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E-Auto-Boom in Europa 22.10.2026, 14:29 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Elektroauto-Zulassungen springen um 73 Prozent

Im September wurden in der Europäischen Union 290.117 vollelektrische Autos neu zugelassen. Das waren 72,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Insgesamt kamen 971.048 neue Pkw auf die Straßen, ein Plus von 9,3 Prozent. Besonders dynamisch entwickelte sich Deutschland. Mit 88.599 neuen Elektroautos stiegen die BEV-Zulassungen um 94,7 Prozent, der Marktanteil erreichte 34,5 Prozent. Frankreich verbuchte sogar einen Zuwachs von 107,5 Prozent.

Volkswagen wächst in Europa mit

Der Volkswagen-Konzern profitiert von der Entwicklung in seinem europäischen Kernmarkt. Im dritten Quartal lieferte er hier 209.100 vollelektrische Fahrzeuge aus, 19,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis September waren es 586.100 Fahrzeuge, ein Plus von 12,1 Prozent. Der BEV-Anteil an den europäischen Konzernverkäufen stieg von 18 auf 20 Prozent. Nach eigenen Angaben bleibt Volkswagen damit Marktführer bei Elektroautos in Europa.

40 Prozent des Auftragsbestands elektrisch

Auch beim Auftragseingang gewinnt die Elektromobilität deutlich an Gewicht. Im dritten Quartal gingen in Europa mehr als 60 Prozent zusätzliche Bestellungen für reine Elektrofahrzeuge ein. Gegenüber Ende 2025 hat sich der entsprechende Auftragsbestand ungefähr verdoppelt. Rund 40 Prozent des gesamten europäischen Auftragsbestands entfallen inzwischen auf Elektroautos. Für die Electric Urban Car Family mit VW ID. Polo, ID. Cross, Škoda Epiq und CUPRA Raval lagen bereits knapp 150.000 Bestellungen vor.

USA und China bremsen das Wachstum

Global fällt die Bilanz deutlich schwächer aus. Die weltweiten BEV-Auslieferungen von Volkswagen sanken in den ersten neun Monaten um 5,4 Prozent auf 678.700 Fahrzeuge. In den USA brachen sie um 78,4 Prozent ein, in China um 42,5 Prozent. Damit gewinnt der europäische Markt für die Elektrostrategie des Konzerns noch stärker an Bedeutung. Die große Herausforderung bleibt, den Erfolg in Europa auch auf andere wichtige Absatzregionen zu übertragen.

Analysten sehen erhebliches Kurspotenzial

Die Volkswagen-Vorzugsaktie notiert am Donnerstag bei rund 69 Euro und verliert etwa 1,5 Prozent. Mehrere Analysten sehen dennoch deutlich höhere Kurse. Jefferies bestätigt „Buy“ mit 120 Euro, RBC „Outperform“ mit 115 Euro. Die Deutsche Bank bleibt bei „Buy“ und 105 Euro, während JPMorgan mit „Neutral“ und 110 Euro vorsichtiger ist. Besonders zurückhaltend zeigt sich die UBS mit „Neutral“ und 70 Euro. Damit gehen die Einschätzungen deutlich auseinander. Entscheidend dürfte sein, ob Volkswagen das starke europäische Elektroauto-Wachstum künftig in höhere Margen und bessere Ergebnisse übersetzen kann.

Bn-Redaktion/tb
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