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Milliardenmarkt im Orient fällt plötzlich aus 13.03.2026, 17:21 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Orient
© Symbolbild von Damir Babacic auf Unsplash
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TUI 6,624 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Evakuierung beendet – lukratives Orient-Geschäft bricht weg

Der Reisekonzern TUI hat die Evakuierung seiner Gäste aus dem Nahen Osten abgeschlossen. Am Donnerstag landeten die letzten 180 Passagiere der „Mein Schiff 5“ nach einem Charterflug aus Doha in Frankfurt. Operativ markiert dieser Schritt zwar das Ende einer logistischen Ausnahmesituation, wirtschaftlich beginnen für den Konzern jedoch erst jetzt die eigentlichen Herausforderungen.

Mit der Rückführung der Kreuzfahrtgäste kommt das margenstarke Winter- und Frühjahrsgeschäft in der Golfregion nahezu vollständig zum Stillstand. Gerade in den vergangenen Jahren hatte sich der Orient für TUI zu einem wichtigen saisonalen Wachstumsmarkt entwickelt. Der kurzfristige Ausfall dieser Routen hinterlässt daher eine empfindliche Lücke im Geschäftsmix.

Gleichzeitig verschärft sich die Kostenseite deutlich. Der Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent ist über die Marke von 100 US-Dollar gestiegen. Für einen integrierten Reisekonzern wie TUI mit 134 Flugzeugen und 16 Kreuzfahrtschiffen schlagen steigende Energiepreise unmittelbar auf die Kostenstruktur durch. Besonders problematisch ist dabei, dass ein großer Teil der Reisen bereits zu festen Preisen verkauft wurde. Die höheren Treibstoffkosten können daher nur begrenzt kurzfristig an Kunden weitergegeben werden.

Strategischer Rückschlag im Oman

Neben den geopolitischen Belastungen muss TUI auch einen wichtigen strategischen Dämpfer verkraften. Die geplante Kooperation mit der staatlichen omanischen OMRAN Group zur Entwicklung touristischer Infrastruktur im Dhofar-Gebiet wurde zunächst ausgesetzt.

Das Projekt sollte die Präsenz des Konzerns in der Region ausbauen und zugleich eine stabilere Alternative zu anderen Destinationen im Nahen Osten schaffen. Mit der Pause dieser Expansionspläne verliert TUI eine potenzielle Wachstumsoption, die gerade in einem geopolitisch sensiblen Umfeld strategische Bedeutung gehabt hätte.

Die Verschiebung trifft das Unternehmen zu einem Zeitpunkt, in dem viele Reiseveranstalter versuchen, ihre regionalen Risiken stärker zu diversifizieren. Ohne neue Destinationen in der Region fällt es schwerer, die weggefallenen Orient-Routen kurzfristig zu ersetzen.

Neue EU-Regeln erhöhen den Kostendruck

Zusätzlichen Gegenwind bringt die Regulierung aus Brüssel. In dieser Woche wurde ein neues EU-Gesetz zu Pauschalreisen verabschiedet, das die Rechte von Urlaubern in Krisensituationen erweitert. Für Reiseveranstalter bedeutet dies künftig höhere Rückstellungen für mögliche Entschädigungen sowie steigende administrative Kosten bei der Abwicklung von Ansprüchen.

Für ein Unternehmen wie TUI mit einem stark integrierten Geschäftsmodell – vom Reisevertrieb über Airlines bis hin zur Kreuzfahrtflotte – wirken sich solche regulatorischen Anpassungen besonders stark aus. Die neuen Anforderungen könnten langfristig zu einer komplexeren Risikoabsicherung und höheren operativen Aufwendungen führen.

An der Börse spiegeln sich diese Belastungsfaktoren bereits deutlich wider. In den vergangenen 30 Tagen ist die TUI-Aktie um gut 20 Prozent gefallen und notiert aktuell bei 6,60 Euro. Damit rückt das 52-Wochen-Tief von 5,86 Euro wieder spürbar näher. Auch die angekündigte Dividende von 0,10 Euro für das laufende Geschäftsjahr bietet angesichts der jüngsten Kursverluste nur eine begrenzte Stabilisierung.

Um die Ausfälle im Orient-Geschäft auszugleichen, wird für TUI nun das europäische Sommergeschäft zum entscheidenden Faktor. Gelingt es dem Management nicht, die stark gestiegenen Kerosinkosten über kurzfristige Buchungen und Preisanpassungen teilweise an die Kunden weiterzugeben, könnte sich der Margendruck im Verlauf des Geschäftsjahres deutlich verstärken.

Bn-Redaktion/aw
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