EUROBATTERY MINERALS WKN: A2PG12 ISIN: SE0012481570 Forum: Aktien User: Bay5anto
Gerade ist eine neue Meldung zum Wolframprojekt San Juan erschienen, und meiner Meinung nach ist sie strategisch ziemlich wichtig, weil sie erstmals konkrete technische Daten zur geplanten Produktion liefert und sich jetzt auch gut mit den aktuellen Wolframpreisen in Relation setzen lässt. Eurobattery Minerals hat ein spanisches Ingenieurbüro mit der finalen technischen Planung und einem metallurgischen Testprogramm für die Wolfram-Aufbereitungsanlage beauftragt. Die Arbeiten beginnen sofort und sollen etwa 20 Wochen dauern. Danach folgen Bau und Installation der Anlage mit dem Ziel, den Betrieb im ersten Quartal 2027 aufzunehmen. Der erste wirklich greifbare technische Wert aus der Meldung ist der geplante Durchsatz der Anlage: 10 Tonnen Erz pro Stunde. Rechnet man das auf einen typischen Minenbetrieb hoch (ca. 8.000 Betriebsstunden im Jahr), ergibt sich eine Verarbeitungskapazität von ungefähr 80.000 Tonnen Erz pro Jahr. Das passt ziemlich gut zur aktuell bekannten Starter-Ressource von rund 60.000 Tonnen Erz mit etwa 1,3 % WO₃. Setzt man diesen Gehalt an, erhält man im Erz ungefähr 1.040 Tonnen WO₃ pro Jahr. Bei einer realistischen metallurgischen Recovery von etwa 60–70 % ergibt sich eine jährliche Produktion von grob 600–700 Tonnen WO₃. Jetzt wird es interessant, wenn man das mit den aktuellen Marktpreisen für Wolfram vergleicht. Laut den jüngsten Marktberichten liegt der Preis für APT (Ammonium Paratungstate) derzeit bei etwa 2.000–2.195 USD pro mtu, also über 2.100 USD pro mtu im oberen Bereich. Ein mtu entspricht 10 kg WO₃. Wenn man also von etwa 650 Tonnen WO₃ Produktion pro Jahr ausgeht, entspricht das ungefähr 65.000 mtu. Bei einem Preis von etwa 2.100 USD pro mtu ergibt sich daraus ein theoretischer Metallwert von rund 136 Millionen USD pro Jahr. Natürlich verkauft die Mine kein APT, sondern Wolframkonzentrat, weshalb ein Abschlag auf den APT-Preis üblich ist. Selbst wenn man konservativ davon ausgeht, dass nur etwa 25–30 % dieses Wertes als realer Umsatz ankommen, landet man immer noch bei ungefähr 30–40 Millionen USD Umsatz pro Jahr. Da Eurobattery 51 % am Projekt hält, würde der anteilige Umsatz für das Unternehmen grob im Bereich von 15–20 Millionen USD jährlich liegen – allein aus dieser relativ kleinen Starteranlage. Strategisch wichtig ist außerdem, dass die Anlage modular aufgebaut werden soll. Die 10 t/h sind also ausdrücklich nur der Start. Die Kapazität kann später relativ einfach erhöht werden, wenn weitere Ressourcen erschlossen werden oder zusätzliche Finanzierung zur Verfügung steht. Genau dieses Modell sieht man häufig bei Junior-Mining-Projekten: Erst eine kleinere Produktion mit geringem CAPEX aufbauen, um Cashflow zu generieren, und danach die Anlage schrittweise erweitern. Auffällig ist auch der zeitliche Zusammenhang mit den jüngsten finanziellen Maßnahmen des Unternehmens: Wandlungen von Schulden in Aktien (Fenja und möglicherweise auch der CEO), ein kleines Private Placement und gleichzeitig der Start der technischen Planung. Das wirkt wie eine klassische Vorbereitung auf den Übergang von der Projektentwicklungsphase in Richtung Bau und Produktion. Unterm Strich zeigt diese Meldung zwei Dinge: Erstens wird das Projekt technisch konkret, weil jetzt die Aufbereitungsanlage geplant wird. Zweitens fällt dieser Fortschritt in eine Phase historisch hoher Wolframpreise, die sich laut aktuellen Marktgrafiken innerhalb kurzer Zeit von rund 300 USD pro mtu auf über 2.000 USD pro mtu vervielfacht haben. Sollte dieses Preisniveau auch nur annähernd gehalten werden, verbessert sich die Wirtschaftlichkeit solcher Projekte natürlich erheblich. Damit bestätigt die Meldung im Grunde die bisherige Strategie: San Juan als modulare Startermine, die relativ schnell Cashflow generieren kann und später bei Bedarf skaliert wird.
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