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Substrat-Engpass

Nvidia pumpt Milliardensumme in Samsung-Werke 22.10.2026, 15:47 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Substrat-Engpass: Nvidia pumpt Milliardensumme in Samsung-Werke
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Nvidia baut seine Lieferkette für KI-Chips um einen weiteren Fertiger aus. Gemeinsam mit Tesla will der Chipkonzern einem Bericht aus Südkorea zufolge rund 3,7 Billionen Won, umgerechnet etwa 2,5 Milliarden Euro, in neue Produktionslinien von Samsung Electro-Mechanics stecken. Die Börse honoriert das nicht: Die Nvidia-Aktie verliert am Donnerstagnachmittag 1,7 Prozent auf 194,27 Euro, unter Aktionären überwiegt dennoch das Vertrauen in die Marktstellung des Konzerns.

Milliarden für Trägerplatten aus Sejong und Busan

Auf Nvidia sollen rund 2,6 Billionen Won entfallen, auf Tesla etwa 1,1 Billionen Won. Das Geld fließt in Werke in Sejong und Busan, die sogenannte FC-BGA-Substrate herstellen – Trägerplatten, auf denen leistungsstarke KI-Chips sitzen und die deren hohen Stromverbrauch und die Abwärme verkraften müssen. Hintergrund ist ein wachsender Engpass bei diesen Bauteilen. Nvidia hatte Samsung Electro-Mechanics am Mittwoch auf seiner Entwicklerkonferenz in Berlin als neuen Substrat-Partner vorgestellt und will seine Kapazitäten bei diesen Bauteilen binnen drei Jahren auf das Zweieinhalbfache steigern. Tesla sichert sich über einen Liefervertrag Substrate für die Jahre 2029 bis 2033, unter anderem für Chips in autonomen Fahrzeugen und dem Roboter Optimus. Tesla notiert rund 1,5 Prozent tiefer bei knapp 339 Euro.

Aus Anlegersicht unterstreicht der Ausbau vor allem, wie fest Nvidia im Sattel sitzt. Selbst wer wolle, könne kurzfristig gar nicht auf ein anderes System umsteigen, weil die Fertigungskapazitäten dafür schlicht fehlten. Hinzu komme die Bindung an die hauseigene Software-Plattform CUDA, von der man sich nicht mal eben löse, sowie die hohe Energieeffizienz der Chips. Der Ton zu diesem Punkt ist selbstbewusst.

In dem Bereich wechselt man nicht mal schnell von CUDA weg. […] Außerdem NVIDIA bitte nicht nur auf Chips runterbrechen. Die Firma bietet eine komplette KI-Infrastruktur an!

Bemerkenswert ist der Zeithorizont: Die neuen Linien sollen erst Ende 2027 fertig werden, die Serienproduktion ist für die zweite Jahreshälfte 2028 geplant.

Lange Verträge treffen auf Zweifel an 2030

Gerade dieser Zeitrahmen berührt die Frage, die Aktionäre derzeit umtreibt: Wie lange hält der Investitionsboom der großen Cloud-Konzerne an? Die Hyperscaler wie Amazon, Microsoft, Alphabet oder Meta würden irgendwann mit dem Aufbau ihrer KI-Rechenzentren fertig, lautet ein Einwand – ab 2029 oder 2030 sei ein Gewinnwachstum wie heute kaum vorstellbar. Dem wird entgegengehalten, dass Rechenzentren seit Jahrzehnten gebaut würden und es keinen Grund gebe, warum ausgerechnet KI-Rechenzentren in wenigen Jahren abgeschlossen sein sollten. Die Gewinnsteigerung dürfte relativ sinken, absolut aber weiter zulegen. Die Einschätzungen bleiben damit gespalten, die Zuversicht überwiegt jedoch leicht.

An der Wall Street wurde der Bericht vorbörslich zudem mit der Debatte um eine Kreislauf-Finanzierung verknüpft: Wenn Konzerne die Kapazitäten ihrer Zulieferer und Partner selbst bezahlen, lässt sich schwerer abschätzen, wie viel Nachfrage aus eigener Kraft entsteht.

Asiatische Chipwerte unter Druck

Das Umfeld ist ohnehin rau. Asiatische Technologiewerte gerieten am Donnerstag deutlich unter Druck. Die Aktie von Ibiden, neben Unimicron bislang einer der wichtigsten Substrat-Lieferanten von Nvidia und weiterhin Teil des Ausbauplans, bricht um 10,8 Prozent auf 48,60 Euro ein. Auch Samsung Electronics notiert leicht im Minus.

Auf Anlegerseite wird die Schwäche weniger dem Deal als der Politik zugeschrieben. Mehrere Aktionäre beklagen, dass gute Quartalszahlen derzeit einfach verpufften, weil Äußerungen aus dem Weißen Haus zum Iran-Konflikt die Märkte unberechenbar machten. Für Big-Tech-Werte könnte zudem mehr Regulierungsdruck folgen, wird befürchtet. Kurzfristige Ausschläge änderten am langfristigen Bild aber wenig, so der Gegenpol. Die Stimmung schwankt damit zwischen Frust über das Umfeld und Vertrauen in Nvidias Marktstellung.

Bn-Redaktion/sb
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