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ROUNDUP/Umfrage

Hälfte der Teenager für Social-Media-Altersgrenzen 27.08.2026, 14:28 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Jeder zweite Teenager im Alter von 12 bis 17 unterstützt in einer Umfrage Altersgrenzen bei Social Media. Dies berichtet die Techniker Krankenkasse. Demnach sprachen sich 47 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ein Verbot bis zu einem gewissen Alter aus - im Durchschnitt bis 14 Jahre. Weitere acht Prozent waren sogar für ein völliges Nutzungsverbot für Kinder und Jugendliche. 39 Prozent lehnten solche Verbote ab.

Die Krankenkasse ließ im April und Mai insgesamt 1.400 junge Leute im Alter von 12 bis 17 Jahren vom Institut Eye Square online befragen. Die Ergebnisse entsprächen einem repräsentativen Abbild dieser Altersgruppe in Deutschland, berichtet die TK. Einige Ergebnisse, die auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt wurden:

80 Prozent für Social Media

Vier von fünf Jugendlichen in der Umfrage sagten, soziale Medien täten ihnen gut oder eher gut. Nur 15 Prozent fanden, die Nutzung tue ihnen nicht gut oder eher nicht gut. 77 Prozent nutzen soziale Netzwerke nach eigenen Angaben, um Spaß zu haben, 75 Prozent als Zeitvertreib. 64 Prozent bleiben über die Netzwerke in Kontakt mit Freundinnen und Freunden. 42 Prozent suchen Inspiration für Sport, Reisen oder Essen. Die beliebtesten Plattformen sind laut Umfrage YouTube, TikTok, Instagram, Snapchat und Roblox.

Viele sind trotzdem genervt

Auf die Frage, was sie bei der Nutzung nervt oder stresst, nannten 57 Prozent die Menge an Werbung. 52 Prozent stören sich an falschen oder irreführenden Informationen oder Bildern. 36 Prozent stresst es, dass sie viel Zeit auf Social Media verbringen. 35 Prozent nennen Mobbing und Beleidigungen, 31 Prozent unerwünschte Bilder und Videos, 14 Prozent geschönte Inhalte.

Lilli Berthold von der Bundesschülerkonferenz sagte bei der Vorstellung der Ergebnisse, soziale Medien seien für Jugendliche nützlich und schädlich zugleich. Freunde vernetzten sich, Geflüchtete hielten Kontakt zu ihren Familien und queere Menschen fänden digital Schutzräume.

Doch soziale Medien lösten auch psychische und körperliche Beschwerden aus. Extremes Beispiel: "Eine der häufigsten Todesursachen der Jugendlichen von 14 bis 27 ist beispielsweise auch die Magersucht." Stehe dies im Zusammenhang mit Social Media, dann müsse die Gesellschaft gegensteuern, sagte Berthold.

Lange Nutzung, schlechte Laune

"Je länger Jugendliche Social Media pro Tag nutzen, desto häufiger berichten sie von negativen Gefühlen und körperlichen Beschwerden", erläutert die TK.

Elf Prozent der Jugendlichen gaben ihre Nutzungszeit mit weniger als einer Stunde pro Tag an. Bei den meisten ist es mehr: 27 Prozent verbringen nach eigenen Angaben ein bis zwei Stunden auf Social Media, bei 26 Prozent sind es zwei bis drei Stunden, bei 19 Prozent drei bis vier Stunden und bei 17 Prozent vier Stunden oder mehr.

In der Gruppe mit vier oder mehr Stunden Nutzungszeit sagen 49 Prozent, sie hätten häufig oder ständig schlechte Laune - bei ein bis zwei Stunden Nutzungszeit sagen dies 20 Prozent. Auch Erschöpfung, innere Unruhe, Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen und Bauchschmerzen sind der Umfrage zufolge bei den Vielnutzern häufiger.

Jugendliche helfen sich selbst und wollen mitreden

Viele Jugendliche steuern selbst gegen. 37 Prozent sagten, dass sie bestimmten Profilen entfolgen oder diese blockieren. 28 Prozent schalten Benachrichtigungen aus, 26 Prozent haben handyfreie Zeiten, 25 Prozent legen das Gerät bisweilen woanders hin.

Die Bundesschülerkonferenz hält Social-Media-Verbote für falsch. Das größte Problem sei jedoch, die Betroffenen nicht mitreden zu lassen, sagte Berthold. Die Debatten über Social-Media-Regulierungen "sollten unserer Meinung nach viel mehr mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam geführt werden".

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) unterstützt eine Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Medien. Auch in anderen Ländern sind Altersgrenzen im Gespräch oder schon beschlossen.

Regeln für Plattformen gewünscht

Viele Jugendliche in der Umfrage wünschen sich Unterstützung in der Schule und von den Eltern - und striktere Regeln für die Plattformen. Jeweils 70 Prozent der Befragten hätten gerne, dass Plattformen ungeeignete Inhalte wie Gewalt und Beleidigungen und Hasskommentare unterbinden.

"Ein pauschales Social-Media-Verbot, um Kinder und Jugendliche vor den Risiken im Netz zu schützen, greift aus unserer Sicht zu kurz", schließt TK-Chef Jens Baas aus den Zahlen. Die EU solle die sozialen Medien regulieren und habe die nötigen Mittel, dies eventuell auch mit Strafen durchzusetzen.

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