Rohstoffe stabil...

Wochenrückblick KW 29-2026: Chipwerte wackeln – Rohstoffe halten dagegen! 19.07.2026, 20:48 Uhr von MediaFeed

Rohstoffe stabil...: Wochenrückblick KW 29-2026: Chipwerte wackeln – Rohstoffe halten dagegen!
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Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Platin 1.637,07 USD +2,59 % ARIVA Indikation Rohstoffe
Silber 58,83 USD +4,16 % Lang & Schwarz
Kupfer 13.866,56 USD +1,84 % ARIVA Indikation Rohstoffe
Aluminium 3.128,70 USD -0,94 % ARIVA Indikation Rohstoffe
Bitcoin 66.318,87 USD +1,69 % CryptoCompare Index
Gold 4.077,93 USD +1,79 % Forex
Kohlendioxid 83,35 EUR -0,86 % Ariva Indikation
Zink 3.583,12 PKT +1,07 % Ariva Indikation

Chipwerte korrigieren, doch Rohstoffe halten dagegen: Gold verteidigt 4.000 USD, Kupfer bleibt knapp und die Marktrotation eröffnet neue Chancen jenseits der großen KI-Favoriten.

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die sonst oft ruhige Sommerbörse zeigte sich in der vergangen Woche von ihrer ungemütlichen Seite. Neue Spannungen zwischen den USA und Iran, steigende Ölpreise und vor allem kräftige Gewinnmitnahmen bei Halbleiter- und KI-Aktien drückten die meisten großen Indizes ins Minus.

 

Quelle: Onvista.de

 

Besonders deutlich fiel die Korrektur bei den bisherigen Technologielieblingen aus. Nach der enormen Rally der vergangenen Monate sicherten Anleger weltweit Gewinne – von Südkorea über die USA bis nach Europa. Doch noch spricht wenig für einen grundsätzlichen Richtungswechselan den Aktienmärkten. Vielmehr verändert sich die Führungsmannschaft. Während hoch bewertete Chipwerte nachgeben, gewinnen kleinere Unternehmen, Finanzwerte, Gesundheitsaktien und Teile des Rohstoffsektors an Aufmerksamkeit. Das Kapital verlässt den Markt also nicht vollständig, sondern sucht neue Chancen. Eine solche breitere Beteiligung kann die Rallye langfristig sogar stabiler machen.

 

Öl bleibt der wichtigste Stresstest!

 

Die erneuten Spannungen zwischen den USA und Iran ließen die Ölpreise deutlich steigen. Für die Börsen ist dabei weniger der unmittelbare Konflikt entscheidend als dessen mögliche Folgen: Höhere Energiepreise verteuern Transporte und Produktion und könnten die Inflation erneut anheizen.

 

Das würde den Spielraum der US-Notenbank für Zinssenkungen begrenzen. Öl und US-Dollarbleiben deshalb die wichtigsten Warnsignale für die kommenden Wochen. Steigen beide gleichzeitig stark, dürfte die Nervosität weiter zunehmen.

 

Für Energieunternehmen und ausgewählte Ölproduzenten verbessert ein höheres Preisniveau dagegen die Ertragsaussichten. Der Rohstoffsektor zeigt damit erneut, dass geopolitische Unsicherheit nicht nur Risiken, sondern auch Chancen schafft.

 

Gold verteidigt eine wichtige Marke!

 

Gold verlor auf Wochensicht rund 3 % und konnte zunächst kaum von den geopolitischen Spannungen profitieren. Anleger fürchteten, dass steigende Ölpreise die Inflation erneut anfachenund die Zinsen länger hoch halten könnten. Das belastet Gold, da das Edelmetall keine laufenden Zinsen zahlt.

 

Dennoch gibt es auch eine positive Seite: Der Goldpreis behauptete sich trotz dieses Gegenwinds oberhalb der symbolisch wichtigen Marke von 4.000,- USD je Unze. Das spricht für eine weiterhin robuste Grundnachfrage.

