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Wochenrückblick KW 38-2026! Die Fed gewinnt – aber nur auf Zeit! 20.09.2026, 14:25 Uhr von MediaFeed

Gehandelt...: Wochenrückblick KW 38-2026! Die Fed gewinnt – aber nur auf Zeit!
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Fed und Bank of Japan erhöhen die Zinsen, doch Öl und Renditen bleiben hoch. Gold und Silber gewinnen – die Entspannung an den Märkten könnte nur von kurzer Dauer sein.

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Botschaft dieser Börsenwoche ist klar: Die US-Notenbank hat den Märkten eine Atempause verschafft – den Kampf gegen Inflation und hohe Renditen aber noch lange nicht gewonnen. Die erste Zinserhöhung der Federal Reserve seit 2023 brachte zunächst Ruhe in den Anleihehandel und drückte auch den Ölpreis.

 

Doch die Erleichterung hielt nicht bis zum Wochenschluss. Vor allem Europas Börsen gingen nahe ihren Wochentiefs aus dem Handel, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen am Freitag erneut über 5 % stieg. Die Fed hat Zeit gekauft, aber noch keine Entwarnung geliefert.

 

Fed setzt ein Signal – mehr aber noch nicht!

 

Wie erwartet erhöhte die Fed ihre Zielspanne um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 %. Kevin Warsh erklärte, die Notenbank habe damit einen Teil der geldpolitischen Unterstützung zurückgenommen. Das war bewusst gewählt: Die Zinserhöhung war kein einmaliger Warnschuss, sondern der mögliche Beginn einer weiteren Straffung.

 

Dafür sprechen auch die neuen Projektionen. Die Fed erwartet für 2026 eine PCE-Inflation von 3,7 % und eine Kernrate von 3,4 %. Beide Werte liegen deutlich über dem Ziel von 2 %. Die mittlere Zinserwartung der Notenbanker liegt Ende 2026 und Ende 2027 bei jeweils 4,1 %. Weitere Schritte bleiben damit möglich, werden aber von den kommenden Konjunktur- und Inflationsdaten abhängen.

 

Die Bond-Wächter sind noch nicht besiegt!

 

Die erste Marktreaktion fiel vergleichsweise gelassen aus. Sinkende Ölpreise und die klare Entscheidung der Fed bremsten den Renditeanstieg zunächst. Doch zum Freitag kehrte der Druck zurück: Die zehnjährige US-Rendite überschritt erneut die Marke von 5 % – genau jene Schwelle, die Aktienbewertungen und Finanzierungskosten besonders belastet.

 

Quelle: Onvista

 

Der Dow Jones verlor auf Wochensicht rund 1,7 %, während der Nasdaq 100 etwa 0,9 % gewann. Diese Spreizung zeigt, dass Anleger weiterhin selektiv vorgehen. Wachstums- und KI-Titel bleiben gefragt, doch hohe Kapitalkosten begrenzen die Risikobereitschaft in der Breite. Von einem endgültigen Sieg der Fed über die sogenannten Bond Vigilantes kann deshalb noch keine Rede sein.

 

Japan verschärft den globalen Zinskurs!

 

Auch die Bank of Japan zog nach und erhöhte ihren geldpolitischen Satz mit sieben zu zwei Stimmen auf 1,25 % – den höchsten Stand seit 31 Jahren. Wirksam wird der Schritt am 24. September. Hintergrund sind steigende Importkosten durch den schwachen Yen, hohe Rohölpreise sowie zunehmender Preisauftrieb durch Löhne und die globale KI-Nachfrage.

 

Bemerkenswert ist der Ausblick: Die Bank of Japan stellte weitere Zinserhöhungen in Aussicht, sofern sich Wirtschaft, Preise und Finanzierungsbedingungen entsprechend entwickeln. Damit verschärft sich der internationale Zinstrend zusätzlich – und ein jahrzehntelang verlässlicher Lieferant billiger Liquidität wird vorsichtiger.

 

Öl fällt – das Inflationsrisiko bleibt!

 

Brent startete fest in die Woche, gab anschließend jedoch deutlich nach und notierte zum Ende des Berichtszeitraums bei rund 103 bis 104 USD je Barrel. Der MarketScreener-Wochenvergleich wies zeitweise ein Minus von gut 4 % aus. Das sorgte für Entlastung, weil niedrigere Energiepreise den unmittelbaren Inflationsdruck dämpfen.

 

Doch die Ruhe bleibt fragil. Angriffe auf saudische Infrastruktur, mögliche Einschränkungen von Lieferungen nach Europa und die Lage rund um das Rote Meer und Bab el-Mandeb halten die Risikoprämie hoch. Besonders Diesel rückt in den Mittelpunkt, weil steigende Kraftstoff-, Fracht- und Produktionskosten nahezu jede Lieferkette treffen. Die Fed kann die Nachfrage bremsen – geopolitisch bedrohte Transportwege oder ausgefallene Ölströme kann sie nicht reparieren.

 

Gold und Silber zeigen relative Stärke!

 

Edelmetalle nutzten die Unsicherheit eindrucksvoll. Spotgold stieg am Freitag laut Reuters auf rund 4.390 USD je Unze, Silber auf etwa 66,70 USD. Besonders bemerkenswert: Die Gewinne erfolgten trotz eines zeitweise auf ein Siebenwochenhoch gestiegenen US-Dollars und trotz hoher Anleiherenditen.

 

Quelle: minergybiz auf X

 

Gold und Silber behaupten sich damit in einem Umfeld, das eigentlich gegen unverzinste Edelmetalle spricht. Geopolitische Risiken, Inflationssorgen und die Suche nach Vermögensschutz bleiben starke Gegengewichte zur strafferen Geldpolitik. Für Minenwerte bleibt das langfristige Umfeld damit konstruktiv, auch wenn hohe Zinsen kurzfristig für deutliche Schwankungen sorgen dürften.

 

Fazit: Jetzt müssen die Konjunkturdaten liefern!

 

Nach der Welle von Zentralbankentscheidungen rückt in der kommenden Woche wieder die wirtschaftliche Aktivität in den Vordergrund. Am Mittwoch stehen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für September an, am Freitag folgen in den USA die Auftragseingänge für langlebige Güter. Sie werden zeigen, wie stark hohe Zinsen und Energiekosten die Unternehmen bereits treffen.

 

Für Anleger bleiben drei Größen entscheidend: die Marke von 5 % bei zehnjährigen US-Renditen, die weitere Entwicklung der Diesel- und Ölpreise sowie die Widerstandsfähigkeit von Gold und Silber. Die Fed hat die Märkte zunächst stabilisiert, den Inflationskonflikt aber nicht gelöst. Zentralbanken können Geld verteuern – zusätzliche Energie, sichere Lieferwege und neue Rohstoffvorkommen entstehen dadurch nicht.

 

Weitere interessante Informationen finden Sie in unserem folgenden Wochenrückblick.

 

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Viele Grüße

Ihr

Jörg Schulte

JS Research GmbH

 

 

Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, Federal Reserve – Zinsentscheidung, Fed-Projektionen, Bank of Japan, Reuters – Gold und Silber, Reuters – Anleiherenditen und Öl, Reuters – saudische Lieferungen, MarketScreener, eigener Research; Intro Bild: KI generiert

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