Halbleiter Aktien unter dem Radar
Halbleiter gelten als das Rückgrat der Informationstechnologie, ja als die Grundlage der gesamten Weltwirtschaft. Mit dem Durchbruch von künstlicher Intelligenz (KI), ausgelöst durch den Siegeszug von ChatGPT, erfuhren zahlreiche Halbleiter Aktien eine Neubewertung. Denn für die Entwicklung von KI sind einige Halbleiter unverzichtbar.
Zugpferd dieser KI-Chip-Manie? Die Nvidia Aktie (ISIN: US67066G1040) mit einer 1-Jahres-Performance von +135 Prozent. Doch mittlerweile hat sich die Euphorie gelegt und neue Gewinner des Megatrends sind in den Vordergrund getreten. Etwa die Broadcom Inc. (ISIN: US11135F1012), die die Nvidia Aktie in den letzten 12 Monaten mit +223 Prozent sogar outperformte. Doch so vielversprechend die Aussichten auch sind: Beide Werte notieren nahe Allzeithoch.
Die Trendstärke könnte anhalten. Doch insbesondere konservative Anleger scheuen nach derartigen Rallyes Investments. Aktienhaus Lauer hat zwei unbekannte Halbleiter Aktien aufgespürt. Die Aktien performen weit unter dem Radar der meisten Börsianer, haben teils deutlich korrigiert und sogar mit dem Megatrend KI zu tun.
FormFactor
Den Auftakt macht die Aktie der FormFactor Inc. (ISIN: US3463751087) – ein Fliegengewicht gegenüber Nvidia & Co., bezogen auf die Marktkapitalisierung von rund 3,2 Milliarden US-Dollar! Angesichts einer 1-Jahres-Performance von +15,1 Prozent steht die Aktie im Vergleich mit anderen Small Caps aus dem Chipsektor recht gut da. Das US-Unternehmen stellt keine eigenen Chips her, sondern hat sich auf Testmaschinen sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten (F&E) spezialisiert. Konkret liefert FormFactor Mess- und Kontrollsysteme, die den gesamten Zyklus von Halbleiterprodukten, angefangen bei der Charakterisierung über die Modellierung und das Design-Debugging bis hin zu finalen Qualitätskontrollen ermöglichen. Die Produkte sind gefragt, insbesondere in Boomphasen. Und: In Zeiten stagnierender Märkte, in denen Kunden verstärkt auf die Qualität der Halbleiter achten, erweist sich das Testsystem-Geschäft häufig als rentabler als die eigentliche Chip-Fertigung.
Allerdings tummeln sich zahlreiche Anbieter in diesem Segment. Vor allem der Bereich der ATE (Automated Test Equipment), also vollautomatisierte Testsysteme, gilt als hart umkämpft. So können sich auch Spezialisten wie FormFactor nicht komplett den Aufs und Abs der Halbleiterbranche entziehen, schließlich korreliert die Abnahme der Messsysteme mit der grundsätzlichen Nachfrage nach Halbleitern. Da sich das Unternehmen auf individuelle Kontrollsysteme im Bereich Wafer-Testing und Package-Testing spezialisiert hat, ist man dennoch weniger anfällig gegenüber den gefürchteten Schweinezyklen, die in der Branche regelmäßig Verwerfungen hervorrufen.
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Probe Cards werden vor dem Herausschneiden von Chips (Dicing) auf Wafern installiert, um deren Leitfähigkeit zu testen. So können mehrere Chips gleichzeitig und dank der Einbindung sämtlicher Pins unabhängig voneinander getestet werden. Dies senkt die Fehlproduktionsquoten der Chiphersteller und erhöht somit die Margen. Quelle: formfactor.com
Zugleich konnte sich das Unternehmen im Bereich von Sondenkarten (Probe Cards) eine beachtliche Marktposition erarbeiten und hier aufgrund mehrerer Faktoren eine führende Rolle einnehmen. Beispielsweise basieren die Karten auf mikroelektromechanischen Systemen (MEMS), unterstützen Testverfahren im Hochfrequenzbereich und zeichnen sich durch überdurchschnittliche thermische Resistenzen aus. All diese Eigenschaften machen FormFactors Probe Cards zu beliebten, weil flexibel einsatzfähigen und zuverlässigen Werkzeugen im Rennen um die Entwicklung hochmoderner Chips. Insbesondere Halbleiter für Schlüsseltechnologien wie autonomes Fahren, den Ausbau von 5G-Netzen sowie RF-Modulen profitieren von diesen Sondenkarten.