 

Sollten die Spannungen im Nahen Osten zunehmen oder die Konjunktur stärker abkühlen, könnte Gold seine Rolle als sicherer Hafen schnell wieder ausspielen. Hinzu kommen die langfristigen Stützen durch Zentralbankkäufe, hohe Staatsschulden und das begrenzte Vertrauen in klassische Papierwährungen.

 

Quelle: wallstreetonline.de

 

Auch Silber dürfte von einer neuen Aufwärtsbewegung profitieren. Das Metall verbindet die Funktion eines Edelmetalls mit einer stetig wachsenden industriellen Nachfrage aus Energietechnik, Elektronik und Stromnetzen. Rücksetzer könnten deshalb bei ausgewählten Gold-, Silber- und Minenwerten neue Einstiegsmöglichkeiten eröffnen.

 

Kupfer bleibt erstaunlich widerstandsfähig!

 

Kupfer hielt sich trotz schwächerer Konjunkturdaten aus China im Bereich von rund 13.600,- USD je Tonne. Das ist bemerkenswert, denn China ist der weltweit größte Metallverbraucher und das dortige Wirtschaftswachstum hat sich zuletzt weiter verlangsamt.

 

Unterstützung erhält der Kupferpreis von der Angebotsseite. Rio Tinto meldete für das zweite Quartal einen Produktionsrückgang von 7 %, während Antofagasta im ersten Halbjahr 9,5 % weniger Kupfer förderte.

 

Diese Rückgänge zeigen, wie störanfällig das globale Angebot bleibt. Gleichzeitig wächst der Bedarf durch den Ausbau von Stromnetzen, Rechenzentren, erneuerbaren Energien und Elektromobilität. Kurzfristige Konjunktursorgen treffen damit auf eine langfristig angespannte Versorgungslage.

 

Gerade diese Kombination macht Kupfer weiterhin zu einem der interessantesten strategischen Rohstoffe. Schwächephasen dürften von langfristig orientierten Anlegern zunehmend als Gelegenheit betrachtet werden.

 

Fazit und Ausblick: Jetzt müssen die Unternehmen liefern!

 

In der kommenden Woche rückt die Berichtssaison ins Zentrum. In Europa legen unter anderem Novartis, Roche, Nestlé, SAP, TotalEnergies und BNP Paribas ihre Zahlen vor. In den USA stehen Alphabet, Tesla, Intel und Philip Morris im Fokus.

 

Besonders wichtig werden die Aussagen der großen Technologiekonzerne zu ihren KI-Investitionen. Gute Zahlen könnten die stark gefallenen Chipwerte stabilisieren. Enttäuschende Ausblicke dürften dagegen weitere Gewinnmitnahmen auslösen.

 

Hinzu kommen die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank und neue Einkaufsmanagerindizes aus Europa und den USA. Sie werden zeigen, wie widerstandsfähig die Wirtschaft gegenüber höheren Energiepreisen und geopolitischer Unsicherheit bleibt.

 

Die Börse befindet sich damit nicht zwangsläufig am Beginn eines größeren Abschwungs. Sie sortiert ihre Favoriten neu. Chipwerte leiden unter dem Sommerblues, während Energie, Kupfer, Gold, Silber und ausgewählte Minenaktien wieder stärker in den Vordergrund rücken.

 

Für Rohstoffanleger ist diese Rotation eine gute Nachricht. Denn die digitale Zukunft benötigt enorme Mengen an Energie und Metallen. Ohne Kupferleitungen, Stromnetze, Rechenzentren, Silberkontakte und eine sichere Energieversorgung bleibt selbst die größte KI-Vision nur Theorie.

 

Die Technologieeuphorie bekommt einen Dämpfer. Die Rohstoffgeschichte dagegen gewinnt weiter an Substanz, wie Sie den folgenden Artikeln der vergangenen woche entnehmen können.

 

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Viele Grüße

Ihr

Jörg Schulte

 

 

 

Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, MinerDeck, Intro Bild: stock.adobe.com,  

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