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Autokrise Europa

Gewinnwarnung aus Paris reißt Schaeffler mit 08.10.2026, 14:33 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Schaeffler 6,03 EUR -5,19 % Tradegate
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Eine Gewinnwarnung aus Frankreich erschüttert Europas Autozulieferer. Der französische Konzern OPMobility, früher als Plastic Omnium bekannt, hat sein Gewinnziel für 2026 gesenkt und damit am Donnerstag eine Verkaufswelle in der gesamten Branche ausgelöst. Hierzulande trifft es Schaeffler besonders deutlich: Die Aktie verliert aktuell rund 4,6 Prozent auf 6,07 Euro, im Tagestief waren es nur noch 5,97 Euro. Unter Aktionären sorgt der Rutsch für spürbare Ernüchterung.

OPMobility kappt Gewinnziel und streicht 770 Stellen

Ursprünglich wollte OPMobility den operativen Vorjahresgewinn von 490 Millionen Euro übertreffen, nun peilt der Konzern für 2026 nur noch bis zu 450 Millionen Euro an. Als Gründe nennt das Management volatile Lieferketten, schärferen Wettbewerb, steigende Preise für Rohstoffe und elektronische Bauteile sowie eine rückläufige Autoproduktion in China und Europa. Zugleich sollen 770 Stellen in Frankreich und Deutschland wegfallen.

An der Heimatbörse Paris brach die Aktie um rund 20 Prozent ein und markierte mit 9,61 Euro den tiefsten Stand seit April 2025. Auf dem deutschen Handelsplatz notiert sie aktuell bei 9,96 Euro, gut 11 Prozent unter dem dortigen Vortagesschluss. Seit dem Jahreshoch im Februar bei gut 18 Euro hat sich der Kurs nahezu halbiert. Auch Valeo gerät unter die Räder: Nachdem es zeitweise rund 6 Prozent abwärts gegangen war, liegt das Minus nun bei knapp 5 Prozent auf 13,71 Euro.

Vergleichsweise glimpflich kommt Continental davon. Der DAX-Konzern hatte am Mittag noch 2,3 Prozent verloren, inzwischen hat sich das Minus auf rund 1,7 Prozent bei 69,11 Euro verringert. Stützend wirkt eine Hochstufung durch Bernstein Research auf „Outperform“ mit einem von 74 auf 82 Euro angehobenen Kursziel – dies stellt keine redaktionelle Empfehlung dar. Die Analysten verweisen auf einen Bewertungsabschlag gegenüber Wettbewerbern und das aus ihrer Sicht branchenweit beste Ergebnis- und Cashflow-Profil bis 2027.

Schaeffler fällt auf tiefsten Stand seit fast einem Jahr

Im Sog der französischen Hiobsbotschaft rutschte Schaeffler auf den niedrigsten Kurs seit fast einem Jahr und zeitweise unter die Marke von 6 Euro. Am Mittag hatte das Minus noch bei rund 3 Prozent gelegen, seither hat es sich auf gut 4,5 Prozent ausgeweitet. Vom Hoch der vergangenen zwölf Monate bei knapp 12 Euro aus betrachtet hat sich die Aktie damit etwa halbiert.

Auf Aktionärsseite wurde der Fall unter 6 Euro schon am Vormittag mit ungläubigem Staunen quittiert, mehrere Anleger reagierten mit knappen Schockkommentaren. Daneben steht die Lesart, Schaeffler sei weniger ein Einzelfall als Teil einer breiten Schwächephase, die sich zuletzt noch zugespitzt habe:

Da müssen wir durch... hab nix anderes erwartet... die meisten Aktien laufen seit längerem schlecht... wird die letzten Tage immer schlimmer... kommen wieder bessere Zeiten

Ob sich diese Zuversicht bestätigt, hängt allerdings weniger an Schaeffler selbst als an den Abnehmern – und dort häufen sich die Probleme.

Stellantis legt Bänder in Frankreich und Italien still

Hinter dem Ausverkauf steht die Krise der europäischen Autoindustrie. Die Hersteller kämpfen mit einem schwierigen Preisumfeld, Inflation, wachsender Konkurrenz aus China und teuren Investitionen in die Elektromobilität. Volkswagen hatte erst Mitte September die Gewinnprognose deutlich gesenkt, nachdem das China-Geschäft eingebrochen war.

Bei Stellantis sorgen Engpässe bei E-Auto-Batterien, hohe Energiekosten und eine schwächere Nachfrage nach einzelnen Modellen für Stillstände. In den französischen Werken Sochaux und Rennes ruht die Produktion Ende Oktober wegen fehlender Batterien rund eine Woche lang, auch Mulhouse und das Turiner Stammwerk Mirafiori legen Pausen ein. Die Stellantis-Aktie gibt um rund 3,6 Prozent auf knapp 3,98 Euro nach. Für Zulieferer bedeutet jeder Bandstopp weniger Abrufe – solange die Hersteller ihre Produktion drosseln, dürfte der Druck auf die Branche hoch bleiben. Entsprechend gedämpft bleibt der Ton unter Anlegern.

Bn-Redaktion/sb
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