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Bestes Ifo seit 2023

DAX springt über 25400 26.10.2026, 14:36 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Bestes Ifo seit 2023: DAX springt über 25400
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DAX 25.490,00 PKT +1,35 % L&S Exchange
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Die Stimmung in Deutschlands Chefetagen ist so gut wie zuletzt im Frühjahr 2023. Der DAX nimmt das Signal dankbar auf: Nach einer Verlustwoche mit einem Minus von 1,7 Prozent klettert der Leitindex am Montag um rund 1 Prozent auf 25.436 Punkte, im Tageshoch waren es 25.453 Punkte. Unter Anlegern wächst damit die Zuversicht – wenn auch mit spürbarer Vorsicht.

Ifo steigt zum sechsten Mal in Folge

Das Ifo-Geschäftsklima kletterte im Oktober von 89,9 auf 90,2 Punkte und übertraf damit die Prognose von 90,0 Punkten. Getragen wird der Anstieg von den Erwartungen der rund 9.000 befragten Führungskräfte, während sie ihre aktuelle Lage etwas skeptischer beurteilen. Besonders deutlich hellte sich die Stimmung in der Industrie auf, wo ein dickes Auftragspolster und das Infrastrukturprogramm der Bundesregierung den Ausschlag geben. Nach einem stagnierenden Sommer deuten die Daten aus Sicht des Ifo-Instituts auf ein gutes viertes Quartal hin.

Aus Anlegersicht kam der Impuls überraschender als erwartet. Kurz vor der Veröffentlichung um 10 Uhr wurde noch damit gerechnet, dass die Daten längst eingepreist seien. Tatsächlich setzte genau zu diesem Zeitpunkt der Schub ein, der den Index von rund 25.340 auf mehr als 25.400 Punkte trug. Wer zuvor nicht dabei war, wolle dem Anstieg nun nicht hinterherlaufen, heißt es auf Anlegerseite – Wetten auf fallende Kurse erscheinen zugleich zu riskant. Die Grundstimmung bleibt abwartend.

Schnäppchenjäger kehren aufs Parkett zurück

Neben den Konjunkturdaten lockten nach Einschätzung des Vermögensverwalters QC Partners die zuvor gesunkenen Kurse erste Schnäppchenjäger an. Dort wurde allerdings auch gewarnt, dass solche Käufer ihre Gewinne zuletzt rasch mitgenommen und weitere Anstiege ausgebremst hätten; charttechnisch bleibe der DAX in seinem Seitwärtsmarkt gefangen. Am Freitag war der Index unter die 21-Tage-Linie als Gradmesser des kurzfristigen Trends gerutscht, hatte die Marke von 25.000 Punkten aber gehalten. Die Erholung ist breit: Der MDAX gewinnt 1,2 Prozent auf gut 30.200 Punkte, die Deutsche Bank legt vor ihren Quartalszahlen in dieser Woche 2,6 Prozent auf 28,56 Euro zu. Bayer zählte am frühen Nachmittag nach starken Studiendaten zum Prostatakrebsmittel Nubeqa mit einem Plus von 3,9 Prozent zu den Favoriten im Index.

Auf Aktionärsseite wird genau dieses Muster kritisch beäugt. Mehrere Anleger verweisen darauf, dass Privatanleger bereits in großer Zahl auf steigende Kurse setzen – ein Umstand, der eher gegen einen nachhaltigen Ausbruch spreche.

Je weniger long um so höher der Dax..

Dahinter steht eine klassische Überlegung: Erst wenn viele Long-Positionen aufgegeben seien, habe der Markt wirklich Luft nach oben. Hinzu kommt der Blick auf offene Kurslücken im Chart – sind sie geschlossen, könne es auch rasch wieder abwärts gehen. Der Ton bleibt entsprechend vorsichtig.

Zinswoche entscheidet über die Konjunkturhoffnung

Ob die bessere Stimmung trägt, dürfte sich schon in den kommenden Tagen zeigen. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed, am Donnerstag die EZB über die Leitzinsen. Für beide wird diesmal keine Änderung erwartet. Die Fed hatte ihren Leitzins im September auf 3,75 bis 4 Prozent angehoben, eine weitere Erhöhung im Dezember gilt bei beiden Notenbanken als weitgehend eingepreist. Für die deutsche Wirtschaftsleistung im dritten Quartal schließen Ökonomen der Helaba sogar einen leichten Rückgang nicht aus.

Verschärft wird die Zinsfrage durch den Ölpreis, der die Inflation hoch hält. Die Nordseesorte Brent kostet mit gut 115 Dollar je Barrel, umgerechnet rund 103 Euro, zwar 1,4 Prozent weniger als am Freitag, hat sich vom Tagestief aber wieder gelöst. Für Privatanleger ist die Kette schnell erzählt: Teureres Öl bedeute mehr Inflation, mehr Inflation höhere Zinsen – und das könne den DAX rasch wieder belasten. Hoffnung ruht dagegen auf den laufenden Verhandlungen im Nahen Osten; vor den US-Zwischenwahlen am 3. November könne sich Washington eine Eskalation mit noch höheren Ölpreisen kaum leisten, lautet ein Argument. Die Anleger-Stimmung pendelt damit zwischen Konjunkturhoffnung und Zinssorge.

Bn-Redaktion/sb
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