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Neocloud-Warnung

IREN fällt auf Jahrestief 26.10.2026, 14:30 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Neocloud-Warnung: IREN fällt auf Jahrestief
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Name Aktuell Diff. Börse
IREN 21,99 EUR -1,95 % Quotrix Düsseldorf
Nebius Group Registered (A) 137,18 EUR -3,23 % TTMzero RT
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Mehr als 200 Anbieter von KI-Rechenleistung könnten nach Ansicht von Elon Musk verschwinden oder von Konkurrenten geschluckt werden. Die Aktie von IREN fiel daraufhin am Vormittag bis auf 21,12 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit einem Jahr; zuletzt notierte sie rund 2 Prozent im Minus bei 21,81 Euro. Ganz anders Nebius: Am Morgen zeitweise knapp 6 Prozent im Minus, hat die Aktie die Verluste inzwischen vollständig aufgeholt und liegt leicht im Plus.

Musk sieht Kreditmärkte für viele Neoclouds verschlossen

Der Ausverkauf bei KI-Infrastrukturwerten geht damit weiter. Neoclouds vermieten Rechenleistung für KI-Anwendungen und haben sich hoch verschuldet, um teure Grafikprozessoren von Nvidia zu kaufen und neue Rechenzentren zu bauen. Genau hier setzt Musks Warnung an, die er am Sonntag auf X verbreitete: Für Unternehmen ohne nennenswerte Umsätze außerhalb des KI-Rechenzentrumsgeschäfts seien die Kreditmärkte praktisch dicht. Einige würden es schaffen, aber nicht viele. Eine Übernahme durch SpaceX schloss er aus. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Am selben Wochenende teilte Musk mit, SpaceX habe sich eine Fremdfinanzierung über 40 Milliarden US-Dollar gesichert – vor allem für KI-Chips von Nvidia.

Unter Aktionären stößt die Warnung deshalb auf Misstrauen gegenüber dem Absender. Mehrere sehen darin vor allem Stimmungsmache in eigener Sache, X diene Musk inzwischen in erster Linie für seine Zwecke. Auch die Lesart, er wolle Anbieter am Ende günstig übernehmen, macht die Runde – ihr steht allerdings seine ausdrückliche Absage an Zukäufe durch SpaceX entgegen. Der Grundton bleibt gereizt.

CoreWeave-Anleihen rentieren um 16 Prozent

Dass die Finanzierung zum Engpass wird, zeigt sich am Anleihemarkt. Bei CoreWeave, dem größten Anbieter der Branche mit Schulden von rund 50 Milliarden US-Dollar, sind die Renditen einiger Anleihen zuletzt in Richtung 16 Prozent geklettert. Die Aktie verliert am Montag rund 2,4 Prozent.

Aus Anlegersicht ist das Risiko bei CoreWeave am größten – eine Einschätzung, die sich durch die Reaktionen zieht. Ganz abschreiben will man CoreWeave dennoch nicht: Anteilseigner Nvidia würde einen Zusammenbruch kaum zulassen und den Anbieter im Notfall eher übernehmen, so die Hoffnung auf Aktionärsseite.

IREN und Nebius verweisen auf Kundenvorschüsse

IREN und Nebius hatten sich schon vor Musks Vorstoß gegen Zweifel an ihrer Finanzierung gewehrt. IREN-Co-Chef Daniel Roberts betonte in der Vorwoche, die eigenen Rechenzentren seien schuldenfrei und bislang in bar bezahlt; bei neueren Dreijahresverträgen leisteten Kunden Vorauszahlungen von 45 bis 55 Prozent der Kosten für die Grafikprozessoren. Nebius-Chef Arkady Volozh räumte ein, dass einige Finanzierungsquellen vorübergehend versiegt seien, sieht den geplanten Ausbau aber durch Kundenvorschüsse und andere Instrumente gedeckt. Erst vergangene Woche hatte sich Nebius eine Kreditlinie über 3,5 Milliarden US-Dollar gesichert.

Genau diese Unterscheidung beschäftigt Anleger: Nicht jede angekündigte Rechenzentrums-Milliarde stehe für ein laufendes Projekt.

Was wir zum größten Teil sehen sind Ankündigungen. Wenn du das von den tatsächlichen, fortgeschrittenen Projekten trennst, bleibt weniger übrig. Und da sind Nebius, Iren und ein paar andere ganz vorn dran.

Der Einwand der Gegenseite zielt auf die Nachfrage: Weil die großen Cloud-Konzerne eigene Rechenzentren bauten und künftig um dieselben Kunden konkurrierten, entstünden derzeit erhebliche Überkapazitäten. Grafikprozessoren brauche es zwar – aber nicht in dieser Menge.

IREN ringt um einen Boden

Am Kurs von IREN prallen die Beruhigungsversuche bislang ab. Binnen einer Woche hat die Aktie rund 12 Prozent verloren, vom Jahreshoch bei gut 63 Euro ist sie inzwischen etwa zwei Drittel entfernt. Bei IREN-Aktionären überwiegt Ernüchterung. Selbst gute Quartalszahlen hätten Werte aus dem KI-Sektor zuletzt nicht gestützt, lautet ein Einwand; solange Kapital für die Branche teurer werde, sei ein Boden nicht absehbar. Die Gegenposition setzt auf die anstehende Berichtssaison, deren Zahlen positiv überraschen könnten. Mehrere richten den Blick zunächst auf die Eröffnung der Wall Street am Nachmittag. Die Stimmung schwankt damit zwischen Resignation und vorsichtigem Abwarten.

Bn-Redaktion/sb
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