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Ebitda plus 58 Prozent

Friedrich Vorwerk zieht MBB mit nach oben 21.10.2026, 12:24 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Ebitda plus 58 Prozent: Friedrich Vorwerk zieht MBB mit nach oben
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Netzausbau und Energiewende bescheren dem Pipelinebauer aus Tostedt das nächste Rekordquartal. Friedrich Vorwerk hebt nach einem Ergebnissprung im dritten Quartal seine Prognose für 2026 bereits zum zweiten Mal an – und zieht den Großaktionär MBB gleich mit: Auch die Berliner Beteiligungsgesellschaft schraubt ihr Margenziel erneut nach oben. An der Börse kommt das gut an. Die Vorwerk-Aktie hat ihr Plus im Tagesverlauf auf rund 10,7 Prozent ausgeweitet und kostet 73,95 Euro, MBB gewinnen 5,3 Prozent auf 190,30 Euro.

Weniger Materialkosten, deutlich mehr Marge

Im dritten Quartal kletterte der Umsatz von Friedrich Vorwerk nach vorläufigen Zahlen um 13 Prozent auf 228,3 Millionen Euro. Das Ebitda stieg überproportional von 51,3 auf 80,9 Millionen Euro – beides Rekordwerte. Getragen wurde der Sprung vor allem von einer deutlich gesunkenen Materialaufwandsquote und einem höheren Anteil an Arbeitsgemeinschaften mit anderen Unternehmen. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand nun ein Ebitda von 220 bis 230 Millionen Euro, nachdem er erst im Juli 180 bis 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt hatte. Beim Umsatz sollen es 760 bis 790 Millionen Euro werden, zuvor waren 730 bis 780 Millionen Euro geplant. Im Jahr 2025 hatte der Konzern gut 704 Millionen Euro umgesetzt und operativ rund 163 Millionen Euro verdient.

Beim Bankhaus Metzler hieß es, die Stärke des Quartals sei erwartet worden, das Ausmaß des Ergebnisanstiegs habe aber überrascht. Je nach Wetter sei angesichts der Neunmonatszahlen sogar noch Luft nach oben – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung. Auf Aktionärsseite wird die abermalige Anhebung als seltenes Signal gewertet, so etwas lese man nicht alle Tage. Der Ton ist entsprechend gelöst.

MBB peilt bis zu 24 Prozent Marge an

Für MBB ist die Tochter der entscheidende Hebel. Die Holding steigerte ihr bereinigtes Ebitda im dritten Quartal um knapp 25 Prozent auf 84,0 Millionen Euro, während der Umsatz mit 318,1 Millionen Euro stabil blieb. Die bereinigte Marge kletterte um 5,1 Prozentpunkte auf 26,3 Prozent. Für 2026 rechnet MBB nun mit einer Spanne von 22 bis 24 Prozent statt zuvor 18 bis 20 Prozent, das Umsatzziel von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro bleibt unverändert. Zum 30. Juni hielt MBB noch 40,48 Prozent an Friedrich Vorwerk und konsolidiert das Unternehmen weiterhin voll.

Am Morgen lag das Plus der Vorwerk-Aktie zunächst bei bis zu 4,5 Prozent, als sich das Papier an seine exponentielle 200-Tage-Linie heranarbeitete – inzwischen hat sich der Aufschlag mehr als verdoppelt. Auf Sicht von zwölf Monaten liegen dennoch beide Titel im Minus, Friedrich Vorwerk hat in diesem Zeitraum gut ein Viertel eingebüßt.

Auftragsbestand schrumpft um fast ein Fünftel

Ganz ungetrübt ist das Bild nicht. Bei Jefferies wurde die Mitte der neuen Prognosespanne zwar als erreichbar eingeschätzt, der deutlich gesunkene Auftragseingang werfe aber Fragen nach der Nachhaltigkeit der aktuellen Ertragsstärke auf. Tatsächlich lag der Auftragsbestand einschließlich Arbeitsgemeinschaften Ende September bei 1,25 Milliarden Euro nach 1,54 Milliarden ein Jahr zuvor. Das in neun Monaten akquirierte Gesamtprojektvolumen sank auf 618 Millionen Euro, nach 815 Millionen im Vorjahreszeitraum. Diese Sorge spiegelt sich auch unter Aktionären wider:

Leider sinkt der Auftragsbestand kontinuierlich.

Dem wird entgegengehalten, dass viele Infrastrukturvorhaben erst jetzt von der Bundesregierung auf den Weg gebracht würden. Dazu zählt etwa das Wasserstoff-Kernnetz, das die Bundesnetzagentur 2024 genehmigt hat und das über rund 9.000 Kilometer bis 2032 entstehen soll. Wie viel davon am Ende bei Friedrich Vorwerk hängen bleibe, müsse sich allerdings erst zeigen. Die Stimmung schwankt damit zwischen Freude über die Rekordzahlen und Zweifeln, wie lange der Auftragsvorrat das Tempo trägt. Endgültige Zahlen wollen beide Unternehmen am 12. November vorlegen.

Bn-Redaktion/sb
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