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Vonovia-Aktie

130.000 Wohnungen im Fokus der Berliner Enteignungspläne 21.10.2026, 11:09 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Berliner Parteien planen Vergesellschaftung

Linke, Grüne und SPD wollen Unternehmen mit mindestens 10.000 Wohnungen in Berlin unter bestimmten Voraussetzungen erfassen. Ein Grundbestand von 10.000 Wohnungen soll den betroffenen Unternehmen erhalten bleiben. Genossenschaften und gemeinwohlorientierte Unternehmen sollen ausgenommen werden. Auch Wohnungen, die seit 2021 fertiggestellt wurden oder sich noch im Bau befinden, sollen nach den bisherigen Vorstellungen nicht betroffen sein. Ein Gesetzentwurf ist für Mitte 2028 vorgesehen. Bei einer Umsetzung wären zudem weitere politische und rechtliche Schritte nötig.

Entschädigung soll maximal 16 Milliarden Euro betragen

Für die geplante Vergesellschaftung ist eine Entschädigung von höchstens 16 Milliarden Euro vorgesehen. Finanziert werden soll diese über Kredite, die später aus den Mieteinnahmen zurückgeführt werden. Damit stellt sich die Frage, ob die Einnahmen Finanzierung, Bewirtschaftung und Instandhaltung ausreichend abdecken können.

Eine Modellrechnung des DIW-Ökonomen Konstantin Kholodilin kommt unter den zugrunde gelegten Annahmen auf notwendige Nettokaltmieten von 9,78 Euro je Quadratmeter ohne Landeszuschüsse. Werden Instandhaltungskosten berücksichtigt, steigt der Wert auf 11,21 Euro. Vonovia nennt für die betreffenden Wohnungen derzeit durchschnittlich 8,26 Euro. Die Berechnung ist allerdings modellabhängig und keine Prognose für die tatsächliche Mietentwicklung.

Zinsen und Schulden bleiben entscheidend

Morningstar bewertet die Berliner Pläne vor allem als zusätzlichen Unsicherheitsfaktor. Für die Bewertung der Vonovia-Aktie seien daneben insbesondere Zinsen und Refinanzierung wichtig. Laut Analyse werden innerhalb von drei Jahren Schulden von 11,5 Milliarden Euro fällig. Höhere Renditen bei Bundesanleihen könnten die Finanzierung zusätzlich erschweren.

Morningstar hat deshalb die langfristige Kapitalisierungsrate von 5,25 auf 5,5 Prozent angehoben und die Fair-Value-Schätzung um rund 16 Prozent auf 16 Euro gesenkt. Die Enteignungspläne bleiben damit ein politisches Risiko, während der konkrete finanzielle Effekt derzeit offen ist.

Aktie bleibt unter Beobachtung

Trotz der politischen Debatte notiert die Vonovia-Aktie aktuell rund 1,7 Prozent höher. Seit Jahresbeginn bleibt die Entwicklung jedoch deutlich negativ. Für Anleger rücken damit neben der Berliner Wohnungspolitik auch Refinanzierung, Zinsen und Mieten in den Fokus. Bis zu einer möglichen gesetzlichen Umsetzung bleibt zudem viel Zeit für politische Entscheidungen und rechtliche Prüfungen.

Bn-Redaktion/js
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