GAZPROM Forum: Community User: Caiw5c5f62645bb07
Bin größtenteils bei dir. Über die Jahre kann man sich streiten, aber das ist hier nicht das Hauptproblem. Immerhin gehst du von einem Zeithorizont von 20+ Jahren aus. Anders als die Fantasten hier, die von Zeiträumen von teilweise 3 Jahren sprechen. Das Problem ist aber, dass du deine eigene Recht nüchterne Sichtweise auf ein völlig in Ideologie getränktes Ministerium überträgst oder wie willst du mir Ideologiefrei folgendes erklären: Habeck lässt die Brennstäbe auf Standby heiß, hält das ganze Personal vorrätig, hat das gleiche Havarie-Risiko, spart keinen einzigen Euro Brennstoff, aber lässt die Kraftwerke keinen Strom produzieren und lässt nur 2 von 3 in "Standby" laufen. Inwieweit passt das zu folgender Aussage von dir "Derzeit geht es darum, die Kapazitäten zu verwenden, welche da sind." Über welches Szenario wir auch sprechen, sie alle haben etwas gemeinsam: ohne russisches Gas geht es nicht. Kein LNG und der schnelle Ausbau von EE hilft, wie wir beide festgestellt haben für die nächsten Jahre auch nichts. Anderes Gas ist nicht nur in der Menge ein Problem, sondern vor allem preislich. Die Energiewende war von Anfang geplant mit russischen Gas. Wieso sonst NS1 und NS2, wie du schon richtig sagst. Ohne Russland wäre hier keiner, der bei verstand ist auf die Idee gekommen den Weg zu gehen, wie man ihn gegangen ist.
Über die erste Schienenfahrt in Deutschland am 7. Dezember 1835, die einige reiche Kaufleute zwischen Nürnberg und Fürth ermöglichten, wurde Angst und Schrecken verbreitet: Einige Ärzte sagten jedem, der mit der Bahn fahren würde, schlimme Gehirnkrankheiten voraus ... Quer,denker sind nicht wirklich neu
YouTube sagt als Medium auch schon alles. "Grüne Energie wird immer teurer sein"... ganz schön platte Aussage. Der PKW wird sich auch nie gegen das Pferd durchsetzen. Kaiser Wilhelm etwa um 1895. Öl und Gas ist begrenzt und wird teuer, wenn Investoren nicht mehr in den Sektor investieren. Das wird so in 15 bis 20 Jahren sein. Bis dahin mag die Aussage evtl. zutreffen, aber 20 Jahre ist ja auch ums Eck wenn man gedanklich etwas weiter als von der Sportschau bis zum Fitnessstudio denkt.
Stimme ich so größtenteils zu. Die Grünen sind aber derzeit auch in einer sehr undankbaren Situation. Sie predigen seit 40 Jahren den Atomaustieg (und die Bevölkerung hat das mitgetragen, sonst wären sie jetzt nicht Regierungspartei) und haben jetzt die undankbare Situation alleine schon über eine Laufzeitverlängerung nachdenken zu müssen. Wäre mit der neuen Realität auch eine logische Konsequenz, nur Demokratie heißt aber eben auch den Wählerwillen im Hinterkopf zu haben. Aus dem Grund glaube ich, ist in Bezug Laufzeitverlängerung noch nicht das letzte Wort gesprochen. Das die Grünen jetzt aber auch nicht mit Euphorie die Laufzeiten verlängern (können) ist eigentlich auch verständlich. Daher geht das Thema noch ein paar Monate hin unf her und dann schauen wir mal, was das letzte Wort ist.
