Luxusbranche unter Druck

Hermès stürzt sieben Prozent ab! China sorgt für Schock 22.10.2026, 13:11 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Luxusbranche unter Druck: Hermès stürzt sieben Prozent ab! China sorgt für Schock
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Hermès enttäuscht mit Quartalszahlen

Im dritten Quartal erzielt Hermès einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro. Währungsbereinigt entspricht das einem Wachstum von lediglich 4,3 Prozent, während Analysten mit etwa 5,2 Prozent gerechnet hatten. Im zweiten Quartal lag das Wachstum noch bei 6,7 Prozent. Die deutliche Verlangsamung trifft Anleger überraschend hart, zumal Hermès lange als besonders widerstandsfähig innerhalb der Luxusbranche galt. Die Aktie gerät nach Veröffentlichung der Zahlen massiv unter Verkaufsdruck.

China wird zum größten Problem

Besonders schwierig entwickelt sich das Geschäft im wichtigen chinesischen Markt. Die anhaltende Immobilienkrise, schwaches Verbrauchervertrauen und eine höhere Sparneigung belasten die Nachfrage nach teuren Luxusprodukten. Selbst wohlhabende Kunden halten sich inzwischen stärker zurück. Finanzvorstand Eric du Halgouët verweist auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld. Eine schnelle Erholung des chinesischen Luxusgeschäfts ist damit vorerst nicht absehbar.

Birkin-Taschen bleiben gefragt

Allerdings gibt es auch positive Entwicklungen. Das Geschäft mit Lederwaren und Sattlerartikeln, zu dem die berühmten Birkin- und Kelly-Handtaschen gehören, wächst währungsbereinigt um 10,8 Prozent. Deutlich schwächer entwickeln sich dagegen andere Bereiche. Bekleidung und Accessoires verzeichnen einen Umsatzrückgang von zwei Prozent, während das Uhrengeschäft sechs Prozent verliert. Die Zahlen zeigen, dass selbst innerhalb des Luxussegments die Nachfrage zunehmend auseinandergeht.

Aktie hat massiv an Wert verloren

Der jüngste Kursrutsch verschärft eine ohnehin schwierige Börsenbilanz. Seit Jahresbeginn hat die Hermès-Aktie bereits rund 40 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Für ein Unternehmen, das lange mit hohen Wachstumsraten und einer außergewöhnlichen Preissetzungsmacht überzeugte, ist das ein bemerkenswerter Rückschlag. Anleger stellen zunehmend infrage, ob die bislang hohe Börsenbewertung angesichts des nachlassenden Wachstums noch gerechtfertigt ist.

Drohen jetzt weitere Verluste?

Entscheidend dürfte sein, ob sich die Nachfrage in China in den kommenden Quartalen stabilisiert. In anderen Regionen entwickelt sich das Geschäft weiterhin deutlich besser. Europa außerhalb Frankreichs wächst währungsbereinigt um 9,5 Prozent, Amerika um 8,8 Prozent. Dennoch bleibt die Stimmung an der Börse angespannt. Solange das Wachstum hinter den Erwartungen zurückbleibt, könnte die Hermès-Aktie weiter unter Druck stehen. Eine schnelle Trendwende erscheint derzeit unsicher.

Bn-Redaktion/lh
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