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Softwarewerte erholen sich - SAP überwinden Chart-Hürde 01.06.2026, 16:46 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Nemetschek 67,18 EUR +7,65 % TTMzero RT
SAP 167,91 EUR +7,48 % Lang & Schwarz
Microsoft 397,05 EUR +3,28 % L&S Exchange
Salesforce 181,43 EUR +10,29 % Lang & Schwarz
TeamViewer 6,49 EUR +10,94 % Gettex

(neu: aktuelle Kurse, Aussagen des Nvidia-Chefs, US-Werte)

FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aktien von Softwareunternehmen haben am Montag in den Indizes der Dax-Familie zu den größten Gewinnern gezählt. In einem von den jüngsten Rekorden an der US-Technologiebörse Nasdaq gestützten Umfeld setzten hierzulande SAP DE0007164600, Nemetschek DE0006452907 und Teamviewer DE000A2YN900 ihre Erholung fort.

Weiterhin herrscht am Markt die Hoffnung vor, dass der anhaltende Boom von Künstlicher Intelligenz (KI) nicht vornehmlich die Geschäftsmodelle der Software-Hersteller bedroht, sondern auch Chancen bietet. Entsprechende Aussagen des Vorstandsvorsitzenden von Nvidia US67066G1040, Jensen Huang, trugen ebenso zu der weiter guten Stimmung bei wie die in der vergangenen Woche präsentierten, starken Geschäftszahlen der US-Unternehmen Okta US6792951054 und Snowflake US8334451098.

So gewannen die Aktien des hiesigen Branchenprimus SAP an der Spitze des leicht sinkenden, deutschen Leitindex Dax DE0008469008 zuletzt mehr als sieben Prozent auf 166,66 Euro. Sie überwanden damit die Hürde von 160 Euro, die sich Mitte Mai und Mitte April als bedeutender technischer Widerstand erwiesen hatte.

Gleichwohl zählen die SAP-Papiere seit Jahresbeginn mit einem Minus von einem Fünftel immer noch zu den größten Verlierern im Dax. Auch das charttechnische Bild ist weiterhin recht getrübt. Zwar setzten sich die Anteilscheine dank ihrer jüngsten Erholung etwas vom tiefsten Stand seit Anfang Januar 2024 ab und überwanden kurz- und mittelfristige Durchschnittslinien. Doch die viel beachteten 200-Tage-Linien als technischer Maßstab für die langfristige Entwicklung liegen noch in weiter Ferne.

Unter den besten Werten im MDax DE0008467416 gewannen die Papiere von Nemetschek sieben Prozent auf 66,10 Euro. Für die Teamviewer-Aktien ging es um acht Prozent nach oben. In New York griffen Anleger bei Aktien wie Microsoft US5949181045, Salesforce US79466L3024, Adobe US00724F1012 und Workday US98138H1014 zu.

Nvidia-Chef Huang wies Befürchtungen zurück, die Branche könne durch fortschrittlichere KI-Tools vor einer völligen Umgestaltung stehen. "Es ist tatsächlich eine unglaubliche Zeit, um ein Softwareunternehmen zu sein", sagte Huang in einer Grundsatzrede auf der Computex-Messe in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh.

Der Nvidia-Chef fuhr fort: "Viele Leute haben gesagt: 'Jensen, die agentische KI kommt, deshalb werden alle Softwareunternehmen vom Markt verschwinden.' Ich habe geantwortet: 'Es ist genau das Gegenteil.' Denn es wird so viele Agenten geben, dass die Welt nicht mehr durch die Anzahl der Menschen begrenzt ist. Deshalb werden diese Agenten mehr Werkzeuge nutzen als je zuvor." Unter agentischer Künstlicher Intelligenz versteht man KI-Systeme, die selbstständig planen und Entscheidungen treffen, ohne dass einzelne Schritte immer von Menschen vorgegeben werden müssen.

Ingo Koczwara, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz, schrieb: "Für Anleger spricht vieles dafür, an den strukturellen KI-Trends beteiligt zu bleiben, ohne die Risiken einer fortgeschrittenen Marktphase zu unterschätzen." Entscheidend sei ein selektiver Ansatz entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von den großen Plattformanbietern über Chipproduzenten bis hin zu Infrastrukturunternehmen.

"Gerade weil sich die Marktgewinne derzeit auf relativ wenige Titel konzentrieren, dürfte die Qualität der Einzelselektion an Bedeutung gewinnen", fuhr Koczwara fort. Gleichzeitig erscheine es sinnvoll, nicht mit maximalem Risiko in einen Markt zu gehen, der von hohen Erwartungen, enger Marktbreite und spätzyklischen Mustern geprägt sei.

Das Umfeld bleibt dem Experten zufolge chancenreich, verlange aber eine Positionierung mit Augenmaß. Wer strukturelles Wachstum nutzen wolle, sollte deshalb nicht nur auf die sichtbarsten Gewinner des KI-Booms setzen, sondern auch darauf achten, wie nachhaltig Geschäftsmodelle, Margen und Investitionsdynamik tatsächlich seien.

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