Bellingham sofort gefordert

Hohe Dortmunder Ansprüche 16.06.2025, 10:47 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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EAST RUTHERFORD (dpa-AFX) - Die größten Hoffnungen ruhen auf einem 19-Jährigen. Wenn Borussia Dortmund am Dienstag (18.00 Uhr/DAZN und Sat.1) gegen Fluminense Rio de Janeiro in die Club-WM startet, wird Jobe Bellingham in der Startelf stehen - sollte nicht noch eine kurzfristige Blessur dazwischenkommen.

Viel Eingewöhnungszeit ist für den englischen Teenager und Bruder des früheren BVB-Profis Jude Bellingham nicht vorgesehen. Dabei wurde der Dortmunder Königstransfer des bisherigen Sommers erst in der vergangenen Woche perfekt gemacht.

"Ich erwarte sofort vom ersten Tag an, dass er funktioniert", sagte Trainer Niko Kovac vor dem ersten Auftritt seines Teams gegen den viermaligen brasilianischen Meister in East Rutherford bei New York: "Er fährt nicht mit, um sich Amerika anzuschauen." Jobe soll in die Fußstapfen seines großen Bruders Jude Bellingham treten, der bis 2023 in Dortmund kickte, nun für Real Madrid spielt und im Viertelfinale auf seinen Ex-Club und Bruder treffen könnte.

"Wir wollen mindestens die Gruppenphase überstehen und dann schauen, wie weit uns das Turnier tragen kann", sagte Sportdirektor Sebastian Kehl. Ersatzkapitän Julian Brandt als Vertreter für die verletzten Emre Can und Nico Schlotterbeck ergänzte zum in der Form neuen FIFA-Turnier: "Du musst da schon hinfahren, um gewinnen zu wollen."

Große BVB-Ambitionen trotz Kader-Baustellen

Hohe Ziele für den BVB, dessen Kader in der Form in der vergangenen Saison lange Zeit als nicht wettbewerbsfähig galt. Zumindest nicht auf dem höchsten Niveau. Der zu Beginn vom Umfeld kritisch beäugte Kovac aber brachte die Dortmunder wieder auf Kurs und schaffte insbesondere mit einer Systemumstellung doch noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Sprung in die Champions League. Vor der Club-WM kam nur noch Bellingham als Fixpunkt fürs Mittelfeld dazu.

"Er ist eine absolute Persönlichkeit. Auch schon in dem Alter. Er ist sehr klar", sagte Kehl über den für gut 30 Millionen Euro vom englischen Zweitligisten AFC Sunderland geholten Bellingham. "Er ist sicher noch nicht fertig mit 19 Jahren, aber er ist jemand, der schon sehr viel mitbringt. Ein Junge, auf den wir uns sehr, sehr freuen", sagte Kovac. Er wollte den "Box-to-Box-Spieler" unbedingt haben.

Dafür gibt sich Kovac trotz der Ausfälle von Can und Schlotterbeck mit dem aktuellen Kader ohne größere Reparaturen zufrieden. "Ich habe jetzt nicht die großen Wünsche", sagte der BVB-Coach. "Wenn wir alle gesund bleiben, dann ist das schon ein sehr guter Bundesliga-Kader."

Aktueller Kader sollte zum Minimalziel reichen

Die Vorrunde gegen Fluminense, die Mamelodi Sundowns aus Südafrika und HD Ulsan aus Südkorea sollte Dortmund auch in der aktuellen Zusammensetzung überstehen. Gegen den stärksten Gegner geht es gleich zum Auftakt. Fluminense mit dem inzwischen 40 Jahre alten Kapitän Thiago Silva befindet sich mitten in der Saison und steht daher voll im Saft. Mit einem Kaderwert von rund 80 Millionen Euro im Vergleich zu den rund 480 Millionen des BVB sind die Brasilianer dennoch Außenseiter.

Aber reicht der Kader auch, um gegen die globalen Top-Teams zu bestehen? Auch einige oft enttäuschende Profis der vergangenen Saison sind noch dabei. Ein kurzfristiger Verkauf von Flügelflitzer Jamie Gittens zum FC Chelsea scheiterte, und Brandt führt den BVB nun sogar als Kapitän in den USA an.

Zudem könnte das Kuriosum eintreten, dass der aktuell nur bis zum 30. Juni vom FC Chelsea ausgeliehene Carney Chukwuemeka mitten im Turnier abreisen muss. "Wie es nach dem 30.6. weitergeht, weiß ich nicht. Das ist die Aufgabe der Clubs", sagte Kovac.

Erfolg in den USA bestimmt Umfang des Kader-Umbaus

Der Trainer spielt bei der Club-WM mit ihren irren Einnahmemöglichkeiten mit seinem Team auch darum, dass zur neuen Saison personell noch nachgelegt werden kann. Ein hoher zweistelliger Millionengewinn ist für den BVB in den USA drin. "Wir haben über die Club-WM sicher nochmal die Möglichkeit, zusätzliche Gelder einzuspielen. Das kann uns dann im Sommer sicher nochmal mehr Luft geben", sagte Kehl./lap/DP/mis

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