssel, ein Stück weit mit einem Tech-Programm kommt." Für ihn sei Geld aber nicht die erste Voraussetzung. "Das ist schon mal eine gute Nachricht. Trotzdem brauchen wir natürlich hierzu den Business Case."

Sein Vorgänger Bernd Buchholz (FDP) bezeichnete Cook als technologisch innovativen Investor. "Ob man in der Lage ist, dort die entsprechenden Finanzen zu stemmen, ein solches Thema wie das Invest in Heide zu realisieren, das kann ich heute nicht sagen." Der Fall Northvolt sei deshalb so problematisch, "weil die staatlichen Subventionen in einer solchen Dimension ausgereicht worden sind, dass das Risiko in Wahrheit auf Seiten der öffentlichen Hand lag und nicht mehr beim Investor. Wenn das hier bei Lyten anders sein sollte, weil dahinter Venture Capital in großer Größenordnung steht, dann soll uns das alles völlig recht sein." Darum werde es nun in Gespräche mit der staatlichen Förderbank KfW und dem Bund gehen.

Der SPD-Wirtschaftspolitiker Kianusch Stender sprach über die Produktionspläne: "Heute wurde uns gesagt, dass Batterien produziert werden sollen weiterhin. Das werden vermutlich keine Autobatterien erst mal sein." Die SSW-Wirtschaftspolitikerin Sybilla Nitsch hat einen positiven Eindruck. "Mit rund 1.000 geplanten Arbeitsplätzen wird auch die Produktionskapazität deutlich geringer ausfallen."

Northvolt einst große Hoffnung

Der Chef der deutschen Northvolt Drei Project GmbH, Nicolas Steinbacher, sagte dpa, "gemeinsam mit dem Team von Lyten arbeiten wir mit Hochdruck daran, die kommerziellen sowie die rechtlichen und regulatorischen Bedingungen für einen erfolgreichen Verkaufsabschluss zu erfüllen". Dafür brauche es die Unterstützung aller Beteiligten des Projekts auf allen Ebenen - von der Region übers Land bis zum Bund.

Northvolt galt als Hersteller von Batterien für E-Autos lange Zeit als große Hoffnung der europäischen Automobilbranche. Die Schweden expandierten, mussten jedoch immer wieder neue Rückschläge wie den Rückzug eines Milliardenauftrags für Batteriezellen durch den Autobauer BMW verkraften und mit immer größer werdenden Schulden ringen. Wegen anhaltender Finanzierungsprobleme hatte Northvolt Mitte März Insolvenzantrag für den Betrieb in Schweden gestellt./akl/DP/men

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