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Niedrigere Materialkosten helfen Friedrich Vorwerk - MBB profitiert 12.05.2026, 12:12 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
MBB 198,60 EUR -7,74 % Baader Bank
Friedrich Vorwerk Group 73,78 EUR -11,62 % Lang & Schwarz

Gesunkene Materialkosten haben Friedrich Vorwerk DE000A255F11 bei schwacher Umsatzentwicklung zu einem Gewinnsprung verholfen. Von der positiven Ergebnisentwicklung profitierte auch die Beteiligungsgesellschaft MBB DE000A0ETBQ4 als größter Aktionär von Friedrich Vorwerk. Insbesondere der sehr kalte Februar bremste allerdings das Umsatzwachstum des Pipeline- und Anlagenbauers für Erdgas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen. Analysten zufolge brachte das Wetter die Projektarbeiten im Januar und Februar zum Erliegen. An der Börse kamen die Neuigkeiten nicht gut an.

Für die Aktien von Friedrich Vorwerk ging es in einem schwachen Marktumfeld gut 3 Prozent abwärts. Der Abwärtstrend der vergangenen Tage setzte sich damit fort. MBB verloren am Dienstag sogar fast 7 Prozent, womit sich die Kursgewinne seit Ende April nahezu egalisierten.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent auf gut 139 Millionen Euro, teilte Friedrich Vorwerk am Dienstag in Tostedt mit. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich sogar um rund drei Viertel auf knapp 32 Millionen Euro. Diese deutliche Steigerung führte Friedrich Vorwerk neben den gesunkenen Materialkosten auf gestiegene Ergebnisanteile aus Arbeitsgemeinschaften zurück. Zudem wirkte sich der Verkauf eines Grundstücks mit 1,7 Millionen Euro positiv aus.

Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies hatte die Ergebniseffekte bereits erwartet und sieht das Unternehmen auf Kurs zu den Jahreszielen. Obwohl die operative Marge mit 22,8 Prozent deutlich unter dem Höchststand des vierten Quartals 2025 von 28,8 Prozent lag, erreichte sie dennoch den Mittelwert der Zielbandbreite, merkte er an.

Comtesse blickt aber weiterhin vorsichtig auf die im SDax DE0009653386 notierte Aktie. Dies begründete er mit dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzesentwurf, welcher Freileitungen gegenüber der Verlegung von Kabeln unter der Erde bei neuen Hochspannungsübertragungsprojekten vorzieht. Das seiner Meinung nach "faktische Ende" von Erdverlegungen könnte zum Gegenwind für die Friedrich-Vorwerk-Aktie werden.

Nach Steuern und Minderheitsanteilen verdiente Friedrich Vorwerk mit 16,1 Millionen Euro rund 88 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Jahresziele bestätigte das Management, welche einen Umsatz von 730 bis 780 Millionen Euro und einen operativen Gewinn von 160 bis 180 Millionen Euro vorsehen.

Von der guten Geschäftsentwicklung bei Friedrich Vorwerk profitierte auch die Beteiligungsgesellschaft MBB, sie ist der größte Aktionär des Unternehmens. Deren bereinigter Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um über 40 Prozent auf rund 42 Millionen Euro, wie der ebenfalls im SDax gelistete Konzern mitteilte. Als wesentlicher Treiber nannte MBB neben Friedrich Vorwerk auch die Steigerung der operativen Marge des IT-Dienstleisters und Softwareherstellers DTS.

Derweil sank der Umsatz von MBB um knapp 9 Prozent auf 237,5 Millionen Euro. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 42 Prozent auf 7,7 Millionen Euro.

Die Jahresziele des mehrheitlich den Gründern Christof Nesemeier und Gert-Maria Freimuth gehörenden Unternehmens wurden bestätigt. Sie sehen den Umsatz zwischen 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro, wovon 15 bis 18 Prozent als operative Marge verbleiben sollen.

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