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Airbus erwartet Rekordjahr - Knappe Triebwerke bremsen 19.02.2026, 14:14 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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(Im siebten Absatz, letzter Satz, wurde ein Tippfehler in der Typbezeichnung behoben: A400M rpt A400M.)

TOULOUSE (dpa-AFX) - Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus will 2026 so viele Jets an Kunden übergeben wie nie zuvor. Nach dem schwierigen Produktionsausbau der vergangenen Jahre plant Vorstandschef Guillaume Faury nun die Auslieferung von rund 870 Verkehrsflugzeugen. Damit würde Airbus seinen Rekord von 863 Maschinen aus dem Jahr 2019 übertreffen. Der Produktionsausbau kommt aber weiter langsamer voran als geplant. Wesentliche Schuld daran gab Faury dem Triebwerkshersteller Pratt & Whitney. Analysten hatten für 2026 im Schnitt einen stärkeren Anstieg der Auslieferungen auf mehr als 900 Maschinen erwartet. Die Aktie gab auf Tradegate am Morgen im Vergleich zum Schlusskurs am Vortag um rund vier Prozent nach.

Dass das Tochterunternehmen des US-Konzerns RTX nicht die bestellte Zahl von Triebwerken liefere, "wirkt sich negativ auf die Prognose für dieses Jahr und den Produktionsanstieg aus", erklärte der Manager und sprach von einem "signifikanten Rückstand" des wichtigen Zulieferers.

So dürfte die Produktion der meistgefragten Airbus-Modellfamilie A320neo bis Ende 2027 nur auf 70 bis 75 Maschinen pro Monat klettern. Bisher hatte Faury das obere Ende der Spanne angepeilt und selbst dieses Ziel zuvor mehrfach nach hinten verschoben. Eine stabile Produktionsrate von 75 erwartet er erst nach 2027. Zudem passte der Manager seinen Zeitplan für das kleinere Modell A220 an.

Zudem erwartet die Airbus-Führung im laufenden Jahr vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigtes Ebit) nur einen Gewinnanstieg auf rund 7,5 Milliarden Euro. Branchenexperten hatten im Schnitt mehr als 8 Milliarden auf dem Zettel.

In den vergangenen Jahren hatte Airbus seine Auslieferungsziele wegen knapper Triebwerke und anderer Bauteile mehrfach verfehlt. 2025 konnten die Triebwerkshersteller ihre Rückstände aus der ersten Jahreshälfte zwar aufholen, doch ein Zulieferer von Rumpfteilen durchkreuzte die Pläne des Managements: Wegen Qualitätsmängeln an bestimmten Rumpfverkleidungen musste Airbus ab November hunderte schon fertige Jets überprüfen. Statt der ursprünglich geplanten 820 Maschinen übergab der Hersteller deshalb nur 793 an Kunden.

Trotz der Probleme übertraf Airbus im Gesamtjahr seine Finanzziele und schnitt zugleich besser ab als von Analysten im Schnitt erwartet. So wuchs der Umsatz um sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn sprang um ein Drittel auf etwas mehr als 7,1 Milliarden Euro nach oben, und unter dem Strich stand ein Überschuss von rund 5,2 Milliarden Euro, fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Die Dividende soll um 20 Cent auf 3,20 Euro je Aktie steigen.

Zuwächse gab es nicht nur im Hauptgeschäft mit Passagierflugzeugen. Auch die Hubschraubersparte konnte ihren Umsatz und ihren bereinigten operativen Gewinn steigern. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte schaffte es zurück in die Gewinnzone, nachdem hohe Sonderkosten für Satellitenprogramme und den Militärtransporter A400M den Geschäftsbereich im Vorjahr tief in die roten Zahlen gerissen hatten.

Unterdessen steckt Airbus' Hauptrivale Boeing weiterhin in einer tiefen Krise. Im vergangenen Jahr erzielte der US-Konzern seinen ersten Jahresgewinn seit 2018 - und verdankte dies nur dem Verkauf einer Sparte.

Seit zwei tödlichen Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 und einem längeren Startverbot für sein wichtigstes Modell 737 Max hatte Boeing in vielen Bereichen mit Qualitätsmängeln zu kämpfen und dem Vorwurf, an der Sicherheit zu sparen. Nach einem Beinahe-Unglück Anfang 2024 griffen die Behörden durch.

Im vergangenen Jahr erholte sich der Hersteller zwar ein gutes Stück und lieferte mit 600 Passagier- und Frachtjets weitaus mehr Maschinen aus als im Vorjahr. Allerdings lag der einstige Weltmarktführer weiterhin weit hinter Airbus zurück und schrieb im Tagesgeschäft erneut tiefrote Zahlen./stw/nas/jha/men

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