ROUNDUP/FCAS-Aus

Deutsche Firmen wollen Kampfflieger mitentwickeln 11.06.2026, 17:01 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Airbus 183,68 EUR +1,89 % Lang & Schwarz
MTU Aero Engines 321,15 EUR +2,03 % Lang & Schwarz
Indra Sistemas (A) 56,17 EUR +1,21 % Lang & Schwarz
HENSOLDT 75,99 EUR -0,08 % Lang & Schwarz
Dassault Aviation 295,40 EUR -1,01 % Lang & Schwarz

Nach dem Aus des gemeinsamen französisch-deutschen Kampfflugzeug-Projekts FCAS stehen acht Rüstungsunternehmen für die Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs bereit. Als "Team Gen 6" wollen sich die Rüstungssparte von Airbus NL0000235190, MTU DE000A0D9PT0, Hensoldt DE000HAG0005, MBDA, Autoflug, Diehl Defence, Liebherr, sowie Rohde und Schwarz an der Entwicklung beteiligen.

"Wir dürfen keine Zeit verlieren, müssen von deutscher Seite Verantwortung übernehmen sowie Handlungsfähigkeit zeigen und den Weg zu einem luftgestützten vernetzten Waffensystem mit einem starken Führungsanspruch konsequent weiter beschreiten", heißt es in einem Positionspapier der Unternehmen, das im Rahmen der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin veröffentlicht wurde.

Die Absichtserklärung war dem Vernehmen nach schon vor dem endgültigen FCAS-Scheitern geplant und wurde bereits an Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) übergeben, wie es aus einem der beteiligten Unternehmen hieß. Den Unternehmen war demnach wichtig, dass das Aus von FCAS vor der neuen Kooperationsvereinbarung klar benannt wurde.

Uneinigkeiten zwischen Airbus und Dassault führten zu FCAS-Aus

FCAS steht für "Future Combat Air System". Deutschland und Frankreich hatten das Projekt 2017 vereinbart. Die Unternehmen Dassault FR0014004L86 und Airbus konnten sich in den Verhandlungen aber nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten das Ende des milliardenschweren Kampfjet-Projekts diese Woche nach langen Querelen verkündet. Am Mittwoch betonte Merz auf der ILA, dass ein Teil von FCAS weitergeführt werde - und zwar die sogenannte "Combat Cloud", über die unterschiedlichste Waffensysteme vernetzt werden sollen.

Der gemeinsame Kampfjet sollte eigentlich in Deutschland den Eurofighter und in Frankreich die Rafale-Jets ablösen. Bis zur Verfügbarkeit neuer europäischer Kampfflugzeuge könnte nun eine Lücke entstehen. Für Deutschland könnte diese mit der Beschaffung zusätzlicher F-35-Jets des US-Herstellers Lockheed Martin gefüllt werden.

Kooperation mit Spaniern und Schweden wahrscheinlich

Wie es bei der Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs im Detail weitergeht, ist noch offen. In einer Pressemitteilung betonten Airbus und seine sieben Kooperationspartner ihren Willen zur multinationalen Zusammenarbeit - und verweisen schon auf eine ähnliche Initiative in Spanien. "Eng verzahnt mit den deutschen Partnern formiert sich auch die spanische Industrie mit den Unternehmen Indra ES0118594417, Airbus Defence and Space, Grupo Oesia, GMV, ITP und Sener", hieß es.

Als wahrscheinlichste Möglichkeit gilt, dass das "Team Gen 6" und die spanischen Unternehmen eine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Hersteller Saab anstreben. Das neue Nato-Land Schweden gilt als erfahren im Bau von Militärflugzeugen. Der angestrebte neue Jet wird in der Branche als Kampfflugzeug der sechsten Generation bezeichnet - darauf spielt auch der Name der Unternehmensallianz an.

Pistorius: Entscheidung über Ersatzlösung steht noch aus

"Es wird eine Brückenlösung geben müssen und es wird eine Lösung für danach geben müssen", sagte Verteidigungsminister Pistorius am Rande eines Besuchs im militärischen Nato-Kommando im niederländischen Brunssum. "Wie das im Konkreten aussieht, werden wir jetzt in den nächsten Wochen beraten und dann sehr schnell auch entscheiden. Ich kann Ihnen noch nicht genau sagen, wann das sein wird", sagte der SPD-Politiker. Dazu brauche es Beratungen mit militärischen Ratgebern und Abgeordneten. "Und dann werden wir, denke ich, so bald wie möglich entscheiden."

Pistorius hatte am Dienstag gesagt, dass ihn das FCAS-Scheitern sehr schmerze, eine Einigung aber auch aus seiner Sicht nicht mehr möglich war. "Sowohl Friedrich Merz als auch ich haben mit Dassault und mit Airbus gesprochen, intensiv, bilateral, multilateral. Macron hat es seinerseits versucht. Die entscheidenden Hürden konnten nicht genommen werden oder sollten nicht genommen werden von der Industrie." Am Verhältnis zu Frankreich ändere das Scheitern nichts. "Das war ein ambitioniertes, großes europäisches Projekt, das an der Realität jetzt zerschellt. Damit müssen wir leben. An dem Verhältnis zu Frankreich ändert das gar nichts."

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