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Warum der Bahnhof von Stuttgart 21 keine Klimaanlage bekommt 18.08.2026, 12:56 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Deutsche Bahn (DB) hat in einem Video im Internet erklärt, warum im neuen Stuttgarter Tiefbahnhof keine Klimaanlage geplant ist, und dafür viel Spott geerntet. "Weil der Bahnhof erst zur nächsten Eiszeit fertiggestellt sein wird. Clever", schreibt ein User unter dem auf Youtube veröffentlichten Clip der Bahn. "Da werden sich meine Ur-ur-ur-Enkel freuen über angenehme Temperaturen bei der Eröffnung", schreibt ein anderer - und bezieht sich damit darauf, dass die Bahn die Eröffnung des Bahnhofs erst jüngst um weitere fünf Jahre auf Ende 2031 verschoben hatte.

In dem Video erklärt die Bahn, dass der neue Tiefbahnhof wegen seiner Lage in der Erde ohne eine zusätzliche Klimaanlage auskomme. "Dadurch nehmen die Bauteile die Temperatur des Untergrunds an und das massige Bauwerk im Zusammenspiel mit der Einbettung in das Erdreich bewirkt, dass die Temperaturen hier im Inneren relativ konstant bleiben", erklärt René Krull vom technischen Projektmanagement von Stuttgart 21 in dem Video.

Zudem liege der Bahnhof am tiefsten Punkt des Stuttgarter Talkessels. Alle Tunnel, die daran anschließen, führten nach oben, heißt es in dem Video. "Das heißt, einströmende Luft kühlt sich ab und drückt nach unten in den Bahnhof rein. Das sorgt dafür, dass die Temperatur im Bahnhof relativ konstant über das gesamte Jahr bleibt", erklärt Krull. Hinzu komme die Bewegung der Züge. Diese sorge ebenfalls für einen Wechsel der Luft zwischen Tunnel und Bahnhof.

Zuschauer sind skeptisch: Warum ist die S-Bahn-Station heiß?

Zuschauer des Videos sehen die Erklärungen und die nicht geplante zusätzliche Klimatisierung kritisch. "Ich bin gespannt, wie das dann ist, wenn die Abwärme der ganzen Elektroloks, ICEs und Co. noch dazu kommt", schreibt ein Kommentator. Eine andere Nutzerin fragt sich, warum der Bahnsteig der benachbarten und ebenfalls unterirdisch liegenden S-Bahn-Station im Sommer immer heiß und stickig sei. Andere Zuschauer berichten von ähnlichen Erfahrungen etwa in der Londoner U-Bahn.

Den Unterschied zur nahegelegenen unterirdischen S-Bahn-Station erklärt ein Bahnsprecher mit der Länge der anschließenden Tunnel. Beim Stuttgart-21-Bahnhof seien diese zwischen drei und neun Kilometer lang und lägen bis zu 220 Meter in der Tiefe. "Die S-Bahn-Haltestelle Hauptbahnhof ist hingegen nur wenige Dutzend Meter vom Tunnelportal, das im Gleisvorfeld des alten Kopfbahnhofs liegt, entfernt, und profitiert daher nicht von in beidseitigen Tunneln abgekühlter Luft", so der Sprecher.

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