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Gewinn- und Verlustrechnung der FormFactor Inc. Quelle: marketscreener.com
Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sowie Bilanz lesen sich solide, beeindrucken jedoch nicht. Letztere könnte angesichts des stark schwankenden Free Cashflows (FCF) und geringer Barreserven als problematisch gesehen werden, sofern eine besonders robuste Bilanz gesucht ist. Der Verschuldungsgrad mit Faktor 0,67, gemessen am EBITDA (Schulden/EBITDA), ist vertretbar. Bei Umsatz und Gewinn fällt das Bild durchwachsen aus, wobei sich der Umsatz deutlich besser, nahezu linear entwickelt. Mit wenigen Ausnahmen, etwa der Finanzkrise (2007/2008), stieg der Umsatz kräftig, ebenso die Bruttomarge, die derzeit bei 38 Prozent liegt. Der Gewinn hingegen fällt deutlich volatiler aus: Die Auswirkungen der Finanzkrise belasteten acht Jahre in Folge das Nettoergebnis. Erst seit 2012 liegt das Nettoergebnis im positiven Bereich.
Zuletzt standen ein Umsatz von 663 Millionen US-Dollar und ein Gewinn von 86 Millionen US-Dollar in den Büchern – etwas höhere Ergebnisse als im Vorjahr, jedoch unter denen aus 2021. Für das laufende Geschäftsjahr (2024), endend am 5. Februar 2025, rechnen Analysten bereits mit einem Umsatzsprung auf 770 Millionen US-Dollar (+16,6 Prozent), allerdings einem Gewinnrückgang auf 66,7 Millionen US-Dollar (-18,9 Prozent). Läuft jedoch alles nach Plan, könnte FormFactor dann im kommenden Jahr die Erträge deutlich steigern und sogar ans bisherige Rekordergebnis (104 Millionen US-Dollar) anknüpfen. Ob im Anschluss allerdings tatsächlich neue Höchststände bei Umsatz, Gewinn und Margen erreicht werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht vorherzusehen. Fest steht: Der Qualitäts-Check der TraderFox GmbH bewertet FormFactor mit 9 von 15 Punkten. Im Piotroski-F-Score stehen 5 von 9 Punkten.
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Milliardenmarkt oder Luftschloss? Die Quantentechnologie begeistert Wissenschaftler und Börsianer gleichermaßen. Klar ist: FormFactor produziert Equipment wie zum Beispiel Kühlsysteme, die für die Erforschung und Nutzung der Hyper-Technologie nötig sind. Quelle: burohappold.com
Ungeachtet der schwankenden Geschäftsentwicklung und des mittelmäßigen Qualitäts-Scorings könnten die erwarteten Wachstumseffekte durchaus einsetzen. Denn FormFactor hat in den letzten Jahren große Expertise im Bereich der Quantencomputer (Quantum Computing) aufbauen können. Insbesondere bei Verdünnungskühlern und Wafer- sowie kryogenen Testsystemen für die Chip-Skalierung verfügt FormFactor über Know-how. Produkte inklusive. Die Kühlsysteme etwa erreichen Temperaturen unterhalb von 10 Millikelvin. Ein Level, welches lediglich die aktuellen Spitzenprodukte erreichen. Die Teststationen wiederum verkürzen nicht nur die Produktionszeiten von Quantencomputern, sondern werden dank magnetischer Abschirmfunktionen auch bei der Entwicklung von Supraleitern genutzt.
Seit der Erfolgsmeldung des Suchmaschinenriesen Alphabet (ISIN: US02079K1079), mit „Willow“ einen Durchbruch in der Quantentechnologie erlangt zu haben, stehen Werte aus dem Segment der Quantencomputer wie etwa die D-Wave Quantum Aktie (ISIN: US26740W1099) im Fokus vieler Anleger. Zumindest kurzfristig sollte auch FormFactor von der Quanten-Rallye profitieren und sich als ein Momentum-Trade lohnen. Ob Quantum Computing in den nächsten Jahren entscheidende Auswirkungen auf die Erträge haben wird, bleibt zwar fraglich, denn einige Branchenkenner erwarten den Durchbruch für Quantencomputer erst in Jahrzehnten.
Da FormFactor ...
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Werte zum Blogbeitrag
| Name | Aktuell | Diff. | Börse |
|---|---|---|---|
| Alphabet Registered (c) | 310,03 EUR | ±0,00 % | Lang & Schwarz |
| Broadcom | 329,98 EUR | ±0,00 % | Lang & Schwarz |
| D-wave Quantum | 20,18 EUR | ±0,00 % | Lang & Schwarz |
| Nvidia | 177,51 EUR | ±0,00 % | Lang & Schwarz |
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