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Weidmann

Bund soll vorerst Aktionär bei Commerzbank bleiben 23.08.2026, 17:29 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Commerzbank 39,10 EUR +0,13 % Lang & Schwarz
UniCredit 83,61 EUR +0,15 % Lang & Schwarz

Aus Sicht von Commerzbank DE000CBK1001-Aufsichtsratschef Jens Weidmann sollte der Bund vorerst Aktionär bei der Commerzbank bleiben. "Die Beteiligung war Teil einer Rettungsmaßnahme, deshalb sollte sich der Bund perspektivisch zurückziehen", sagte Weidmann der "Süddeutschen Zeitung". "In der aktuellen Phase macht es aber Sinn, dass der Bund weiter Aktionär bleibt, um die Interessen des Standorts Deutschland aktiv zu vertreten", so Weidmann mit Blick auf das Übernahmeringen mit der italienischen Unicredit IT0005239360.

Der Bund ist seit der Finanzkrise an der Commerzbank beteiligt. Als er vor zwei Jahren einen Teil verkaufte, nutzte Unicredit dies zum Einstieg. Derzeit hält der Bund noch rund 12 Prozent an der Commerzbank und ist damit zweitgrößter Aktionär nach der italienischen Großbank. Die Unicredit, die im Mai ein Angebot für die Commerzbank vorgelegt hatte, hat sich den Zugriff auf fast 50 Prozent der Anteile gesichert. Der Bund hat bisher einen Verkauf seiner Anteile abgelehnt. Zuletzt gab es aber Spekulationen, wonach die Bundesregierung offen für einen Ausstieg sein könnte, sofern sich beide Banken im Übernahmeringen auf eine gemeinsame Strategie verständigen sollten.

"Unicredit-Einstieg wirft Fragen auf"

Zugleich forderte Weidmann eine Überprüfung des deutschen Übernahmerechts. Der Einstieg der Unicredit bei der Commerzbank werfe Fragen auf. Von den rund 73 Prozent der Commerzbank-Aktien, die der Unicredit hätten angedient werden können, seien nur knapp 18 Prozent angedient worden. Groß- und Privatanleger hätten sich daran mit weniger als drei Prozent beteiligt, der Rest entfalle auf mit Unicredit verbundene Banken, sagte Weidmann. "So konnte Unicredit mit einem finanziell unattraktiven Angebot eine Mehrheit erreichen, ohne eine angemessene Kontrollprämie zu bezahlen. Das wirft Fragen zum Übernahmerecht in Deutschland auf, das sich der Gesetzgeber vielleicht anschauen sollte."

Zugleich warnte Weidmann vor möglichen Einschnitten bei der Commerzbank. Um nach dem Plan von Unicredit binnen zwölf Monaten 1,3 Milliarden Euro Kosten einzusparen, müsse auch in Deutschland massiv reduziert werden.

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