Trump legt im Foto-Streit mit Meloni nach 20.06.2026, 20:23 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Im Streit um angebliche Foto-Wünsche von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat US-Präsident Donald Trump die Regierungschefin scharf attackiert und ihr mangelnde Unterstützung für das US-Vorgehen gegen Iran vorgeworfen. Nach dem Militäreinsatz der USA wolle "sie wieder Freundschaft schließen, um ihre "Umfragewerte zu verbessern"", schrieb der Republikaner auf der Plattform "Truth Social" - gefolgt von einem "Nein danke!!!".

Trump wiederholte seine Behauptung, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel um ein Foto angefleht - was die Italienerin bereits strikt zurückgewiesen und als "völlig erfunden" bezeichnet hatte. Italiens Außenminister Antonio Tajani sagte in Reaktion auf die "schweren und beleidigenden" Worte Trumps einen geplanten Besuch in den USA ab.

Meloni galt lange als Brückenbauerin

Trump unterstellte in seinem Post nun, Melonis Beliebtheitswerte in Italien seien gesunken, weil sie den USA die Unterstützung im Vorgehen gegen den Iran versagt habe: "Sie gestattete uns nicht einmal die Nutzung italienischer Landebahnen - ein erheblicher logistischer Nachteil", schrieb Trump.

Die rechte Politikerin galt zuvor lange Zeit als Brückenbauerin zwischen Europa und den USA. Das Verhältnis verschlechterte sich deutlich, nachdem die rechte Regierungschefin Trumps verbalen Angriff auf Papst Leo XIV. als "inakzeptabel" bezeichnet hatte.

Gute Trump-Beziehungen als innenpolitischer Nachteil für Meloni?

Bereits im Januar hatte sich Meloni nach Trumps Zollankündigungen gegen mehrere EU-Länder im Grönland-Konflikt vorsichtig distanziert. Im Iran-Krieg hatte die 49-Jährige eine italienische Beteiligung an den amerikanisch-israelischen Angriffen abgelehnt. Italien verweigerte zudem mehreren US-Flugzeugen die Landung auf dem Stützpunkt Sigonella auf Sizilien für den Krieg gegen den Iran.

Die Behauptung Trumps, Meloni wolle ihre Beliebtheitswerte durch ein Foto mit ihm steigern, steht im Kontrast zu Einschätzungen einiger Experten, wonach Melonis Nähe zu ihm ihr innenpolitisch eher geschadet als genutzt habe.

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