Trump droht, Novo wankt

Preiskrieg bei Abnehm-Medikamenten 17.10.2025, 20:25 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Trump droht, Novo wankt: Preiskrieg bei Abnehm-Medikamenten
© Symbolbild von Haley Lawrence auf Unsplash
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Name Aktuell Diff. Börse
Novo Nordisk 41,90 EUR +0,65 % Lang & Schwarz

Politischer Gegenwind aus den USA

Die jüngsten Kursverluste von Novo Nordisk gehen auf eine Ankündigung zurück, die aus Washington D.C. kam, aber weltweit Wirkung zeigte. Trump erklärte bei einer Wahlkampfveranstaltung, er wolle die „Wucherpreise“ für Medikamente wie Wegovy und Ozempic „drastisch senken“.
Diese beiden Medikamente machten 2024 rund 65 % des Konzernumsatzes aus und sind das Herzstück von Novos Erfolgsgeschichte.

Allein im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von über 38 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 33 % entspricht. Der operative Gewinn stieg um 38 %, die operative Marge lag bei beeindruckenden 44 %. Ein wesentlicher Treiber war die starke Nachfrage nach GLP-1-basierten Medikamenten, die den Blutzuckerspiegel regulieren und Gewichtsreduktion fördern.

Trump könnte mit seinen Plänen diesen Wachstumstreiber empfindlich treffen: Die USA machen über 55 % des Umsatzes mit den Abnehmpräparaten aus. Analysten schätzen, dass eine Preisregulierung die Gewinne von Novo um bis zu 10 % reduzieren könnte, sollten Rabattvorgaben umgesetzt werden.

Management reagiert mit strategischem Umbau

Novo reagierte rasch: Das Unternehmen holte den ehemaligen AbbVie-Manager Greg Miley als neuen Leiter der US-Geschäftseinheit. Seine Aufgabe ist es, das politische Lobbying zu verstärken und Strategien zur Preisstabilisierung zu entwickeln.
Collins gilt als erfahrener Verhandler mit engen Kontakten zu US-Gesundheitsbehörden – ein deutliches Signal, dass Novo Nordisk die Bedrohung ernst nimmt.

Gleichzeitig betont der Konzern seine Forschungsoffensive: In den kommenden drei Jahren sollen über 25 Milliarden Euro in neue Produktionskapazitäten und F&E fließen. Ein Fokus liegt auf einer oralen Version von Wegovy, die bereits in klinischen Tests vielversprechende Ergebnisse zeigt.

Anleger zwischen Wachstumsstory und Risiko

Trotz des politischen Drucks bleibt die Investmentstory intakt. Die Nachfrage nach Abnehm-Medikamenten wächst rasant – allein in den USA nehmen laut Bloomberg bereits über 9 Millionen Menschen GLP-1-Präparate.
Barrons berichtet, dass Novo Nordisk und Eli Lilly zusammen bereits 90 % des globalen Marktes für Adipositas-Medikamente kontrollieren.

Analysten von Deutsche Bank und UBS halten den Rücksetzer daher für übertrieben. Sie sehen den fairen Wert der Aktie zwischen 52 und 55 EUR. Beide Institute verweisen darauf, dass Preissenkungen in der Vergangenheit meist langsamer umgesetzt wurden, als angekündigt.

Globale Expansion als Gegengewicht

Der Konzern baut derzeit massiv Produktionskapazitäten außerhalb Europas auf – insbesondere in den USA (North Carolina) und Irland, um Lieferengpässe zu vermeiden. Zudem bereitet sich Novo auf den Markteintritt in Indien vor, wo die Arzneimittelbehörde CDSCO kürzlich Ozempic genehmigt hat.

Community-Stimmung

Im Börsennews-Forum zeigen sich die Anleger gespalten:
Ein Nutzer schreibt: „Trump redet viel – Novo bleibt Weltmarktführer.“
Ein anderer entgegnet: „Wer politisch im Visier steht, wird an der Börse bestraft.“
Mehrere Stimmen verweisen auf das langfristige Potenzial: „Selbst mit Preisdeckel bleibt die Nachfrage gigantisch.“
Insgesamt herrscht verhaltener Optimismus – kurzfristige Skepsis trifft auf langfristiges Vertrauen in die Marktdominanz des dänischen Pharmariesen.

Fazit

Mit einem Kurs von 46,44 EUR steht Novo Nordisk im Spannungsfeld zwischen politischem Druck und wirtschaftlicher Stärke. Die kurzfristigen Risiken sind real, doch der strukturelle Trend bleibt ungebrochen: Fettleibigkeit und Diabetes zählen zu den größten Gesundheitsproblemen der Welt – und Novo hat die passenden Medikamente.
Wer Volatilität aushält, sieht in dieser Schwächephase nicht das Ende einer Erfolgsstory, sondern einen vorübergehenden Preisdämpfer in einem Megamarkt.

Bn-Redaktion/pl
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