Thyssenkrupp Nucera bricht ein

Wasserstoff-Hoffnung zerplatzt 25.11.2025, 12:58 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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thyssenkrupp nucera 9,50 USD -4,52 % Nasdaq OTC

Prognoseschock: Nucera senkt Erwartungen drastisch

Die Wasserstofftochter von Thyssenkrupp sorgt mit einem unerwartet deutlichen Rückgang der Umsatzprognose für Aufsehen: Nucera rechnet im neuen Geschäftsjahr 2025/26 nur noch mit Erlösen zwischen 500 und 600 Millionen Euro. Das gab das Unternehmen am Montagabend per Pflichtmitteilung bekannt. Analysten hatten im Vorfeld mit durchschnittlich 729 Millionen Euro kalkuliert – die Prognose liegt damit teils über 200 Millionen Euro darunter.

Als Grund nennt Nucera die Zurückhaltung potenzieller Kunden bei Investitionen in grünen Wasserstoff. Das Marktumfeld sei angespannt, Projekte würden verschoben oder ganz gestoppt. Entsprechend vorsichtig zeigt sich auch der Vorstand beim operativen Ergebnis (Ebit): Dieses wird für das kommende Geschäftsjahr in einer Spanne zwischen minus 30 Millionen und null Euro erwartet.

Von 845 auf maximal 600 Millionen Euro: Der Hype flaut ab

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 konnte Nucera nach vorläufigen Zahlen noch 845 Millionen Euro Umsatz erzielen – bei einem operativen Gewinn von rund zwei Millionen Euro. Doch der Blick in die Auftragspipeline zeigt, wie stark der Markt eingebrochen ist: Der Auftragseingang fiel auf 348 Millionen Euro, nach 636 Millionen Euro im Vorjahr. Besonders deutlich ist der Rückgang im Kerngeschäft mit grünem Wasserstoff, wo die Bestellungen regelrecht einbrachen – von 356 Millionen auf nur noch 26 Millionen Euro.

Das zeigt: Der zwischenzeitliche Hype rund um grünen Wasserstoff hat spürbar an Dynamik verloren. Geopolitische Unsicherheiten, hohe Investitionskosten und eine unklare Förderkulisse in vielen Ländern bremsen die Nachfrage aus. Nucera ist damit nicht allein – die gesamte Branche kämpft mit Verzögerungen bei Großprojekten und fehlender Planungssicherheit.

Chlor-Alkali-Sparte stabilisiert das Geschäft

Trotz des Gegenwinds im Zukunftssegment gibt es auch Lichtblicke: Das klassische Chlor-Alkali-Geschäft, das traditionell weniger schwankungsanfällig ist, entwickelte sich zuletzt positiv und legte im Jahresverlauf zu. Dieser Bereich liefert weiterhin verlässlich Umsätze und könnte sich in der aktuellen Marktphase als strategischer Anker für Nucera erweisen.

Bereits im dritten Quartal des Vorjahres war das Unternehmen wegen Projektverzögerungen in die Verlustzone gerutscht. Die jüngste Prognosesenkung dürfte diese Sorgen nun weiter verstärken. An der Börse fiel die Reaktion prompt aus: Auf der Handelsplattform Tradegate verlor die Aktie von Thyssenkrupp Nucera in einer ersten Reaktion rund drei Prozent.

Die große Herausforderung bleibt: Nucera muss den Spagat zwischen strategischer Ausrichtung auf den Wasserstoffmarkt und kurzfristiger Ertragssicherung meistern – in einem Sektor, dessen politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen weiterhin im Fluss sind.

Bn-Redaktion/aw
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