Das Speichern keine Lösung ist, hast du ja auf Grund der Hohen Stromgestehungskosten, welche die zur Zeit verfügbaren Speichertechnologien aufweisen, bereits erkannt. Dass der Wandel nicht bis 2025 umgesetzt ist, scheint dir auch bekannt. Wir reden hier eher vom Zeitraum bis 2045. Dass 100% regenerative Energie (aus Deutschland) nicht umsetzbar ist, hast du auch bereits richtigerweiße erkannt. Da bist du also schon in vielen Punkten ganz nah an der Sichtweise unseres Bundesministeriums. Derzeit geht es darum die Kapazitten zu verwenden,welche da sind, gerade Photovoltaik hat hier noch Potenzial und ist (zur Tageszeit) die günstigste Energieform die wir haben. Da die Sonne Nachts nicht scheint, braucht es Backup-Kraftwerke. Vor Russlands Geniestreich sah der Plan vor, diese bis etwa 2038 über Gas aus Russland zu betreiben (Deshalb unter anderem auch NS2). Das ist jetzt unglücklich gelaufen, weil Putin anscheinend alles daran setzt, dass wir nicht so lange auf Gas setzen. Das wird jetzt erstmal kurzfristig (5 Jahre) teuer. Da brauchen wir uns nichts vormachen. Nun nochmal zum Thema Solar. Die Stromgestehungskosten betragen tagsüber in D in der Tat etwa 7-10ct je KWh. In Wüstenregionen hat man aber bereits im letzten Jahr die magische Schwelle von Stromgestehungskosten von 1ct je kWh erreicht. Gas hat jahrelang etwa 5ct je kWh gekostet, derzeit etwa 30ct je kWh. Solarstrom ist Nachts nicht verfügbar und wird auch in 10 Jahren nachts nicht verfügbar sein. P2G ist momentan noch viel zu teuer, die Stromgestehungskosten von P2G wirst du ja vermutlich recherchiert haben - auf Grund der günstigen Erzeugungskosten von Solarstrom (außerhalb Deutschlands) ist hier aber auch noch ein Puffer vorhanden. Niemand, geschweige denn die Regierung plant mit 100% EE aus D.
Nino ist ein Realist und kein Utopist. Günstigere Produktionskosten bringen dir nur nichts, wenn sie nach folgendem Schema ablaufen "Nachts=Nichts, Morgens=Nichts, Mittags-Nachmittags= Jetzt koste ich nur 6 Cent" Bravo, so läuft eine Industrienation. Ihr malt euch die Welt, wie sie euch gefällt und glaubt das Ingenieure sich schon, um das technische kümmern. Erklärt mir mal wieso der Rest der Welt nicht das gleiche macht, wenn es sich nicht nur fürs Klima lohnt, sondern wie du sagst, auch ökonomisch. Diese Argumentation macht in einer Welt in der Profitmaximierung die Maxime ist keinen Sinn. Es geht nicht um gut/schlecht sondern günstig/teuer und darum was effektiv ist. Wenn wir 100% Wind und Solar haben wollen, dann brauchen wir im worst case auch zusätzlich 100% Kohle/Öl/Gas oder Atom. Wenn in der Hälfte von Deutschland kein Wind weht und keine Sonne scheint, dann benötigt die andere Hälfte von Deutschland in der genug Wind und Sonne ist insgesamt 200% der benötigten Kapazität um genug Strom zu erzeugen. Es ist egal wie man es dreht und wendet. Entweder man schafft Überkapazitäten an Wind/Solar oder man schafft Überkapazitäten an Kohle/Öl/Gas oder Atom. Oder kleistert die Landschaft mit Speichern zu um den gesamten deutschen Strombedarf über mehrere Wochen/Monate aus Speichern zu bedienen, mal abgesehen davon, dass das weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll ist, zumal diese Speicher für kurzfristige Angelegenheiten konzipiert sind und nicht für mehrere Wochen. Aber die müssen auch gefüllt werden also auch wieder Überkapazitäten. Seit wann sind 100% benötigte Überkapazitäten effektiv? Kann man machen. Aber dann bitte nicht über doppelte, dreifache oder vierfache Strompreise weinen.
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