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Anta Sports kauft bei Puma groß ein

Was steckt dahinter? 27.01.2026, 13:35 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Puma
© Symbolbild von Zakaria Issaad auf Unsplash
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PUMA 29,06 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Chinas Anta kauft sich mächtig ein

Der deutsche Sportartikelhersteller Puma bekommt einen neuen Großaktionär – und was für einen: Der chinesische Konzern Anta Sports übernimmt für satte 1,5 Milliarden Euro insgesamt 29 Prozent der Anteile. Verkäufer ist die französische Milliardärsfamilie Pinault. Der Preis je Aktie liegt bei 35 Euro – ein Aufschlag von 62 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs von 21,63 Euro. Damit wird Anta auf einen Schlag zum größten Einzelaktionär von Puma.

Die Spekulationen um einen möglichen Einstieg hatten bereits seit Herbst 2025 die Runde gemacht. Schon seitdem konnte sich der Puma-Kurs deutlich vom Tiefstand von 15,30 Euro im November erholen. Nun ist der Deal offiziell – die Transaktion soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Finanziert wird der Einstieg komplett aus Antas Eigenmitteln, ein Signal wirtschaftlicher Stärke und strategischer Entschlossenheit.

Expansion mit System – Puma als Brückenkopf nach Westen

Anta verfolgt seit Jahren einen klaren Expansionskurs und baut sein internationales Portfolio systematisch aus. Zum Markenuniversum gehören bereits Fila, Salomon, Atomic, Jack Wolfskin und Wilson. Mit Puma will der chinesische Sportgigant nun seinen Fußabdruck in Europa, Nordamerika und Südostasien vergrößern – drei Märkte, in denen Puma traditionell stark vertreten ist.

Analysten der DBS Group Research sehen klare Chancen: Anta könne in Europa Marktanteile gewinnen und gleichzeitig Pumas Position in China weiter stärken. Dennoch warnen sie vor überzogenen Erwartungen – kurzfristige Ergebniseffekte in den Jahren 2025 und 2026 seien eher unwahrscheinlich. Der strategische Fokus liegt offensichtlich auf der langfristigen Integration und internationalen Markenstärkung.

Risiken, Zweifel und die Frage nach dem nächsten Schritt

Nicht alle Marktbeobachter sind von der Transaktion überzeugt. Jefferies mahnt zur Vorsicht und verweist auf mögliche Verwässerungsrisiken. Das Management von Anta sei bereits stark ausgelastet – eine weitere Großbeteiligung wie Puma könnte intern Ressourcen binden, die an anderer Stelle fehlen. Zudem sei Puma in China bereits gut positioniert, weshalb der Spielraum für eine echte Markenverjüngung begrenzt sei. Die Frage, ob Anta frischen Wind in das kriselnde Unternehmen bringen kann, bleibt offen.

Puma steckt selbst mitten in einem tiefgreifenden Umbauprozess. Seit 2025, als der frühere Adidas-Manager Arthur Hoeld die Führung übernahm, arbeitet der Konzern an einer Neuausrichtung. Herausforderungen gibt es genug: US-Zölle, überschüssige Lagerbestände und zuletzt der Abbau von 900 Stellen im Oktober 2025 belasten das Geschäft. Ziel ist es, ab 2027 wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu kommen.

Der Einstieg von Anta könnte dabei mehr sein als nur eine strategische Partnerschaft. Trotz offizieller Dementis bleibt im Markt die Erwartung bestehen, dass der chinesische Konzern über die 29-Prozent-Schwelle hinausdenken könnte. Bei einem Börsenwert von aktuell rund 3,2 Milliarden Euro wäre eine spätere Komplettübernahme kein unrealistisches Szenario – zumal Anta die nötige Kapitalstärke mitbringt. Die Börse dürfte die Entwicklung nun mit Argusaugen verfolgen.

Bn-Redaktion/aw
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