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Zollgeld zurück

Adidas enteilt Nike und Puma mit Rekordquartal 21.10.2026, 12:15 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Zollgeld zurück: Adidas enteilt Nike und Puma mit Rekordquartal
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Zurückgezahlte US-Zölle bescheren Adidas ein Rekordquartal. Während die Rivalen Nike und Puma seit Monaten mit sinkenden Umsätzen kämpfen, hat der Sportartikelkonzern im dritten Quartal rund 200 Millionen Euro aus den USA erstattet bekommen und erwartet für 2026 nun ein Betriebsergebnis von rund 2,5 Milliarden Euro statt bisher rund 2,3 Milliarden Euro. An der Börse brauchte die Aktie am Mittwoch allerdings Anlauf: Nach einem zögerlichen Start setzte sie sich am Vormittag an die Spitze des DAX, zuletzt kostete sie gut 161 Euro.

Zollgeld treibt die Bruttomarge auf 54,3 Prozent

Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz zwischen Juli und September um 9 Prozent auf den Rekordwert von 7,25 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 7 Prozent. Die Bruttomarge verbesserte sich um 2,5 Prozentpunkte auf 54,3 Prozent, das Betriebsergebnis kletterte um 37 Prozent auf gut eine Milliarde Euro – der höchste Wert, den Adidas je in einem Quartal erzielt hat. Neben einem gesunden Vollpreisgeschäft half die Erstattung: Damit hat der Konzern den Großteil seiner Zollforderungen erhalten. Hintergrund ist der Streit um die US-Zollpolitik. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte die auf ein Notstandsgesetz gestützten Zölle gekippt, Anfang März ordnete ein US-Handelsgericht die Rückzahlung an Importeure an.

Rechnerisch wäre Adidas damit auf Kurs zu 2,6 Milliarden Euro Betriebsergebnis. Rund 100 Millionen Euro will das Management im vierten Quartal jedoch in Initiativen stecken, die künftig mehr operativen Hebel bringen sollen. Aus Anlegersicht passte die Kursbewegung zum Handelsstart zunächst nicht zu diesen Zahlen: Dass die Aktie kurz nach neun Uhr nachgab, wurde als kaum nachvollziehbar empfunden. Wer den Schlusskurs vom Vortag zum Maßstab nahm, sah dagegen keinen Grund zur Aufregung – die Aktie lag auch im Rücksetzer über dem Xetra-Niveau vom Dienstag. Der Ton schwankte entsprechend zwischen Verunsicherung und Gelassenheit.

Citigroup hebt das Kursziel auf 211 Euro

Die Citigroup hob ihr Kursziel nach der Prognoseerhöhung auf 211 Euro an, was einem Aufschlag von rund 30 Prozent auf den aktuellen Kurs entspricht – dies stellt keine redaktionelle Empfehlung dar. Die US-Bank rechnet im vierten Quartal mit weiteren 20 Millionen Euro an Zollrückerstattungen und kappte zugleich ihre Ausgabenschätzung wegen strikter Kostenkontrolle. Mit ihrer Prognose für das operative Ergebnis 2026 liegt sie leicht über dem Konzernziel. Unter Aktionären sitzt die Skepsis dennoch tief: Mehrere halten es für wenig wahrscheinlich, dass gute Zahlen allein der Aktie nachhaltig Auftrieb geben.

Die können noch so Zahlen liefern, keine Chance nach oben

Dem wird entgegengehalten, dass auch deutlich düsterere Kursprognosen für das Jahresende bislang nicht aufgegangen seien. Tatsächlich hat die Aktie auf Wochensicht gut 5 Prozent zugelegt, liegt im Jahresvergleich aber noch rund 15 Prozent im Minus.

Schuhgeschäft bleibt die offene Flanke

Konzernchef Björn Gulden räumte ein, dass das Lifestyle-Geschäft mit Schuhen wegen zu hoher Lagerbestände und vieler Rabatte im Gesamtmarkt derzeit schwierig sei. Bei JPMorgan wurde zudem darauf verwiesen, dass die Fußball-WM das Wachstum getrieben habe; ohne diesen Effekt schätzt die US-Bank das währungsbereinigte Umsatzplus auf rund 4 Prozent – eine Verlangsamung gegenüber dem Vorquartal. Das Betriebsergebnis sei allerdings auch ohne die Zollerstattung besser als erwartet ausgefallen.

Im Branchenvergleich steht Adidas damit deutlich besser da als die Konkurrenz. Nike notiert mit rund 33,65 Euro kaum verändert und hat binnen Jahresfrist mehr als 40 Prozent verloren, Puma steckt nach einem Rekordverlust im Umbau. Auf Aktionärsseite spielt der Vorsprung auf die Rivalen bislang kaum eine Rolle – die Diskussion kreist vor allem um den Kursverlauf, die Stimmung bleibt verhalten. Mehr Klarheit über das Schuhgeschäft könnten die vollständigen Quartalszahlen am 29. Oktober bringen.

Bn-Redaktion/sb
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