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Redcare enttäuscht auf ganzer Linie - Aktie im Sinkflug 04.03.2026, 10:30 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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DocMorris AG (ex zur Rose) 4,977 EUR -0,25 % Lang & Schwarz

SEVENUM (dpa-AFX) - Die Online-Apotheke Redcare Pharmacy (Shop Apotheke) hat im vergangenen Jahr operativ etwas weniger verdient als gedacht. Auch die Erwartungen des Managements um Unternehmenschef Olaf Heinrich an 2026 sind nicht gerade überschwänglich: So dürfte das Wachstum sein Tempo in diesem Jahr deutlich verlangsamen. Zudem wurde das mittelfristige Margenziel gesenkt. An der Börse sorgten zur Wochenmitte die Zahlen und die Prognosen für lange Gesichter.

Die im MDax notierte Aktie fiel im frühen Handel auf den tiefsten Stand seit Anfang 2023 zurück, zuletzt betrug das Minus gut 15 Prozent auf 50,50 Euro. Der bisherige Jahresverlust vergrößerte sich damit auf mehr als ein Fünftel. Tendenziell ist der Kurs schon seit einem Zwischenhoch im November 2024 bei gut 171 Euro im Abstiegsmodus. Seitdem hat die Aktie rund 70 Prozent an Wert eingebüßt.

Auf noch größeren Verlusten sitzen Anleger, die in der Corona-Hochphase Anfang 2021 zum Rekord bei 249 Euro eingestiegen sind. Der Börsenwert der Online-Apotheke lag zuletzt nur noch bei rund einer Milliarde Euro und damit gut vier Milliarden weniger als vor gut fünf Jahren.

Die neuen Ziele für 2026 enttäuschten über alle Kennziffern hinweg und lägen um fast ein Fünftel unter dem Marktkonsens, bemängelte Jefferies-Analyst Martin Comtesse. Zudem sei im Schlussquartal 2025 offenbar das starke Wachstum bei den verschreibungsfreien Produkten zulasten der Margen gegangen - damit habe der DocMorris-Konkurrent für das Jahr lediglich das untere Ende seiner eigenen Profitabilitätsziele erreicht.

Laut Baader-Experte Volker Bosse sei vor allem der Umsatzausblick für das Deutschland-Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten schwach. Hier habe er sich 2026 einen doppelt so starkes Wachstum erhofft, als der Konzern nun prognostiziere.

Seine Ziele für 2026 hatte das Unternehmen bereits am Dienstagabend präsentiert. Sowohl beim Wachstum als auch der Profitabilität liegen sie unter der bisherigen Durchschnittsprognose der bei Bloomberg erfassten Experten. "Wir bauen Jahr für Jahr die Basis für ein wachstumsstarkes und profitableres Geschäft weiter aus", sagte Redcare-Lenker Heinrich laut Mitteilung vom Mittwoch in Sevenum. "Mit unseren Investitionen in Automatisierung und Kapazitätserweiterung werden wir unsere Wettbewerbsposition weiter stärken."

Laut Redcare dürfte der Erlös in diesem Jahr weitaus weniger wachsen als 2025. So rechnet die Online-Apotheke mit einem Umsatzplus von 13 bis 15 Prozent, das ergibt rechnerisch einen Umsatz von maximal knapp 3,4 Milliarden Euro. Getragen werde dieses Wachstum vor allem von einer weiteren Expansion im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Produkten, hieß es. Dagegen dürften sich die rezeptfreien Produkte auf einem im Vergleich geringeren Wachstumsniveau von "über 8 Prozent" stabilisieren.

Die Profitabilität soll aber ähnlich stark ansteigen wie 2025: Der Vorstand peilt für 2026 eine bereinigte operative Gewinnmarge (bereinigte Ebitda-Marge) von mindestens 2,5 Prozent, nachdem diese im vergangenen Jahr um 0,6 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent angezogen war. Mittelfristig traut sich der Konzern allerdings nur noch eine bereinigte Marge von 5 Prozent zu, statt wie bisher 8 Prozent.

Im vergangenen Jahr hatte Redcare erneut insbesondere vom anziehenden Geschäft mit elektronischen Rezepten in Deutschland profitiert. Sein Ergebnis konnte der Konzern dabei deutlich verbessern, Skaleneffekte und ein genauer Blick auf die Kosten halfen - die Kostenquoten für Vertrieb und Verwaltung verbesserten sich.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei um 72 Prozent auf etwas mehr als 57 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Von Bloomberg befragte Experten hatten mit einem besseren Ergebnis gerechnet.

Der Umsatz kletterte - wie bereits seit Januar bekannt - um rund ein Viertel auf 2,94 Milliarden Euro, wobei das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten sich nach damaligen Angaben in einigen Märkten "verhalten" entwickelt hatte. Die Erlöse mit rezeptpflichtigen Medikamenten stiegen hingegen erstmals über 1 Milliarde Euro./tav/zb/mne/

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