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Schaeffler schockt Anleger mit schwachen Aussichten bei E-Autos 31.07.2026, 12:39 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Schaeffler 7,015 EUR -13,18 % Quotrix Düsseldorf

(neu: Kurs, mehr Details, Analysten.)

HEZOGENAURACH (dpa-AFX) - Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler DE000SHA0100 streicht wegen der schlechten Lage in der Autoindustrie seine mittelfristigen Geschäftsziele zusammen. Vor allem der mit dem Vitesco-Zukauf verstärkte Bereich rund ums Elektroauto macht Probleme und wächst bis 2028 nicht so stark, wie Vorstandschef Klaus Rosenfeld es eingeplant hatte. Auch mit dem Erreichen der operativen Gewinnschwelle in der Sparte wird es bis dahin wohl nichts werden. Die im MDax DE0008467416 notierte Aktie fiel am Freitag rasant.

Der Kurs sackte zuletzt um 16 Prozent auf 6,83 Euro ab, zwischenzeitlich wurde der Handel gar unterbrochen. Zuvor war die Bilanz des Titels seit Jahresbeginn fast ausgeglichen. Das Papier hat aber in diesem Jahr ohnehin schon starke Schwankungen hinter sich. Zunächst ging es mit der Fantasie um die Chancen im Zukunftsfeld mit humanoiden Robotern steil bis auf fast 12 Euro nach oben. Dann fiel die Jahresprognose mau aus und setzte der Aktie zu. Bis Anfang Juni erholte sie sich wieder fast bis an das Jahreshoch, bevor wieder ein Abwärtstrend einsetzte.

Analystin Vanessa Jeffriess von der US-Investmentbank Jefferies schrieb, der Konzern liege mit seiner Umsatzprognose für 2028 nun auf Augenhöhe mit ihren eigenen Schätzungen. Allerdings sei sie vorsichtiger als das Gros der Experten gewesen. Beim operativen Ergebnis habe sie gar weniger auf dem Zettel als Schaeffler jetzt anpeile. Der Schnitt der Analysten dürfte aber enttäuscht werden, insbesondere da das Erreichen der Gewinnzone in der Sparte für Elektromobilität zentral für die Anleger sei. Vor rund zwei Wochen hatte sich UBS-Experte Juan Perez-Carrascosa bereits skeptisch gezeigt - die 2028er-Ziele seien ambitioniert.

Die Auftragslage ist für Schaeffler schwächer als gedacht. So dürfte im Jahr 2028 nur noch ein Konzernumsatz von 24 bis 26 Milliarden Euro erzielt werden, teilte der MDax-Konzern überraschend am Freitag in Herzogenaurach mit. Bisher hatte Chef Rosenfeld eine Steigerung auf 27 bis 29 Milliarden Euro im Sinn. Vergangenes Jahr hatte Schaeffler einen Erlös von 23,5 Milliarden Euro erzielt.

Vor allem in der Sparte mit Teilen für Elektroautos sind die Aufträge nicht so üppig, dass die Planungen aufrechterhalten werden können. Die operative Gewinnschwelle wird in dem Bereich wohl ebenfalls nicht wie geplant erreicht. Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern dürfte in dem Geschäft dann stattdessen zwischen minus 4 und 0 Prozent liegen.

Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern auf Konzernebene hingegen erwartet das Management 2028 weiter zwischen 6,0 und 8,0 Prozent. Mit dem niedriger eingeplanten Umsatz dürfte damit aber nun deutlich weniger Gewinn erzielt werden als zunächst in Aussicht gestellt. Beim bereinigten freien Mittelzufluss soll es in zwei Jahren bei den anvisierten 400 bis 600 Millionen Euro bleiben.

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