Broadcom profitiert von zwei neuen KI-Deals mit Google und Anthropic – ein starkes Signal für mehr Planungssicherheit im KI-Boom. Eine HKCM-Analyse.
Broadcom legte deutlich zu, nachdem der Konzern zwei eng verzahnte KI-Deals offengelegt hatte. Broadcom wird für Google bis 2031 künftige Generationen maßgeschneiderter KI-Chips sowie weitere Komponenten für neue AI-Racks entwickeln und liefern. Gleichzeitig erhält Anthropic ab 2027 Zugang zu rund 3,5 Gigawatt KI-Rechenleistung auf Basis von Googles Prozessoren. Finanzielle Details nannten die Beteiligten nicht.
Broadcom profitiert vom KI-Boom rund um Google-TPUs
Im KI-Boom gewinnen nicht nur die Unternehmen mit bekannten Chatbots, sondern auch jene Firmen, die die technische Infrastruktur dafür bauen. Genau das macht Broadcom. Der Konzern entwickelt in der Regel nicht den kompletten KI-Chip allein, sondern arbeitet mit Kunden wie Google an deren Spezialprozessoren und liefert zusätzlich Netzwerktechnik, ohne die große KI-Rechenzentren gar nicht effizient laufen würden.
Für Google passt das perfekt in die eigene Strategie. Der Konzern baut seine Tensor Processing Units, kurz TPUs, seit Jahren als Alternative zu den dominanten und teuren Nvidia-GPUs aus. Mit Ironwood stellte Google 2025 bereits seine siebte Generation vor – nach eigenen Angaben die bislang leistungsstärkste und energieeffizienteste, ausgelegt auf große KI-Modelle und rechenintensive Inferenz. Broadcom hilft dabei, aus dieser Strategie reale Hardware zu machen.
Damit performt Broadcom in den vergangenen Tagen deutlich besser als die Indizes Nasdaq und S&P 500, in welchen die Aktie ebenfalls enthalten ist. Neben Google ist Anthropic der entscheidende Punkt: Erst reale Nutzung macht Rechenzentren, Chips und Netzwerke wertvoll. Genau das zeigt Anthropic mit stark steigenden Erlösen und einer schnell wachsenden Zahl großer Unternehmenskunden.
Zugleich baut das Unternehmen neue Kapazität vor allem in den USA auf, investiert massiv in Recheninfrastruktur und verteilt seine Nachfrage auf Google, Amazon und Nvidia. Für Broadcom ist das ein starkes Signal: Die KI-Nachfrage ist so groß, dass sie mehrere Plattformen gleichzeitig trägt. So wird aus einem Liefervertrag ein Beleg für ein wachsendes KI-Ökosystem. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz im vergangenen Quartal um 28 Prozent.
HKCM-Analyse: Broadcom gewinnt vor allem eines – Sichtbarkeit
Aus charttechnischer Sicht zeigt Broadcom auf Tagesbasis nach einem zuvor stockenden Abwärtstrend inzwischen eine umfangreiche Gegenbewegung. Die vorherige Rally kann als impulsive Elliott-Wellen-Struktur gewertet werden, auf die im Hochbereich eine übergeordnete Gegenbewegung folgte.
Im Fokus steht nun die laufende Korrektur, die sich als klassische A-B-C-Struktur lesen lässt: Innerhalb der ersten Abwärtswelle kam es zu einer starken Gegenbewegung. Solche Bewegungen sind in einer übergeordneten Korrektur nicht ungewöhnlich, zeigen aber den aktuellen Kampf um die mittelfristige Richtung. Broadcom bleibt technisch in einer spannenden Übergangsphase zwischen möglicherweise anhaltender Korrektur oder Übergang zur Alternative.
Für die weitere Entwicklung ist entscheidend, ob Broadcom die aktuelle Stärke wieder abverkauft. Geschieht das, setzt sich die laufende Korrektur weiter fort. Ein dynamischer Anstieg über wichtige Widerstände könnte aber auch rasch auf neue Allzeithochs führen. Insgesamt bleibt die Aktie kurzfristig anfällig, mittelfristig aber mit Potenzial für eine weitere Aufwärtsstruktur.
Für die vollständige Einordnung der laufenden Wellenstruktur und die daraus ableitbaren Szenarien kann sich ein Blick in das Tech33-Paket der HKCM lohnen. Disclaimer: Unsere Analyse ist keine Anlageberatung!
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